Gipfel zu Taliban ohne USA

Christine Möllhoff, 17. Februar 2012, 18:35

Treffen der Staatschefs von Pakistan, Iran, Afghanistan

Islamabad/Neu-Delhi - Bei einem Gipfel in Islamabad redeten die Präsidenten von Afghanistan, Pakistan und dem Iran am Freitag über mögliche Friedens-Gespräche mit den Taliban, die USA waren nicht eingeladen. Auch der amerikanische "Lieblingsschurke", Irans Staatschef Mahmud Ahmadi-Nejad reiste aus Teheran an. Allein dies dürfte in den USA für Stirnrunzeln gesorgt haben.

Ahmadi-Nejad, Afghanistans Präsident Hamid Karzai und sein pakistanischer Kollege Asif Ali Zardari wollten zeigen, dass sie auch eine Lösung an den USA vorbeizimmern könnten. Besonders empört sind die drei Regionalmächte, dass die USA sie bei den Vorgesprächen mit den Taliban in Katar nicht eingebunden haben, immerhin betrifft jede Lösung zunächst sie und nicht die Bürger Amerikas. Die zentralen Streitfragen lauten: Wer hat die Verhandlungshoheit? Wessen Handschrift trägt ein möglicher Deal? Und wessen politischen Zielen dient er - denen Afghanistans, der Region oder vorrangig denen der USA?

Karzai pocht darauf, dass das Mandat bei Afghanistan liegt. Die USA hätten nicht das Recht, im Namen der Afghanen mit den Taliban zu verhandeln, zürnte er. Auch Pakistan und der Iran stellten sich nun hinter einen von "Afghanistan geführten" Friedensprozess und damit indirekt gegen eine Führungsrolle der USA. "Die Probleme der Region müssen regional gelöst werden", forderte Ahmadi-Nejad. Es gibt nur ein winziges Problem: Die Taliban wollen partout nicht mit Afghanistans Präsidenten reden. Boshaft dementierten sie prompt Karzais Aussagen im Wall Street Journal, Gespräche hätten begonnen.

Doch da könnte Pakistan ins Spiel kommen. Angeblich beherbergt es weiter die Spitze der afghanischen Taliban. Beinahe flehentlich drängt Karzai Pakistan seit Wochen, die Führungsclique um Mullah Omar zu Gesprächen mit seiner Regierung zu zwingen. Auch der Iran, spielt eine Schlüsselrolle: Teheran unterstützt kräftig die Nordallianz, also die Gegner der Taliban. (DER STANDARD-Printausgabe, 18./19.02.2012)

Captain Smoker
00
21.2.2012, 15:52
"Gipfel zu Taliban ohne USA"

Naja, zumindest ausspionieren wie üblich werden die USA sie sicher.

Herzerzog Johann
00
18.2.2012, 10:59
Die USA ...

... sollten eine Drohne vorbeischicken.
Nur zur Beobachtung selbstverständlich ...
;)

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
18.2.2012, 10:06
Die Chinesen werden dort jetzt

Kupfer abbauen usw ... und Straßen bauen, Spitäler ...

sobald die größten Olöcher halt draußen sind

suedsee insulaner
 
10
18.2.2012, 09:10
Die USA, ein Traeumerland...

Aber bessesen die welt nach ihren vorstellungen zu veraendern, um sie zu begluecken. How wrong you are !
Und immer und immer wieder werden sie eines besseren belehrt, wollen es aber nicht wahr haben. Aber sie stapfen brav weiter in ihren eigenen fussstapfen, in der hoffnung dass es doch einmal klappen wuerde. Freunde ausserhalb der EU werden mit geld an der stange zu halten, aber das dauert nicht lange wie es dieser dreiergipfel so schoen zeigt. Money cannot secure friendship !
Das haendchenalten mit A.vor der weltpresse muss fuer die amis wie ein schlag ins gesicht gewirkt haben.

Seria
13
17.2.2012, 19:54

ob die Amis jemals was richtig machen können? Kaum, den sie messen die Welt, wo immer es ist, nur nach ihren Standards und haben noch nie verstanden, daß die woanders meist nicht passen

papst benedikt
12
17.2.2012, 20:11

ihre standards passen nicht einmal bei ihnen selbst.

Observer 20
01
17.2.2012, 19:39
was jetzt wohl?

scheint so, als ob der einzige Entschluss der USA sein könnte - eiligst aus Afghanistan abziehen. Was dann mit Pakistan - dort scheint man sich auf einen Machtzuwachs einzurichten.

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