Arbeitsbesuch ab Sonntag
Wien - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO)
unternimmt einen neuen Anlauf, vom Iran Auskunft über das umstrittene
Atomprogramm zu bekommen. Ein hochrangiges Expertenteam reist deshalb
am Sonntag erneut nach Teheran. Die Atomenergiebehörde hoffe, dass
ihre Experten vollen Zugang zu Dokumenten, offiziellen Vertretern und
Standorten erhielten, sagte ein Diplomat aus dem Umfeld der Behörde
der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Ein Arbeitsbesuch Ende Jänner
hatte aus Sicht der IAEA keine konkreten Ergebnisse gebracht.
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte den Iran am Freitag erneut
auf, Beweise für die friedliche Ausrichtung seines Atomprogramms
vorzulegen. "Es ist Irans Pflicht, die internationale Gemeinschaft
davon zu überzeugen, dass sein atomares Entwicklungsprogramm rein
friedliche Ziele verfolgt", sagte Ban vor Journalisten in Wien.
Teheran müsse die fünf Resolutionen des UN-Sicherheitsrats umsetzen.
Das mächtigste UN-Gremium hatte den Iran unter anderem aufgefordert,
sein Programm zur Anreicherung von Uran zu stoppen.
Der Leiter der IAEA, Yukiya Amano, hatte im November einen
alarmierenden Bericht vorgelegt. Demnach hat der Iran an Atomwaffen
gearbeitet. Teheran hat seit 2008 Fragen der IAEA zu seinem
Atomprogramm unbeantwortet gelassen. Der Iran hat eine militärische
Ausrichtung stets bestritten. Die Führung in Teheran behauptet, dass
die Forschungsprojekte ausschließlich zivilen Zwecken dienten. (APA)