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Vielleicht wird der Filmproduzent David Groenewold die Deutschen noch mit vielen Filmen beglücken und mit dem einen oder anderen Streifen ganz groß herauskommen. Jung ist er mit 38 Jahren ja noch.
Möglicherweise aber hat er die beste Story seines Lebens gerade geliefert: "Wie ich meinen Freund, den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, zu Fall brachte." Unabsichtlich natürlich. Groenewold wollte Wulff ja nie etwas Böses. Im Gegenteil: Er wollte immer gut für ihn sorgen und für sich selbst natürlich auch.
Groenewold stammt aus Berlin. Er absolviert das Nobelinternat Salem am Bodensee, studiert Politikwissenschaften und Volkswirtschaft an der London School of Economics. Dann jobbt er bei der Late Show with David Letterman in New York und kehrt schließlich nach Berlin zurück.
Dort gründet er 1997 eine erste Produktionsfirma und ist häufig zu Gast in den Klatschspalten. Ständig sind schöne Frauen um ihn, der so tolle Partys gibt und ein 800 Quadratmeter-Townhouse bewohnt.
Dass er in der Welt des Geldes lebt, verheimlicht er nicht. Als in das Haus von Freunden in Südfrankreich eingebrochen wird, zitiert ihn das Boulevardblatt B.Z.: "Rolex-Uhren, Handtaschen, neue Filmideen geklaut, zum Glück haben die Einbrecher unseren Champagner-Vorrat nicht entdeckt. "
2004 lernt Groenewold bei Dreharbeiten in Niedersachsen den damaligen Regierungschef Christian Wulff (CDU) kennen. Viele rätseln, warum Glamour-Groenewold und Bieder-Wulff einander so gut verstehen und später sogar zu Freunden werden.
Die Freundschaft hat jedoch für beide handfeste Vorteile: Niedersachsen fördert Groenewolds Filme und bewilligt eine Bürgschaft für eine von dessen Firmen, die sich später als Briefkastenfirma entpuppt. Die Hilfe kommt Groenewold gut zupass, wird er doch 2010 vom Berliner Landgericht zu 250.000 Euro Schadenersatz verurteilt, weil eine seiner Firmen Geldanlagen prominenter Schauspieler nicht wie vorgesehen vermehrte.
Groenewold führt Wulff nicht nur in die Welt der Stars und Sternchen ein, sondern revanchiert sich, wie die Staatsanwaltschaft vermutet, mit Urlauben in Sylt und München.
Groenewolds Filmwerk ist übrigens ziemlich umfangreich. Er produzierte den Wixxer, aber auch Elementarteilchen und zuletzt die Politsatire Zettl. Deren Untertitel, aber das ist sicher nur zufällig, lautet: "Unschlagbar charakterlos." (DER STANDARD-Printausgabe, 18./19.02.2012)
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