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Marcel-Demonstration in Bansko

18. Februar 2012, 10:00

Marcel Hirscher gewinnt RTL mit Riesenvorsprung auf Italiener Blardone - Vorarlberger Marcel Mathis mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang sensationeller Dritter - Reichelt Fünfter

Bansko - Marcel Hirscher hat einmal mehr kühlen Kopf bewahrt. Der 22-jährige Salzburger fuhr am Samstag im Riesentorlauf in Bansko bereits seinen siebenten Saisonsieg ein und machte damit auch viel Boden im Gesamt-Weltcup gut. Hirscher, der im ersten Durchgang haarscharf an einem Ausfall vorbeigeschrammt war, triumphierte in Bulgarien in überlegener Manier 1,39 Sekunden vor dem Italiener Massimiliano Blardone.

Mathis von Platz 26 auf drei

Die Sensation des Tages war der Vorarlberger Marcel Mathis. Der 20-Jährige legte im Finale Laufbestzeit hin und katapultierte sich vom 26. noch auf den dritten Platz. Das bis dato beste Weltcup-Resultat von Mathis war ein 25. Platz vor eineinhalb Monaten in Adelboden gewesen. Der Halbzeit-Führende Ted Ligety aus den USA fiel nach einem "Steher" auf den 27. Platz zurück, dadurch hat Hirscher Rang eins in der Riesentorlauf-Wertung übernommen.

Hirscher 118 Punkte hinter Kostelic

Hannes Reichelt als Fünfter und Philipp Schörghofer als Achter rundeten das starke ÖSV-Ergebnis ab. Benjamin Raich schied auf dem Weg in die ersten zehn aus. Vor dem Slalom in Bansko am Sonntag (9 und 12 Uhr/live ORF eins) liegt Hirscher im Gesamt-Weltcup 48 Punkte hinter dem zweitplatzierten Schweizer Beat Feuz und 118 Zähler hinter dem kroatischen Führenden Ivica Kostelic.

Neben Kostelic, der verletzungsbedingt pausieren muss, hat auch Feuz die Bulgarien-Reise ausgelassen. Der Schweizer bereitet sich stattdessen auf die Heimrennen am kommenden Wochenende in Crans Montana vor.

Schrecksekunde

Hirscher hat die 25-tägige Rennpause seit seinem Erfolg beim Nacht-Slalom in Schladming perfekt genützt. Auch die nach der Kostelic-Verletzung neue Situation im Kampf um den Gesamt-Weltcup hat den Annaberger nicht aus dem Konzept gebracht. Hirscher war auch schon im ersten Lauf sehr schnell unterwegs, im unteren Streckenteil verhinderte er aber nur mit allergrößter Mühe und in spektakulärem Stil einen Ausfall.

"Das war wirklich extrem knapp. Der Schnee hier ist sehr schnittig und daher unberechenbar. Ich habe bei einem Schwung zu viel Druck bekommen und die Linie verloren. Zum Glück habe ich mich irgendwie gerettet", sagte Hirscher über die Schrecksekunde. Der Zwischenfall könnte Hirscher knapp eine Sekunde gekostet haben, dennoch lag er auf Rang zwei der Zwischenwertung.

Im Finale demonstrierte Hirscher dann eindrucksvoll seine Klasse und Hochform. "Das war vielleicht eine meiner besten Fahrten. Dieser Lauf ist wirklich nach Plan verlaufen", war Hirscher voll und ganz zufrieden. Das Thema große Kristallkugel lässt Hirscher nach wie vor nicht zu sehr an sich heran. "Es gibt Gründe, daran zu glauben. Aber ich muss einfach Rennen für Rennen fahren. Wenn meine Chance weiterleben soll, dann müsste es jedes Mal so funktionieren wie heute. Und das wird schwer. Kostelic und Feuz sind schon sehr solid, die sind schwer zu biegen", sagte Hirscher.

"Wenn ich mich in die Rechnereien reinsteigern würde, würde mir das sehr viel Substanz kosten. Ich muss skifahren, nicht rechnen", merkte der ÖSV-Star an. Neben Hirscher hat am Samstag auch Team-Kollege Mathis groß aufgezeigt. "Als ich seine Fahrt gesehen habe, wusste ich, dass das für die Top-Fünf reichen wird", sagte Hirscher.

Europacup-Zweiter, Weltcup-Dritter

Der Vorarlberger sprang mit sensationeller Bestzeit im zweiten Durchgang noch aufs Stockerl. Ungläubig den Kopf schüttelnd stand Mathis in der Box des Führenden und sah, wie ein Läufer nach dem anderen an seiner Bestmarke scheiterte. Dabei war Mathis am Freitag noch beim Europacup-Riesentorlauf in Oberjoch/Deutschland als Zweiter erfolgreich im Einsatz gewesen. Die Reise ins ÖSV-Teamquartier in Bansko dauerte dann bis 2 Uhr nachts.

"Wenn man die Chance hat, im Weltcup zu starten, dann muss man die nützen. So eine Reise ist dann nur eine ganz kleine Strapaze", berichtete Mathis. "Im zweiten Durchgang ist mir viel aufgegangen, mit dieser Fahrt bin ich sehr zufrieden", so Mathis, dessen Vater Guntram auch Servicemann des US-Stars Bode Miller ist und dessen Taufpate Christian Klien heißt. "Es ist unglaublich, echt traumhaft, ich bin einfach nur super happy", erklärte Mathis.

"Mathis hat keinen Respekt vor dem Alter", meinte Reichelt lachend. "Als ich gehört habe, dass er erst um zwei Uhr in der Nacht angekommen ist, dachte ich mir: 'Das wird heute nichts.' Aber vielleicht sollte ich in Zukunft auch später schlafen gehen", sagte der Salzburger.

Keine Freude mit seinem achten Platz hatte Schörghofer. "Mich ärgert es einfach, dass ich nicht das runterbringe, was ich drauf habe. Ich weiß, dass ich schnell genug fürs Podium bin", so Schörghofer, der den Sprung auf das Podest in einer Woche in Crans Montana nachholen will. Sein Ziel für die restliche Saison ist ein Platz in den besten drei der Riesentorlauf-Wertung.  (APA)

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Posting 1 bis 25 von 82
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Die Weisheit
00
19.2.2012, 08:54

Der Hirscher hätte ohne den Fehler im 1. DG einen Vorsprung von über 2 Sec. gehabt. Unglaublich, wie sehr er sogar dem tollen Ligety zusetzt.

Auch wenn wir uns für den Mathis freuen können, so ist der GWC nach wie vor die Krönung für einen alpinen Skirennfahrer. Marcel Hirscher, der junge wilde Salzburger, kann sich anschicken, um diese Trophäe wieder in die Heimat des alpinen Skirennsports zu bringen. Good luck!

derjungeroemer
01
18.2.2012, 22:54

schon die kleine rtl-kugel wäre ein grosser erfolg (immerhin wäre sie die erste für ö seit b.raich 2006),
noch dazu hätt ich noch zum jahreswechsel ligety für unantastbar gehalten.
sensationell diese leistungssteigerung von hirscher - und ligety zeigt nerven!

aiuto
12
18.2.2012, 20:15
Bravo Marcel Hirscher !

wir freuen uns mit Dir .

neueboeing797
61
18.2.2012, 18:11
Überschrift "Marcel Demonstration"

Ist aber schon komisch. Ihr schreibt ja auch nicht von einer

"Gregor Dominanz" (Schlierenzauer) od
"Lisl Galavorstellung" (Görgl) od
"Sebastian Solo" (Vettel) liese sich lange fortsetzen.

Wär also für "Hirscher Demonstration"

Oder ist der Name Marcel durch den Elsner bei uns in Österreich schon ins FLeisch und Blut gegangen ?

Jean-Jacques
02
18.2.2012, 18:25

liegt denk ich daran, das mathis auch mit vornamen marcel heißt ...

neueboeing797
02
18.2.2012, 18:52
Ok, Artikel schlampig gelesen und heute selbst skifahren gewesen

Unter den "Doppelmarcels" macht das Sinn.

sed s/./_242_/g
02
18.2.2012, 18:15

Wohl weil zwei Marcels unter die Top 3 gekommen sind...

werwolfi
02
18.2.2012, 18:09

Marcel & Marcel - ein wenig Randopfer des grassierenden Kevinismus, die beiden ;o)

Aber sehr sympathische Jungs, speziell das Interview mit Mathis und seinem Vorrarrrrlbergrrr-Idiom war ja echt entzückend ;oD

Man kann nur neidlos gratulieren!

Joe Dalton1
00
19.2.2012, 03:47

Jungs gibts bei den Norddeutschen, in Österreich noch immer Buben oder Burschen.

werwolfi
00
19.2.2012, 12:18

Mensch Manno, nu krieg dich mal wieder ein hier, lass dich nich kirre machen... ;oP

Zweitgeist
00
18.2.2012, 18:30

auslösendes moment des kevinismus war angeblich der englische fußballprofi kevin keegan. bei marcel muss es wohl helmut elsner gewesen sein.

werwolfi
01
18.2.2012, 18:57

“Kevinismus“ bzw. “Chantalismus“ sind ja nur die generischen Begriffe für die zwanghafte Vergabe oft ausländischer (bevorzugt französischer) und/oder exotischer Namen, die sich mit dem eher bodenständigen Nachnamen spießen ;o)

Ich glaube übrigens, dass der Film “Kevin allein zu Haus“ mehr Schuld trägt als der Fußballer...

docw
20
18.2.2012, 22:48

die erklärung für kevinismus finden sie unter:http://de.uncyclopedia.org/wiki/Kevinismus

Ivan Fedorov
00
18.2.2012, 19:24
kevin costner

der zu beginn dieser welle gerade ziemlich erfolgreich war, dürfte auch ein wenig schuld haben

werwolfi
00
18.2.2012, 20:02

Kann gut sein :o)
Kevin Spacey vielleicht auch...

sed s/./_242_/g
07
18.2.2012, 17:41

"...dessen Vater Guntram auch Servicemann des US-Stars Bode Miller ist und dessen Taufpate Christian Klien heißt."

Heinzi,bist du es?

Die Weisheit
00
19.2.2012, 08:48

Genau DAS habe ich mir auch gedacht! :)

frontside
11
18.2.2012, 17:28

bravo marlies ... äh marcel

Linkslinker Österreichfeind und Kulturbereicherer
00
18.2.2012, 16:03

So, wie er heute überzeugt hat, halte ich es für sehr sehr wahrscheinlich, dass er es schafft. Hätte mir nicht gedacht, dass die Form immer noch so gut ist.

Andreas Sonnberger2
00
18.2.2012, 16:27

Die 3 1/2 Wochen ohne Renneinsatz (trainiert hat er ja) sind ein Vorteil für Hirscher, weil er dadurch seine Akkus wieder voll aufladen konnte, währendessen seine Konkurrenten großteils von Rennen zu Rennen geeilt sind, und dort viel Energie verbraucht bzw. liegengelassen haben.

number boy
10
18.2.2012, 18:10

naja, ganzes jahr trainieren und dann ein paar läppische monate net durchhalten!? mein beruf kostet auch viel körperliche substanz, verdien zwar gut, aber sicher net so wie die schifuzzis

gratis trinken
01
18.2.2012, 20:29

Busfahren kannst nicht mit dem schiweltcup vergleichen

gabren
00
18.2.2012, 18:29

Läppische Monate?? Das sagen Sie so leichthin ... das kostet unglaublich viel Substanz! Vielleicht Ihr Beruf ja auch, das kann ich nicht beurteilen. Trotzdem müssen Sie die anderen nicht klein machen deswegen.

Herr Tee
02
18.2.2012, 15:30
Gratulation, in eindrucksvoller Manier!

Zum Thema rechnen, das können ja die Fans übernehmen:

Realistisch betrachtet ist für Hirscher, wenn er seine Leistung halbwegs so hält, Feuz um einiges gefährlicher als Kostelic im GW.
Wo wäre Kostelic denn ohne Kombi (und zugegebenermaßen derzeit auch Feuz), aber Feuz hat nun und das ist ja ebenfalls eine spezial-Disziplin von ihm noch einiges (5) SG vor sich, wo Kostelic kein Leiberl hat.
Kostelic muss jetzt darauf vertrauen, dass er besser ist als Hirscher im Slalom, sonst kann er sich den GW schnell Abschminken.

Fazit, sollte Hirscher seine Leistung halbwegs halten können (regelmäßiges Podium) und im Super G auch ein wenig Erfolg haben, holt er die große Kugel,
da Feuz und vor allem Kostelic nun die zusatz Punkte aus der Kombi abgehen

Wo woar mei Leistung?
13
18.2.2012, 14:59
Grandioser Schifahrer und kluger junger Mann

Bei den nervenden Fragen nach dem Gesamt-WC gibt er die richtige Antwort.

Er weiß, dass Rechnen nichts bringt, sondern dass er einfach nur Rennen für Rennen das Beste geben muss. Was am Ende raus kommt, wird sich zeigen.

Für den wahrscheinlichen Fall, dass trotzdem ein anderer den WC holt, bleibt er trotzdem der herausragende Schifahrer der Gegernwart. Er überdeckt die enorme Schwäche des ÖSV im Nachwuchsbereich.

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