Koalition will sich Steuern auf Schwarzgelder in Liechtenstein holen

17. Februar 2012, 18:52

Gespräche zwischen Wien und Vaduz - Finanzministerium: "Abkommen muss wasserdicht sein" - Einnahmen schwer abzuschätzen

Österreich und Liechtenstein verhandeln über ein neues Abkommen zur Besteuerung von österreichischem Schwarzgeld. Das bestätigten das Finanzministerium in Wien und der liechtensteinische Regierungschef Klaus Tschütscher am Dienstag. Die Abgabe soll nach Vorbild eines ähnlichen, derzeit in Verhandlung stehenden Abkommens mit der Schweiz gestaltet werden.

Der Ansatz der Bundesregierung sieht vor, bisher in Liechtenstein liegendes und nicht versteuertes Geld von Österreichern einmalig mit einem Substanzsteuer zu belegen. Der genaue Prozentsatz soll unter anderem davon abhängen, wie lange das Geld schon in Liechtenstein liegt, und sei noch Gegenstand der Gespräche, sagte Ministeriumssprecher Harald Waiglein gegenüber der APA. Zudem sollen zukünftige Zinserträge versteuert werden. Dabei sei wichtig, auch das in dem kleinen Fürstentum liegende Stiftungsvermögen miteinzubeziehen, sagte Waiglein. "Das Abkommen muss wasserdicht sein." Der österreichische Fiskus würde das Geld erhalten, jedoch keine Informationen über die Identität der Betroffenen, hieß es vom Ministerium.

"Amnestieangebot"

In dem mit der Schweiz verhandelten Abkommen ist auch die Möglichkeit für österreichische Schwarzgeld-Besitzer vorgesehen, ihre Vermögen den österreichischen Behörden zu melden. Dies werde als strafbefreiende Selbstanzeige gewertet. Der Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Klaus Hübner, hatte zuletzt kritisiert, dabei handle es sich um ein "Amnestieangebot" für "Steuerflüchtlinge".

Wie viel Geld aus der Versteuerung österreichischen Vermögens in Liechtenstein zu lukrieren ist, wollte man im Finanzministerium zunächst nicht abschätzen. Bisher gebe es keine Vergleichswerte. Von dem Abkommen mit der Schweiz erwartet man einmalig rund eine Milliarde Euro, sowie jährlich rund 50 Millionen Euro an laufenden Einnahmen. In Liechtensteins Banken liegt generell ungefähr ein Zwanzigstel des Volumens des Schweizer Finanzplatzes.

Die österreichische Bundesregierung vermutete zuletzt 12 bis 20 Mrd. Euro an unversteuerten österreichischen Geldern in Schweizer Banken. Vorbild für die geplante Abgabe auf mutmaßliche österreichische Schwarzgelder in der Schweiz ist ein deutsch-schweizerisches Abkommen. An dem Modell soll sich auch ein in der Folge geplanter Liechtenstein-Kontrakt anlehnen.

Liechtenstein an raschen Abschluss interessiert

Der liechtensteinische Regierungschef erklärte bei einem Wien-Besuch, das Fürstentum sei an einem raschen Abschluss interessiert. "Ich hoffe, dass wir bei der Besteuerung noch in diesem Jahr weitere Fortschritte erzielen können." Das habe er bei Treffen mit der österreichischen Regierungsspitze vor dem Opernball am Donnerstag erneut bekräftigt. "Liechtenstein hat seine Bereitschaft in den letzten Jahren mit 25 Steuerabkommen mehr als unter Beweis gestellt, wir sind aktiv auf Österreich zugegangen. An Liechtenstein scheitern diese Verhandlungen nicht."

Angesprochen auf die Wahrnehmung Liechtensteins als Steueroase sagte Tschütscher, er sehe heute ein geändertes Bild seines Landes. Bestechen wolle das Liechtenstein der Zukunft mit der hohen Qualität seiner Dienstleistungen und der großen Stabilität seines Finanzplatzes. "Der Kunde der Zukunft wird ohnehin nicht mehr einer sein, der steuergetrieben seine Vermögenswert kaschieren und verstecken will. Das neigt sich dem Ende zu." Tschütscher war am gestrigen Donnerstag das Große goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik verliehen worden. In der Begründung des Außenministeriums wurden auch die gemeinsamen "Maßnahmen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung" gewürdigt. (APA)

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seventy-seven
00
19.2.2012, 12:57
Die Sache ist...

zu wichtig! Kein einzelner Staat der EUdaf erlaubt sein das individuell abzuhaken. Siehe Griechenland, wird werden folgen. Die Löcher die diesse grauzonen Oasen in das in der EU erarbeitete Vermögen reisen sind Gewaltig. Eine Abgeltungssteuer wird die Kapitalucht weiterhin begünstigen....

Jan Sommer
00
27.2.2012, 17:28
Die haben keine Löcher gerissen, sondern sind Gelder,

welche halt der Staat nur in Form von Krediten zur Verfügung bestellt bekam.
Dadurch wurden erst private Vermögen geschaffen - jetzt werden sie wieder kleinweise pol. korr. "sozialisiert".
Aber nur die, welche sich dem staatlichen Zugriff in der Schweiz etc. nicht schon längst vor Jahren entzogen haben.
js

?und
12
19.2.2012, 10:36
nur einfach mal zum nachdenken

wieviel schwarzgeld liegt denn in österreich herum?
oder glaubt jemand, das die milliarden spareinlagen aus redlich versteuertem einkommen stammen?

Lünz
02
19.2.2012, 09:51
Unsere Regierung will AUF EIGENEN WUNSCH nicht wissen, wer Steuern hinterzogen hat.

Das lässt nur einen Schluß zu: bei den Betroffenen handelt es sich um die Parteien, deren Vorfeldorganisationen und ihnen nahe stehende Personen.

Jan Sommer
21
18.2.2012, 19:38
Nur die ganz Naiven haben noch Geld in der Schweiz, dessen Herkunft nicht

perfekt nachvollziehbar ist.
Die anderen sind schon sehr lange weg!
js

Android1337
20
18.2.2012, 16:57
Es gibt nun einmal Arm und Reich

Und wenn jemand in die Klasse der Armen geboren wurde, dann soll er das bitte akzeptieren. Herumjammern hilft da auch nichts. Außerdem sollte jeder das Schicksal, das Gott für ihn vorgesehen hat, demütig annehmen.

auszada
00
19.2.2012, 12:04
ironie off nachher nicht vergessen

oder "gottgegeben" weglassen. denn die systematiken sind geld- und nicht gottgegeben. Oder Sie setzen beide gleich.

money is our new god - and brands are it´s religions

Lünz
11
19.2.2012, 09:52

Bitte wandern sie nach Indien aus, fügen sich in die ihnen zugewiesene Kaste ein und verschonen uns mit ihrem "von Gott vorgegeben" Müll.

Stbo
 
01
18.2.2012, 17:55

Und das heisst auf deutsch: die, die reich geboren worden sind und vermögend sind, brauchen nicht einmal so viel Steuern zahlen wie die ärmeren, denen jeder € vom Lohnzettel gleich einbehalten wird. Und es ist auch vollkommen in Ordnung, dass die "Reichen" ihr Geld ins Ausland verschieben dürfen, um überhaupt keine Steuern bezahlen zu müssen.
Und von Ihnen aus sollte man das noch "demütig" hinnehmen. Ich glaube, Ihnen fehlt was.

Elessar
14
18.2.2012, 16:20

tja in unserer bananenrepublik werden halt steuerbetrüger auch noch belohnt!

echt toll was unsere regierung hier leistet.

Stbo
 
00
18.2.2012, 17:57

Ob die das nicht vor allem für sich selbst machen. Dass sie selbst geschützt sind. In diesen Zeiten muss man vorsorgen. Heute kommt man schneller drauf als früher.

Franz liest
28
18.2.2012, 15:51
keine Gnade!

Hier gehts nicht um ein paar tausend € die sich ein Bauhackler am Wochenende in jahrelanger Arbeit dazuverdient hat:

Die Menschen, die dort anlegen sind die Verbrecher, die den Euro an die Wand gefahren haben.

keine Gnade!

Ing. Rambo Einfältig
02
18.2.2012, 15:46
Schwarzgeld in Liechtenstein anlegen!

Ein Steuersatz von 25 Prozent ist genau die Hälfte des Spitzensteuersatzes in Österreich. Man zahlt davon auch keine Sozialversicherung und ist endbesteuert.
Sie sind neugierig geworden?

Schreiben sie an Postfach 34890 in Kitzbühel.
Die Investmentfirma JuMe u KHSwa wird Ihnen ein maßgeschneidertes Arrangement anbieten.

Rotstrichler
 
02
18.2.2012, 16:24
Steuerhinterziehung NEU!

Und die Spekulationsgewinne aus Wertzuwächsen bleiben dank einer Stiftung in Liechtenstein sowieso steuerfrei! Einfach super, dieses Geschäftsmodell. Und in Zukunft nicht einmal strafbar!!! Bravo Faymann & Spindelegger!!! Politiker mit Herz für Geldsäcke ohne sozialen Gewissen.

morgen war gestern
09
18.2.2012, 15:41

wie wäre es damit, menschen, die gegen geltendes recht verstoßen, rechtlich zu belangen?

Walter Bimini
01
18.2.2012, 15:39
soviel geld um die vielen löcher im budget zu stopfen, werden die rotschwarzen nirgends finden.

1116er
17
18.2.2012, 15:25
dabei handle es sich um ein "Amnestieangebot" für "Steuerflüchtlinge".

nicht nur.
es handelt sich auch um wischiwaschi und um weitere bevorzugung von gaunern.

die forderung kann NUR lauten:
vollständige angabe aller ö-kundendaten. name, anschrift, beträge.
wessen geld nach prüfung durch die finanz 'sauber' ist, kann damit machen, was er will.
wenn nicht, dann rambazamba!

das ist durchsetzbar, no problem. ein eher symbolischer erster akt sind verschärfte grenzkontrollen u.ä. kleinkram.
und ein wink mit: wir blockieren mit unserem veto in brüssel ALLES, was nur irgendwie im interesse von schweiz und liechtenstein liegen könnte.

diese beiden länder haben dieben geholfen, uns zu bestehlen. jahrzehntelang. sie haben sich dabei dumm und dämlich verdient. daher sollten sie auch mal dumm aus der wäsche schauen!

The Man with the Plan
00
19.2.2012, 14:14

Ähm, sie haben ja prinzipiell Recht. Aber Österreich hat genau dasselbe gemacht mit seinem Bankengeheimnis. Der Grenzverkehr mit Geldkoffern im Walsertal ist legendär.

Es ist allerdings absurd vermuteten Steuerhinterziehern ein besseres "Angebot" zu machen als denjenigen, die ihr Einkommen in Österreich versteuern.

Karl Kloiböck
 
010
18.2.2012, 15:07
Bank in der Schweiz

Schweizer Bank
Kunde flüstert:"Ich möcht eine Million Schilling anlegen."
Bankbeamter:"Reden Sie ruhig lauter. Armut ist keine Schande!"

buena1vista1
00
18.2.2012, 14:52
Das hört sich für mich ca. so an ...

ich habe einen Arbeitgeber, erlaube diesem aber nicht, meinen wirkliche Verdienst dem FA mitzuteilen und sie sollen sich dann halt 10% holen ...

Felix Kuttinger
 
01
18.2.2012, 14:44
Steuerdaten-CDs

Die ständige Bedrohung des Auftauchens von Steuerdaten-CDs sind der einzige Grund, weshalb Liechtenstein und die Schweiz Interesse an Abkommen zeigen, deren Hauptmotiv - so scheint es mir - die Rettung der organisierten Steuerhinterziehung ist. Zum Vorteil des Bankwesens "parasitärer Kleinstaaten" (deutsche Steuerfahnder). Die steuerlichen Opfer der Schwarzgeldeigner werden letztlich lächerlich gering sein. Ein kleines Opfer dafür, dass CDs mit geklauten Bankdaten hinkünftig gesetzlich ausgeschlossen sind, weil sowieso schon alles abpauschaliert ist.

Wer zukünftig noch anständig seine Steuern bezahlt, ist einfach nur einer von den Dummen. Oder sein Vermögen ist für eine lichtensteinsche Stiftung zu klein.

Walter Bimini
02
18.2.2012, 15:32
oder er kennt die angelsächsischen steuerparadiese nicht

Felix Kuttinger
 
00
18.2.2012, 16:31

Naja, die sind 1) nicht ums Eck und 2) nicht so stabil.
Ich hätte mein Geld schon lieber in Liechtenstein oder in der Schweiz als auf den Kaimaninseln gebunkert.
Steuerdaten-CDs können überall auftauchen.

Walter Bimini
00
18.2.2012, 23:23
die kanalinseln sind auch nicht viel weiter weg

und in den usa kann man noch viel leichter anonyme konten eröffnen. wenn man auf nummer sicher geht, dann ist allerdings singapur besser.

Ritter von Beerlauch
02
18.2.2012, 14:36
Alles Mist

unsere Politiker werden sich ja wohl nicht selbst neue Steuern auferlegen.

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