Camp Ashraf der Exilanten soll geschlossen werden
Bagdad - Rund 400 oppositionelle iranische
Volksmujaheddin sind am Samstag vom irakischen Camp Ashraf in ein
Lager nahe der Hauptstadt Bagdad gebracht worden. "Wir kommen am Tor
von Camp Liberty an", sagte Behsad Saffari, ein Rechtsberater der
Lagerbewohner, der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Die 397
Exilanten hatten in der Nacht in 18 Bussen und begleitet von
zahlreichen Sicherheitskräften Camp Ashraf verlassen. Dort lebten
zuletzt 3400 iranische Oppositionelle.
Die Volksmujaheddin hatten sich Mitte der 1980er Jahre in dem
Lager nahe der Grenze zum Iran niedergelassen, nachdem sie zum
Verlassen ihres Exils in Frankreich gezwungen worden waren. Der
damalige irakische Machthaber Saddam Hussein unterstützte die
Organisation während des Iran-Irak-Kriegs in ihrem Kampf gegen die
Regierung in Teheran. Nach dem Einmarsch der US-Armee im Irak 2003
wurde die Gruppe entwaffnet und das Lager der US-Kontrolle
unterstellt.
Die Vereinten Nationen und der Irak hatten Ende Dezember eine
Übereinkunft getroffen, wonach die Volksmujaheddin schrittweise aus
dem Lager rund 80 Kilometer nordöstlich von Bagdad in das frühere
US-Militärlager Camp Liberty gebracht werden. Ursprünglich hatte die
irakische Regierung das Lager Ashraf bis Ende 2011 schließen wollen.
Langfristig sollen die Volksmujaheddin den Irak verlassen.
Laut einer Aussendung der "Iranischen Gesellschaft Wien" hat es am
gestrigen Freitag anlässlich der Anwesenheit von UNO-Generalsekretär
Ban Ki-moon eine Kundgebung vor dem Wiener UNO-Gebäude gegeben, um
Unterstützung für die Bewohner des Camp Ashraf zu demonstrieren.
Auch Familienangehörige von Menschen, die im Camp Ashraf schwer
verletzt worden seien, hätten sich an der Kundgebung beteiligt, hieß
es in der Aussendung. Es gebe "große Besorgnis", dass nun Camp
Liberty "zu einem Gefängnis für diese Personen wird". (APA)