Aktivisten melden neue Angriffe in Homs und Idlib - Unterstützung für Referendum - Opposition ruft zu Massendemonstration in Damaskus auf
Beirut- Im Syrien-Konflikt hat
China Präsident Bashar al-Assad erneut den Rücken gestärkt. Im
Gegensatz zu den Europäern und den USA unterstützte die
Regierung in Peking am Samstag Assads Pläne für ein Referendum.
"Wir hoffen dass das Referendum über die Verfassung und die sich
anschließende Parlamentswahl stattfinden", sagte Chinas
Vize-Außenminister Zhai Jun laut dem syrischen Staatsfernsehen
bei einem Besuch in Damaskus. Zugleich forderte er die syrische
Regierung und Opposition zu einem Ende der Gewalt in dem seit
elf Monaten andauernden Konflikt auf. China gehört neben
Russland zu den größten Gegnern eines härteren Kurses der
Staatengemeinschaft gegen Assad. Beide Länder hatten kürzlich im
UN-Sicherheitsrat eine Resolution für einen Rücktritt Assads mit
ihrem Veto verhindert.
Assad hatte das Referendum am Mittwoch für den 26. Februar
angekündigt. Es soll den Weg für ein Mehr-Parteien-System und
Parlamentswahlen ebnen. Die syrische Opposition und der Westen
haben die Pläne aber umgehend als unglaubwürdig zurückgewiesen.
Assad geht trotz des internationalen Drucks mit unverminderter
Härte gegen Regierungsgegner vor. Bei einer der größten
Demonstrationen in der Hauptstadt Damaskus seit Beginn des
Aufstands erschossen Soldaten am Freitag Menschenrechtlern
zufolge mindestens drei Oppositionsanhänger. Die
Oppositionshochburgen Homs und Deraa lagen weiter unter
Beschuss. Zudem umstellte die Armee nach Angaben von Einwohnern
mit Panzern die Stadt Idlib an der Grenze zur Türkei.
Aktivisten melden neue Angriffe in Homs und Idlib
Die Truppen des syrischen Regimes haben am Sonntag offenbar ihre Angriffe auf die Stadt Homs und andere Provinzen des Landes fortgesetzt. In der Stadt Idlib wurden nach Angaben von Aktivisten ein Richter und ein Anwalt erschossen, als sie zusammen in einem Auto saßen. Oppositionelle vermuten, dass es sich um ein gezieltes Attentat handelt, da beide "die Revolutionäre verteidigt hatten".
In der Ortschaft Al-Sukhna an der Straße zwischen Deir as-Saur und Palmyra sei eine Frau Opfer von um sich schießenden Angehörigen der Sicherheitskräfte geworden. Mehrere Menschen seien zudem verletzt worden.
Die sogenannten Revolutionskomitees hatten für diesen Sonntag zu einem Generalstreik in der Hauptstadt Damaskus aufgerufen. Am Samstag waren ihren Angaben zufolge 23 Menschen von den Truppen des Regimes von Präsident Bashar al-Assad getötet worden.
Neue Demonstrationen
Die syrische Opposition hat die Bewohner der
Hauptstadt Damaskus für Sonntag zu Protesten gegen die autoritäre
Führung des Landes aufgerufen. "Das Blut der Märtyrer ruft euch zum
Ungehorsam auf", schrieben Aktivisten am Samstag auf ihrer
Facebook-Seite "The Syrian Revolution 2011". In Damaskus hatte es
nach Angaben der Lokalen Koordinierungskomitees (LCC), die seit
Monaten vor Ort die Proteste gegen Präsident Bashar al-Assad
organisieren, am Freitag 49 Demonstrationen gegeben. Die Bewohner der
syrischen Hauptstadt waren bisher mehr an Kundgebungen für Assad
gewohnt.
Eine unabhängige Überprüfung der Lage ist nicht möglich,
weil Syrien ausländischen Journalisten eine freie
Berichterstattung verweigert. (Reuters)