Tor des ÖFB-Internationalen sichert Werders 3:1-Sieg beim Lokalrivalen - Dortmund und Gladbach punkten im Meisterkampf voll, Bayern patzt
Werder Bremen bleibt die Nummer eins im deutschen Fußball-Norden: Die
Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf gewann das 96. Nordderby beim
Hamburger SV mit 3:1 (2:0) und festigte mit dem ersten Erfolg in der
Rückrunde den fünften Tabellenplatz. Der HSV blieb vor eigenem Publikum
zum vierten Mal nacheinander ohne Sieg.
Den Führungstreffer für
die Bremer erzielte Mittelfeldspieler Marko Marin in der neunten Minute,
als er mit einem nicht unhaltbaren Drehschuss in die kurze Ecke
HSV-Torhüter Jaroslav Drobny überraschte. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff
war Nachwuchsprofi Tom Trybull erfolgreich, erneut machte der
tschechische Keeper keine gute Figur. Mladen Petric (75.) verkürzte mit
einem abgefälschten Freistoß, ehe ÖFB-Teamspieler Marko Arnautovic (86.) einen kapitalen
HSV-Abwehrfehler zur Entscheidung nutzte.
Während Arnautovic, der Bremen damit zum zweiten Mal in Folge mit einem Tor wichtige Punkte sicherte, erst in der 71. Minute von der Bank für Markus Rosenberg kam, war Zlatko Junuzovic abermals über die vollen 90 Minuten im Einsatz und lieferte den Assist zum 2:0. Der Neo-Werderaner legte erneut die meisten Kilometer am Platz zurück. Einen zweiten Scorerpunkt für Arnautovic versagte ihm Teamkollege Claudio Pizarro, der kurz vor Schluss nach Traumvorlage des Österreichers im Duell mit dem Torhüter scheiterte.
Früher Treffer
Vor 56.553 Zuschauern
in der nicht ganz ausverkauften WM-Arena am Volkspark beendete der
schnelle Marin-Treffer eine konfuse Anfangsphase beider Mannschaften.
Die Gastgeber verstärkten den Druck auf das Bremer Tor und HSV-Torjäger
Paolo Guerrero hatte gleich zweimal den Ausgleich auf dem Fuß. In der
zwölften Minute scheiterte der Peruaner mit einer Direktabnahme an
Werder-Torwart Tim Wiese, fünf Minuten später schoss er in
aussichtsreicher Position über die Latte.
In der Schlussphase der
ersten Halbzeit gerieten die phasenweise flüssigen Aktionen der
Hamburger wieder mehr ins Stocken. Die Grün-Weißen standen in der
Defensive besser organisiert und ließen kaum noch gefährliche
Situationen zu. Im Gegenteil: Marin hätte in der 44. Minute beinahe
seinen zweiten Treffer erzielt.
Rosenberg scheitert
Beide Teams starteten furios in
die zweite Halbzeit. Wiese musste in der 48. Minute bei einem Schuss von
Mladen Petric sein ganzes Können aufbieten, nur 60 Sekunden später
scheiterte der Bremer Markus Rosenberg in aussichtsreicher Position.
Quasi im Gegenzug hatte Nationalspieler Dennis Aogo Pech bei einem
Freistoß. Danach konnte erst der durch Fritz abgefälschte Freistoß von
Petric, der sein 50. Bundesliga-Tor erzielte, den hervorragenden Wiese
überwinden.
Einen Erfolg konnte der HSV
bereits vor Spielbeginn verbuchen. Nachdem die Einlasskontrollen im
Stadion verschärft worden waren, brannten im Fanblock der Hamburger
diesmal keine bengalischen Feuerwerke. Zuletzt hatten die Rothosen
mehrfach Geldstrafen in fünfstelliger Höhe bezahlen müssen. Dafür wurde
Marin der 42. Minute von einem gefüllten Plastikbecher am Fuß getroffen,
Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer aus Herne zitierte daraufhin
HSV-Kapitän Heiko Westermann zu sich.
Dortmund und Gladbach legen vor, Bayern setzt nicht nach
Im Titelkampf legten die Borussen von Dortmund (1:0 bei Hertha Berlin) und Mönchengladbach (2:1 in Kaiserslautern) vor und verwehren den Bremern damit eine Annäherung an die Champions League-Qualiplätze. Sie setzten damit auch Bayern unter Druck. Die Süddeutschen mussten im Abendspiel bei Freiburg Federn lassen. Gegen das Schlusslicht
gab es nur ein torloses Remis. ÖFB-Teamspieler
David Alaba spielte vor der Pause im defensiven Mittelfeld, wechselte
nach dem Seitenwechsel auf die linke Abwehrseite und bot eine starke
Leistung. Die Truppe von Chefcoach Jupp Heynckes (45 Punkte) ist damit
hinter Titelverteidiger Dortmund (49) und Mönchengladbach (46) nur mehr Tabellendritter. Die Freiburger
holten zum ersten Mal nach zwölf Niederlagen in Folge wieder
einen Punkt gegen die Bayern.
Schalke hat somit die Möglichkeit mit einem Sieg am Sonntag gegen den Tabellen-Achten Wolfsburg auf einen Punkt an die Bayern heranzukommen. Die Wölfe brauchen ihrerseits im Rennen um einen Europa League-Startplatz ebenfalls Punkte, denn auch das sechstplatzierte Bayer Leverkusen schwächelte mit einem 4:1 gegen Augsburg nicht. Ein ähnlicher Punktezwang herrscht am Sonntag auch für Hannover (7. )und Stuttgart (9.).
In den unteren Tabellenregionen setzte sich Nürnberg (13.) mit einem 2:1 gegen den 1. FC Köln (14.) durch und damit auch etwas von den Abstiegsplätzen ab. (red/APA/SID)