Verteidigungsminister schließt "Katastrophe" nicht aus

18. Februar 2012, 16:05
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General Wardak: Verkleinerung von Armee und Polizei nach 2014 könnte zum Desaster werden

Kabul/Washington - Der afghanische Verteidigungsminister General Abdul Rahim Wardak befürchtet nach eigenen Worten, dass die von den USA vorgeschlagene Reduzierung der afghanischen Sicherheitskräfte von 352.000 auf 230.000 Mann nach dem Abzug der NATO-geführten ISAF-Truppen 2014 zu einer "Katastrophe" führt. "Niemand kann heute voraussehen, wie die Sicherheitslage 2014 sein wird", sagte der General in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem "Wall Street Journal". Ein drohendes "Desaster" würde "alles gefährden, was wir um den Preis von so vielen Menschenleben erreicht haben", warnte Wardak.

Die von Washington empfohlene Truppenverringerung war Gegenstand von NATO-Beratungen in Brüssel, wie US-General Daniel Bolger bestätigte. Eine verkleinerte afghanische Armee würde demnach 4,1 Milliarden US-Dollar jährlich kosten. Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte vor der Gefahr gewarnt, dass bis zu 120.000 von der NATO ausgebildete Afghanen zu den islamistischen Taliban überlaufen könnten.

Gegenwärtig sind rund 130.000 NATO-Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Die internationalen Truppen wollen 2014 ihren Einsatz beenden und die Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Kräfte übergeben. Laut einem geheimen US-Militärbericht, aus dem die Londoner "Times" und die BBC zitiert hatten, bereiten die Taliban intensiv ihre Machtübernahme nach dem Abzug der ausländischen Truppen vor. (APA)

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