Begutachtung

Pensionsentwurf erwartet keine zusätzlichen Arbeitslosen

17. Februar 2012, 19:48

Umrechnungsgewinner Frauen mit Kindern und Personen mit sehr langen Versicherungszeiten

Wien - Das Sozialministerium hat Freitagabend den Begutachtungsentwurf für die Pensionsmaßnahmen im Rahmen des Sparpakets in Begutachtung geschickt. Überraschungen blieben aus. Es bleibt dabei, dass die Höchstbeitragsgrundlage im kommenden Jahr außertourlich erhöht wird, die Beiträge für Selbstständige steigen, der Antritt der Korridorpension erschwert und verteuert wird und dass mit dem Ende der Parallelrechnung das Pensionskonto tatsächlich transparent wird.

Ziel des Pensionspakets ist, Menschen länger in Beschäftigung zu halten und damit Kosten für das Sozialsystem einzusparen. Entgegen den Annahmen des AMS geht das Sozialministerium nicht davon aus, dass negative Auswirkungen am Arbeitsmarkt die Begleiterscheinung sind: "Es ist nicht damit zu rechnen, dass ein späterer Pensionsantritt die Erwerbschancen Jüngerer schmälert", heißt es im Begutachtungsentwurf. Die Beschäftigung Jüngerer korreliere positiv mit jener Älterer, wenn insgesamt wachstums- und beschäftigungsunterstützende Rahmenbedingungen gegeben seien.

Höchstbeitragsgrundlage wird erhöht

Angehoben werden soll das Pensionsalter unter anderem dadurch, dass bis 2017 schrittweise die Anspruchsvoraussetzung für die Korridorfrühpension auf 40 Versicherungsjahre angehoben wird. Derzeit genügen 37,5. Die Abschläge steigen von 4,2 auf 5,1 Prozent jährlich. Allerdings erwartet man sich durch die erschwerten Zugangsbedingungen auch ein höheres Antrittsalter um im Schnitt 1,6 Jahre (ab 2017), womit ein Plus von 9,6 Prozent bei der Pension erreicht werden kann. Frauen sind von der Maßnahme vorläufig nicht betroffen, da ihr gesetzliches Pensionsalter noch bei 60 liegt. Für sie wird der Korridor erst ab 2028 relevant.

Bei der Invaliditätspension wird das bei ungelernten Arbeitern für den Tätigkeitsschutz relevante Lebensalter stufenweise bis 2017 vom 57. auf das 60. Lebensjahr angehoben. Durch diese Maßnahme erwartet man bei den betroffenen Personen mittelfristig einen verzögerten Pensionsantritt von durchschnittlich zwei Jahren.

Geld in die Kasse spülen soll eine außertourliche Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage im Jahr 2013 um 90 Euro. Die Mehreinnahmen daraus in der Pensionsversicherung werden kommendes Jahr mit 74 Millionen angenommen und steigen bis 2017 auf 85 Millionen. Aus dem gleichen Titel werden in der Krankenversicherung und in der Unfallversicherung zunächst 30 bzw. vier Millionen und in fünf Jahren dann 34 bzw. fünf Millionen erwartet.

Unternehmerbeiträge werden angehoben

Angehoben werden die Beiträge von Unternehmern, und zwar von 17 auf 18,5 Prozent. Auch die Beiträge der Bauern wandern nach oben.

Bereits gesetzlich fixiert wird auch, dass die Pensionsanpassung für die Jahre 2013 und 2014 unter der Inflationsrate liegen soll: kommendes Jahr um einen Prozentpunkt, das Jahr darauf um 0,8 Prozentpunkte. Es sollen dadurch bei den Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung und bei den Pensionen der Beamten in den Jahren 2013 bis 2016 in Summe rund 2,6 Milliarden eingespart werden.

Abgeschafft wird die Parallelrechnung. Bisher ergab sich die Pension daraus, dass eine fiktiv nach Altrecht und eine nach Neurecht erstellt wurde und je nach Verweildauer im System ein Mittelwert ermittelt wurde. Nunmehr werden die alten Ansprüche zu einer Kontogutschrift zusammengefasst, wobei der Verlust für den erstbetroffenen Jahrgang 1955 nicht mehr als 1,5 Prozent ausmachen darf. Das gleiche gilt für den Gewinn. Das Maximalplus bzw. Minus ist für Jahrgänge ab 1965 mit 3,5 Prozent erreicht.

Gewinner der Umrechnung sind nach Angaben des Sozialministeriums vor allem junge Invalide, Frauen mit Kindern und Versicherte mit sehr langen Versicherungszeiten. Verlierer sind demnach Personen, die eine stark schwankende Einkommenskarriere haben, da dadurch höhere Durchrechnungsverluste entstehen. Langfristig soll das Modell für das Pensionssystem kostenneutral, in den ersten Jahren ergeben sich aber durchaus Gewinnen. 2013 wird mit 19 Millionen gerechnet, danach steigt der Betrag noch an. Vorteil für die künftigen Senioren: Sie können nunmehr dem Pensionskonto genau entnehmen, wie hoch ihr Ruhensbezug einmal ausfallen wird. (APA)

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23 Postings
tunde0
01
19.2.2012, 19:51
pension

gewinner junge invalide stimmt die alimente zahlungen werden statt 14 monate nur von 12 monate gerechnet.
alleinstehende frauen können freuen.noch wenige geld für kinder

kuonrad
10
22.2.2012, 18:10

In welcher Sprache ist das geschrieben?

mfgmfg
01
19.2.2012, 16:23
Es ist nicht damit zu rechnen, dass ein späterer Pensionsantritt die Erwerbschancen Jüngerer schmälert

Das wird wohl stimmen, dafür gibt es dann jede Menge Arbeitsloser im Pensionsalter.

Sozialliberaler Buerger
00
19.2.2012, 19:23
Genau so ist es,

die Meisten, die in Invaliditätspension gehen müssen kommen aus einer jahrelangen Langzeitarbeitslosigkeit (bei Arbeiterinnen zwischen 50 und 60 sind es 80%(!)), weil es für Menschen 50+, die (schwer)krank sind, keinen Arbeitsmarkt gibt, den gibt es ja nicht einmal für gesunde 45+. Und die Frage ist auch, wer diese an sich guten Rehabmaßnahmen managen soll. Den Beamten des AMS ist das jedenfalls nicht zuzutrauen, die können ja nichteinmal jungen, qualifizierten Menschen einen Job vermitteln. Das alles ist nicht wirklich systemisch durchdacht, wie praktisch alles, was aus der Politik kommt. Kein Wunder, bei DEN PolitikerInnen und DEN Beratern (Felderer, Doralt, Tomandl.....).

Erwin Wolfram
00
19.2.2012, 08:49
...

selten so viel bloedsinn gelesen, das sozialministerium weiss nicht mal wieviel finger sie an eienr hand haben und das bei hellichtem tag...

Erwin Wolfram
00
19.2.2012, 23:33
...

zb waere es unfair und journalistisch unsauber ueber "eier" zu schreiben...

I. O.
01
18.2.2012, 21:08
Diese Regelung

betrifft der Hundsi und Co auch?????

Er soll Mal mit ca 450-750 Euro, Notstandshilfe/Mindestsicherung im Alter 50 + ca. 10 -15 Jahre lange leben.....!!!

blauwal
 
05
18.2.2012, 15:31
meine vertreter

was vertreten meine vertreter von ögb u. ak eigentlich ?? mich u. alle anderen asvgler sicher nicht. vor jahren gab es in der zentrum sendung einen ögb spitzenfunktionär (verzetnitsch ), der ein chart mit berufen in die fersehkamera hielt , wo die sterberate vor dem gesetzlichen pensionsantritt besonders hoch war. da sind die meisten leute mit 59-64 gestorben. vor allem aus berufen mit be-verarbeitung von schädlichen stoffen - lackierer -maler usw. das heist unsere vertreter ögb u. ak wissen das u. schieben trotzdem den pesnionsantritt für die asvgler weiter hinaus. eine riesen schwei...ei ! ps. von der övp habe u. hätte ich mir nichts anderes erwartet , aber vom ögb u. ak schon !

khaleb
00
19.2.2012, 21:26
na ja, der ÖGB ist eigentlich eh illegal

da er ein Verein ist, ist seinen Mitgliedern ein demokratisches Mitbestimmungsrecht einzuräumen laut Vereinsgesetz.
Ich konnte beim ÖGB oder der Spartengewerkschaft aber noch niemals irgend jemanden wählen.
Die haben da einen Passus, das, wenn 10 % der stimmberechtigten zustimmen, einfach die Mandate nach den Betriebsratswahlen vergeben werden.
Also 10 % können der restlichen 90 % ihr demokratisches Wahlrecht rauben.
Mitstimmen darf man sowieso nirgends.

Bertel Mann
02
18.2.2012, 16:17
Der ÖGB ist ganz stolz darauf, dass es zu keiner MWSt-Erhöhung gekommen ist

Die allerdings sowieso niemand wollte...

Wenn es nicht die Gewerkschaftssekretäre und unterstützenden Mitarbeiter vor Ort gäbe müsste man aus diesem Verein austreten.
Gibt es in Österreich eigentlich noch einen ÖGB-Präsidenten?

mfgmfg
02
19.2.2012, 16:24
Ja, genauso wie auf Fischdosen stehen könnte: Garantiert ohne Fleischzusatz

Erwin Wolfram
00
18.2.2012, 15:14
uebersetzung aus dem ikea katalog

sitzt du ganz lange im amt und hoerst du zu, bis du fuer arbeit gar nicht zu gebrauchen, so schenke wir dir als dank, denn du weisst ja wirklich viel, zur pensionierung kannst du auf unsere kosten eine schmauchen. denn straftaten und unfaehigkeit nennen wir schlanken staat, jetzt darfst du raten wie wir dir dein nichtstun versuessen, da du ein vorbild fuer uns bist.

Erwin Wolfram
00
18.2.2012, 15:15
...

bist statt bis

Sausends of Sam
03
18.2.2012, 15:11
Stark schwankende Einkommenskarierre...

...ist heute Usus.

Kein Mensch bleibt heute ein Leben lang in einem Betrieb. Nicht immer, weil man schon während seiner Berufsttätigkeit bereits den nächst besseren Beruf angelt, sondern oft auch wegen Einsparungen gekündigt, oder wegen technischem Fortschritt...

AMS und Co sind Dequalifizierungsmaßnahmen. Weiters wird fast jedem ein oder zwei Umschulungen bevor stehen, vor allem wegen gesundheitlicher Gründe.

Starke Schwankungen gehören aktuell zum normalen Arbeitsleben hinzu. Hatte Kollegen die nach einer glänzenden Karriere, Firmenkonkurs als "Keiler" für einen Gehalt der grad ein fünftel ausmachte, endeten, das mit 55... weils sonst nix mehr gab...

Nicht mal Selbsrtändig machen reisst einen mehr raus. (tats eh nie)

Alfred Zopf
06
18.2.2012, 13:43

Natürlich wird die Altersarbeitslosigkeit steigen, das steht sogar im Konsolidierungspapier, wo die Mittel für das AMS mit vielen Millionen € pro Jahr steigernd aufgepäppelt wird, nur ein Tel davon wird in Kursen gehen, der Großteil wird Arbeitslosengeld sein. Obige Meldung dürfte eine "Nebelgranate" sein, mehr nicht.

mfgmfg
00
19.2.2012, 16:26
55-jährige in Kurse zu schicken ist die ultima ratio dieser Regierung

leser 4712
05
18.2.2012, 11:00
verlierer sind die mit stark schwankender einkommenskarriere

da haben sie die 60er-jahrgänge "motiviert" mit ... geringerem einstiegsgehalt oder "heuer keine gehaltserhöhung", es werden eh die 15 besten jahre für die pension herangezogen.
dann haben sie die generation praktika entwickelt, und kollektivverträge "ausgehandelt", in welchen erfahrungswerte erst gar nicht zählen (siehe babe).
dann drohen sie mit abschieben in die arbeitslosigkeit, wenn es eben nicht passt.
zuletzt entledigen sie sich mit einem golden handshake.
und nun dürfen auch sie sich zu den nicht-gewinnern zählen, weil sie es verabsäumt haben, zu heiraten, gebären und familienmanagement zum hauptberuf zu machen. na denn - warum arbeiten bis zum umfallen, um dann wenig zu bekommen, gleich arbeitslos melden!

Weltfremd ?
01
18.2.2012, 16:33
Eine schöne Zusammenfassung,

es ist überhaupt ein Missstand, dass die Versicherungsmonate und nicht die Beiträge zählen.

der schwitzbär der schwitzt sehr
09
18.2.2012, 02:18
Die Pensionsreform schafft also zusätzliche Job, ja ?

äh..

und wie genau macht sie das ? bitte um nähere Info !

mfgmfg
00
19.2.2012, 16:27
ganz einfach

Beim AMS, bei den Pensionsversicherungen, bei den Sozialversicherungsanstalten usw.

Bertel Mann
08
17.2.2012, 20:21
"Es ist nicht damit zu rechnen, dass ein späterer Pensionsantritt die Erwerbschancen Jüngerer schmälert"

Das wird wohl stimmen, da sich die Firmen durch die 110 Euro Zahlung weiterhin nicht davon abhalten lassen werden, ältere Arbeitnehmer zu kündigen. Diese wiederum können sich dann viel einfacher ausrechnen, um wieviel geringer ihre Pension dank ihrer Altersarbeitslosigkeit ausfällt. Dass die komplizierte Parallelrechnung entfällt muss einem schon eine geringere Pension wert sein.

P.S.: Und der ÖGB schweigt zu dieser bewussten Erhöhung der Altersarbeitslosigkeit...

mfgmfg
01
19.2.2012, 16:28
Dass der ÖGB nicht mehr 'Druck macht, ist DER Skandal schlechthin.

Bertel Mann
00
19.2.2012, 18:24
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