Ab 1. April

Bauspar-/Zukunftsvorsorge-Förderung schon 2012 halbiert

18. Februar 2012, 13:31

Bauspar-Kürzung bereits ab 1. April - Kein höherer Zinskorridor wie die Institute wollten - Dafür kein begünstigter vorzeitiger Ausstieg möglich - Künftig bis 300.000 Euro Darlehen möglich

Wien - Beim Bausparen bleibt es nun trotz der Warnungen der Bausparinstitute vor Problemen bei der Darlehensfinanzierung doch bei der geplanten Halbierung der staatlichen Förderung. Überdies erfolgt die Kürzung bereits mit 1. April und nicht erst wie zunächst geplant per Anfang 2013. Außerdem wird die Zukunftsvorsorge-Förderung nicht nur vorübergehend bis Ende 2016 auf die Hälfte zusammengestutzt, sondern gleichfalls ausdrücklich unbefristet - und ebenso bereits für heuer geleistete Einzahlungen. Dies geht aus den seit Samstag vorliegenden Gesetzentwürfen zum Sparpaket der Regierung hervor. Und: Ein vorzeitiger Ausstieg aus laufenden Bauspar-Verträgen, ohne dass die Prämie zurückgezahlt werden muss, kommt nun doch nicht.

Bis Ende März beträgt die Bausparprämie somit noch 3 Prozent der Eigenleistung, danach sind es nur mehr 1,5 Prozent. Gefördert werden Einzahlungen von bis zu 1.200 Euro im Jahr (bzw. 100 Euro im Monat). Erfolgt die Erstattung für das Gesamtjahr 2012, ist ein Durchschnittssatz von 1,875 Prozent anzuwenden. Künftig liegt die Bandbreite der Bausparförderung daher bei den ursprünglich angekündigten 1,5 bis 4 Prozent, derzeit sind 3 bis 8 Prozent möglich. In einem dringenden Appell hatten die vier heimischen Bauspar-Chefs zuletzt eine Rücknahme auf lediglich 2 bis 6 Prozent verlangt und eine Kürzung schon ab 1.4. rechtlich fragwürdig genannt. Die Bausparprämie beträgt künftig maximal 18 statt 36 Euro im Jahr; der Prämiensatz wird jährlich neu festgesetzt und orientiert sich am - derzeit niedrigen - allgemeinen Zinsniveau. Momentan haben rund 5,2 Mio. Österreicher einen Bausparvertrag im Ansparstadium.

Bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge erfolgen die Einschnitte ebenfalls schon heuer. Für 2012 geleistete Eigenbeiträge soll der Prozentsatz der Förderung statt bisher 8,5 Prozent nur mehr 4,25 Prozent ausmachen, heißt es in den Erläuterungen zum Stabilitätsgesetz 2012. Diese Höhe ergibt sich aus der künftig ebenfalls halbierten Basisförderung der Zukunftsvorsorge (2,75 statt 5,5 Prozent) plus die neue Bausparprämie von nur mehr 1,5 Prozent.

Mit Bauspar- und Zukunftsförderungs-Kürzung zusammen will die Regierung von 2013 bis 2016 pro Jahr 119 Mio. Euro einsparen, heißt es auch in den endgültigen Entwurfsunterlagen - für 2012 scheinen keine Zahlen auf, die Prämien sind jeweils im Folgejahre der zugrundeliegenden Eigenleistungen wirksam. 76 der 119 Mio. Euro jährlich sollten auf die Abstriche bei der Bausparprämie entfallen, diese Summe ist jetzt nicht explizit genannt. Die Bausparinstitute hatten Einsparungen von 76 Mio. Euro durch eine Förderhalbierung ohnedies angezweifelt, da die Prämie im Vorjahr insgesamt nur 144 Mio. Euro ausgemacht hat.

Seit Bekanntwerden der Kürzungs-Pläne Anfang Februar, von denen die Bausparinstitute völlig überrumpelt wurden, hagelt es Kritik aus der Branche, die durch ein schwächeres Neugeschäft einen Rückgang der Einlagen und damit Probleme bei den Darlehensvergaben befürchtet. Dies werde in der Folge auch die Baubranche treffen, warnten sie. Zudem werde der durch die geringeren Investitionen entstehende Umsatzsteuer-Entfall größer sein als die Ersparnis des Bundes durch die geplante Kürzung der Prämien.

Dafür ist man jetzt dem Bausparsektor entgegengekommen und erlaubt doch keine vorzeitigen Vertragskündigungen ohne Verlust der staatlichen Prämie, wie dies ursprünglich für in den Jahren 2010 bis 2012 abgeschlossene Verträge angedacht war. In dem Fall hätte es wohl einen "Run" auf die Institute gegeben, davor hatten auch die Bauspar-Chefs bei ihrem jüngsten Auftritt gewarnt.

Von 180.000 auf 300.000 Euro erhöht wird per Verordnung zum Bausparkassengesetz jedoch die Summe der von einem Bausparer erlangbaren Bauspardarlehen, einschließlich noch aushaftender Bauspardarlehen. Ferner werden den Bausparinstituten per BSpG-Novelle auch Finanzierungen im Nahebereich des Wohnungswesens wie zB Schulen und Kindergärten ermöglicht. Und die Institute sollen künftig durch Ausgabe von Pfandbriefen und fundierten Bankschuldverschreibungen zusätzliche Refinanzierungsmöglichkeiten bekommen.

Zur prämiengeförderten Zukunftsvorsorge, wo die Regierung 43 Mio. Euro jährliches Einsparvolumen berechnet hatte, laufen mehr als 1,5 Millionen Verträge - über 90 Prozent bei einer Versicherung, der Rest bei Kapitalanlagegesellschaften. Die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge wurde vor knapp zehn Jahren, im Herbst 2002, eingeführt. Die Bausparförderung gibt es seit vielen Jahrzehnten, das System an sich seit 90 Jahren. Bauspar- und Zukunftsvorsorge-Prämie sind im Einkommensteuergesetz geregelt, das dazu nun geändert wird.

Die Förder-Obergrenze der Zukunftsvorsorge orientiert sich an der Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung. Die maximal mögliche Prämie liegt 2012 bei 198,04 Euro im Jahr. Die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung beträgt momentan 2.329,88 Euro.

Versicherungen sehen die Kürzungspläne zur Zukunftsvorsorge als "Schritt in die falsche Richtung" und "schlechtes Signal", das dem Vorsorge-Gedanken nicht Rechnung trage. Eine kapitalgedeckte Altersvorsorge entlaste langfristig den Staatshaushalt, erhöhe durch die Verrentung die Kaufkraft der Pensionisten und nehme damit einen Finanzierungsdruck vom staatlichen Umlagesystem. (APA)

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martin schroeder
00
bausparen bleibt die beste Anlage für Häuslebauer

weil man den baukredit anschliessend günstiger bekommt.. mit einem Sparbuch kann man wohl kaum
nen Baukredit günstig bekommen, wer der beste Bausparvertrag in österreich ist kann man hier finden..

nicht gleich alles an den Nagel hängen.. seht mal im vergleich http://www.bausparvertragvergleich.at

Emil Sacklinger
 
00
23.2.2012, 15:55
da kann ich nur eines sagen:

"geht's ........!"

(ach was, ich warte einfach auf den wahltag)

Österreichische Verbrecher Partei!
12
23.2.2012, 14:05
PARLAMENT und KORRUPTION halbieren, statt STUDIENGEBÜHREN !!

PARLAMENT und KORRUPTION halbieren, statt STUDIENGEBÜHREN !!
PARLAMENT und KORRUPTION halbieren, statt STUDIENGEBÜHREN !! PARLAMENT und KORRUPTION halbieren, statt STUDIENGEBÜHREN !!

master_of_disaster1
01
20.2.2012, 09:29
Damit wird nach dem momentan noch laufenden Bausparvertrag einfach kein neuer mehr abgeschlossen!

Mock Turtle
02
19.2.2012, 15:33

Wie schon nach dem Loipersdorf-Paket so auch jetzt: Vertrauensschutz gilt nur dann, wenn es unserer Regierung gerade genehm ist! Bei Gruppen ohne "schwerwiegende" Lobby wird einfach innerhalb kürzester Vorlaufzeit zusammengekürzt!

La Balance
01
19.2.2012, 14:40

Kann man in bestehende Verträge so leicht eingreifen?

Verbal Kint
00
19.2.2012, 12:29
Der erste Absatz klingt, als ob die Bausparkassen eines über die Rübe bekommen haben, weil sie sich aufgeregt haben

Karl Grizzl
04
19.2.2012, 00:31

Die Versicherungen cashen bei den Zukunftsvorsorge-Verträgen deutlich mehr Gebühren ab als bei anderen vergleichbaren Konstrukten. Ein Gutteil der staatlichen Prämie ist bis jetzt quasi in die Kompensation dieser Mehrkosten geflossen. Mit den nunmehrigen Änderungen machen diese Verträge aufgrund der Kosten absolut keinen Sinn mehr. Die Kunden wurden gelinkt, in Verträge hineingetäuscht die jetzt so nicht mehr gelten. Es bleibt Ihnen nur der Spott: Vertrauensschutz gibts nur bei der Hacklerregelung.

Saurer Zivi
04
19.2.2012, 00:05
hab ihn nun schon 4 jahre, jetzt das 5.,

als zeichen des protests der maßlosen dummheit unserer regierung

- zuerst auf 100€ aufstocken lassen, dann die prämie kappen -

würd ich gerne mit 1000 oder mehr raiffeisen-bausparern mit kündigungsschreiben in die raiffeisen-bauspar zentrale gehen und dort eine papierkündigung einbringen!

das sollten die wüstenrot und erste bausparer auch machen!

mE wird das zivilrechtlich nicht halten.

eine sammelklage des VKI ist wohl unausweichlich.

ohne diese prämie hätte ich eben nicht abgeschlossen, sondern auf ein sparbuch gelegt.

schweinerei, das ganze. und sehr knapp am betrug.

Verbal Kint
00
19.2.2012, 12:13
Ich denk, sie sollten die letzten zwei Jahre noch aushalten

Beim Kündigen müssens glaub ich die Prämien der letzten vier Jahre wahrscheinlcih zurückzahlen. Kündigungsspesen und Zinsverlust ist ja selbstverständlich.
Meines Wissens nach wird die Prämie jährlich neu festgelegt, daher können Sie sich auch nicht einfach darauf verlassen, dass die immer drei Prozent beträgt.

diegopio
01
18.2.2012, 20:29
Banken

Meine Meinung gehört die Regierung sofort abgesetzt und Neuwahlen her,da sie viel zu kurzfristig denkt und keine Erbschaftssteuer,Studiengebühren und die bestehenden Pensionen angreift.(mit über Euro 2.500,-- Rente).

Österreich neu gründen
06
18.2.2012, 19:45
Dazu paßt eine Meldung aus den heutigen Nachrichten: Die Parteienfinanzierung wird nicht angetastet!" no geh ....

revisor69
 
01
18.2.2012, 20:11
Wo bleibt der Vertrauensschutz?

Das ist schon ein starkes Stück, was die Damen und Herren Politiker mit uns, dem Volk, von dem alle Gewalt ausgeht, aufführen!

C18H27NO3
07
18.2.2012, 17:44
die verarschen uns so maßlos!

Aussteigen aus dem jetzt schlechteren B.vertrag nur wenn man die bisherigen Prämien zurückzahlt. 6 Jahre Bindung mit der Prämie war schon ein mieser ertrag, jetzt liegt er unter der infaltionsrate. Aussteigen aber nur wenn man die bisherigen Prämien zurückzahlt. Na, ein kleines Zuckerl für die Banken!!!
Zukunftsvorsorge: Jahrelang wurde einem reingedrückt wie nötig man das braucht, weil die jungen werden kaum mehr staatliche pension bekommen. Die meisten Vorsorgemodelle laufen selbst mit Prämie derart schlecht, dass man besser in Bier investieren sollte! So werden sie wahrscheinlich negativ sein, ohne Inflationsbereinigung.
Aber Hauptsache keine Vermögenssteuer, da müssten unsere korrupten Politikschranzen womöglich selber was zahlen!

MCU
05
18.2.2012, 17:38
Damit werde ich beide prämienfrei stellen,

und das Bausparen in 3 Jahren beheben und die Zukunftsvorsorge nach der 10-jährigen Mindestvertragsdauer kündigen und auflösen.

mike sierra
00
23.2.2012, 16:50
Find ich gut:

Konsum statt Sparen!

... kurbelt die Wirtschaft an.

Verbal Kint
01
19.2.2012, 12:21
Find ich gut:

Je weniger Menschen in diese privaten "Vorsorgesysteme" investieren, desto besser für die staatliche Pensionsversicherung.

reiches land armer staat
00
19.2.2012, 08:33
nachahmenswert

finde ich eine gute Idee, das werde ich auch machen

matter
00
18.2.2012, 16:27
Banken-Zinssatz wird entscheidender

Wenn die staatliche Prämie auf max. €18,-- jährlich gekürzt wird, so wird der von der Bank für dieses "Sparbuch" vergebene Zinssatz interessanter und wettbewerbsentscheidend.
Wenn man bedenkt, dass - für eine 6jährige Bindung! - 2010 lediglich 1% und 2011 1,1% Zinsen vergeben wurden, so werden sich die Banken was einfallen lassen müssen.
D.h. die Bauspar-"Sparbücher" waren bisher ein super Geschäft für die Banken - ein fixes Geld auf 6 Jahre und kaum Zinsen zu zahlen.

Verbal Kint
00
19.2.2012, 12:15
Ich hab mich vor fünf Jahren auf 3% fix versteift, obwohl die Bankangestellte mir den flexiblen derart ans Herz gelegt hat...

revisor69
 
00
18.2.2012, 20:14
Jede Online-Bank bietet mehr Zinsen.

Eisenmangel
02
18.2.2012, 14:42
schwarz auf weiß...

...steht im aktuellen Kontoauszug meines Wüstenrot-Bausparers, dass ich für 2012 die volle Staatsprämie bekomme. Das schau ich mir an, ob der Plan, die Prämie schon ab april 2012 zu halbieren, vor dem OGH standhält.

Verbal Kint
01
19.2.2012, 12:16
Sie kriegen eh die volle Staatsprämie

nur wird die halt niedriger..

andi102
00
18.2.2012, 22:20
Steht auch bei der Raika

AAAAAABER: Auf der Rückseite "...... vorbehaltlich der Überweisung durch das Finanzamt ....." Und ohne die Bedingungen jetzt komplett zu lesen: Die Bausparkassen haben sich da garantiert abgesichert. Außerdem: Wenn die Tankstelle auf einem Flugblatt schreibt: Mineralölsteuer 2012: xx%, kann man ja sich ja auch nicht darauf berufen, dass die das so geschrieben haben. Mein Bausparer läuft kurioserweise am 31.3.2012 ab. LOOOOOOOOL

Arno Nyhm
02
18.2.2012, 14:19
Und...

gespart wird wieder einmal bei den Jüngeren.

Die länger arbeiten müssen und privat vorsorgen sollen!.

Die, die sich's noch richten haben können, gehen ungeschoren nach haus.

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