Prinz Friso weiter in Lebensgefahr

18. Februar 2012, 23:09
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Zustand aber stabil - Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, aber keine Beschuldigten

Innsbruck/Lech/Wien - Der am Freitag in Lech am Arlberg in Vorarlberg von einer Lawine verschüttete niederländische Prinz Johan Friso befand sich am Sonntag weiterhin in Lebensgefahr. Laut einer Erklärung der niederländischen Regierung ist sein Zustand stabil.

Widersprüchliche Medienmeldungen in Österreich bezüglich eines eventuellen Eingriffs zum Anlegen einer Hirndrucksonde, um einer Gehirnschwellung bzw. deren Folgen vorzubeugen, wurden in den Niederlanden nicht kommentiert. "Von unserer Seite aus ist derzeit alles gesagt. Der Unfallhergang wurde mehrmals erläutert", erklärte Pia Herbst aus dem für Journalisten eingerichteten Presse-Zentrum. Sie bat, die Privatsphäre der niederländischen Königsfamilie zu respektieren. Die Familie - Königin Beatrix sowie Johan Frisos Brüder Willem-Alexander und Constantijn mit ihren Gattinnen und Kindern - wohnt weiter in Lech. Sie waren Freitagabend auf dem kleinen Schweizer Flugplatz St. Gallen-Altenrhein angekommen und direkt zum Arlberg weitergereist. Kronprinz Willem-Alexander and seine Frau Maxima gingen am Sonntag skifahren. Sie waren begleitet von ihren Kindern und den beiden Kindern des Verunglückten.

In den Niederlanden wurde am Sonntag mit weiteren Informationen durch die Regierung gerechnet. Prinz Friso war nach der Bergung aus den Schneemassen nach einem offenbaren Kreislaufstillstand reanimiert worden.

Experte in Lech:"Prinz wusste, was er macht"

Michael Manhart, Geschäftsführer der Skilifte Lech, schätzt den Hang, in dem sich das Lawinenunglück mit Johan Friso ereignete, als gefährlich ein. "Der Hang ist 'heiß', es ist eine kurze, steile Böschung", sagte Manhart am Samstag. Jemandem die Schuld für den Lawinenabgang zuzuweisen, "wäre völlig falsch", so Manhart. Die Entscheidung, im freien Skigelände in einen Hang einzufahren, liege bei jedem Einzelnen. "Der Prinz war so oft in Lech, der weiß genau, was er macht", meinte Manhart, der für einen großen Teil des gesicherten Lecher Skigebiets die Verantwortung trägt.

Er wisse um die Beschaffenheit des Unglücksorts gut Bescheid. Dass die Lawine abging, sei letztlich "das Risiko des Skisports", das sich im freien Gelände niemals ganz eliminieren lasse. Auf die große Lawinengefahr am Freitag (Stufe 4) wollte Manhart den Abgang des Schneebretts ebenfalls nicht schieben. "Die kleinen Seitenböschungen sind Spezialfälle", so Manhart. Da wisse man - unabhängig von der Lawinenwarnstufe - nie, wie die Situation sich wirklich präsentiere. Am Samstag herrschte in Lech noch erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3.

Routinemäßige Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Feldkirch

Zudem nahm die Staatsanwaltschaft Feldkirch nun Ermittlungen auf. Es handle sich vorerst um eine routinemäßige Untersuchung, wie sie nach jedem Unfall vorgenommen werde, erklärte die Sicherheitsdirektion Vorarlberg am Samstag. Die Staatsanwaltschaft habe noch am Freitag an Ort und Stelle mit ihren Erhebungen begonnen. Derzeit würden Fakten erhoben, es gebe auch keinen Beschuldigten. (APA)

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    Ein Krankenwagen vor dem Spital in Innsbruck.

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    Prinz Friso mit seiner Frau Mabel und den beiden Kindern Zaria und Luana auf einem Archivbild aus dem Februar 2011 - auch damals urlaubte die Familie in Lech.

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