Stonehenge-Rätsel könnte eine akustische Lösung haben

17. Februar 2012, 18:51

Steinblöcke führen zu Überlagerung von Schallwellen - Auch im ältesten Steinbauwerk Perus dürfte Akustikdesign eine wichtige Rolle gespielt haben

Vancouver/Wien - Die über 5000 Jahre alten Steinkreise von Stonehenge im Süden von England haben schon zu allerlei archäologischen Spekulationen Anlass gegeben. Da zentrale Steine nach den Positionen der Sonnenwende und Tagundnachtgleiche angeordnet sind, nimmt die Archäologie an, dass die Anlage eine Art vorzeitliches Observatorium darstellt.

Doch die kultige Steinformation beherbergt auch ein erstaunliches akustisches Phänomen, das die Architekten der Anlage beeinflusst haben könnte. Das behauptet zumindest Steven Waller, ein kalifornischer Experte für akustische Archäologie. Er hat gerade auf der AAAS, der Wissenschaftskonferenz der American Association für Advancement of Science, einen vielbeachteten Vortrag gehalten.

Waller führte in Stonehenge ein Experiment mit zwei Flötenspielern durch, die für längere Zeit denselben Ton spielten. Je nach Aufenthaltsort der Zuhörer waren die Schallwellen durch die Steine verstärkt oder ausgelöscht. Geht man im Kreis um die beiden Flöten herum, so werden die Töne entsprechend lauter und leiser; an manchen Stellen ist es aufgrund der Interferenz ganz still.

Waller geht davon aus, dass sich die Benützer der Kultstätte tatsächlich auf diese Weise zur Flötenmusik bewegt haben könnten - und vom für sie unerklärlichen akustischen Phänomen beeindruckt waren. Es dürfte wie ein Wunder auf sie gewirkt haben, so Waller, "und wie eine Vision, die ihnen das Jenseits schickt". Deshalb hätten die Erbauer die Steinblöcke genau so angeordnet, wie es ihnen die Interferenzmuster vorgaben.

Akustik-Labyrinth in Peru

Wallers Vortrag bei der AAAS-Tagung in Vancouver war indes nicht der einzige, in dem es um akustische Archäologie ging. Eine interdisziplinäre Forschergruppe der Universität Stanford in Kalifornien hat in der nordperuanischen Tempelanlage Chavín de Huántar, dem ältesten Steinbauwerk Perus, einige Tests durchgeführt, die ebenfalls darauf schließen lassen, dass in dem rund 3000 Jahre alten Tempel Akustikdesign eine wichtige Rolle spielte.

Die Forscher um Miriam Kolar hatten nahe der Anlage Reste von Muschelhörnern gefunden. Bei Experimenten mit deren trompetenartigem Klang zeigten sich gleich mehrere beeindruckende akustische Phänomene: Die verwinkelten Gänge sorgten zum einen dafür, dass nur der Sound der Muschelhörner von innen nach außen drang und alle anderen Frequenzen herausgefiltert wurden. Zum anderen ließ sich in der labyrinthischen Anlage nicht erkennen, aus welcher Richtung die mystischen Töne kommen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 18./19.02.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 155
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Ty po gr af ie
30
21.2.2012, 11:52
so ein schwachsinn

Und wieviel Zeit hat der "Akustik Archäologe"
verschwendet damit er so einen Blödsinn
verzapfen kann?

Laughing Magician
00
22.2.2012, 12:46

der macht eine studie, die natürlich von anderen bezahlt wird, somit hat er zeit...

woifee 0.0
03
20.2.2012, 22:23

Diese Theorie in allen Ehren, aber wenn ich mich willkürlich in den Wald stelle und monoton einen Ton abspiele könnte ich auch derartige Effekte bemerken wenn ich rund herum gehe.

Mal im Ernst, wenn ich Steine im Kreis aufstelle ist ein solcher Effekt nicht zu verhindern, Absicht darin zu sehen ist reine Spekulation.

pox vobiscum
00
20.2.2012, 19:53

Stonehenge war ganz offensichtlich das HAARP der Atlanter, die sich damit ungeschickterweise dann selbst ausgerottet haben.
Also immer schön vorsichtig mit den Antennenwäldern.

Atheist von Gottes Gnaden
00
20.2.2012, 15:49

Das ist zwar cool, aber ich frage mich, ob das alles ist, was der Taschwer von der AAAS zu berichten hat. Immerhin ist die Konferenz stark vom Thema Klimawandel geprägt und davon, wie Wissenschaft und Medien zusammenarbeiten können, dass am Ende die Öffentlichkeit und vor allem Entscheidungsträger besser informiert sind.

Zinsenfeger
11
20.2.2012, 14:17
Ja aber warum denn nicht!

Es ist ja höchst wahrscheinlich, dass die kultischen Rituale von Musik begleitet waren und wie hätten sie auch ohne Sound was ordentlich Orgiastisches hingekriegt? Das ist ja kein Widerspruch zu den bisher bekannten Daten.

SLG
00
19.2.2012, 21:31

Bekanntlich muss man einen Ort, an dem man etwas versteckt hat, wiederfinden können.

Was passt da besser als eine Ansammlung von Steinen...

trollkind
00
20.2.2012, 10:57
jetzt versteh ich es !

unter stonehenge ist also doch das atommüll-endlager einer versunkenen zivilisation ^^

lg
dein trollkind

Informatiker
 
00
19.2.2012, 19:56
Es ist längst erwiesen, dass Stonehenge astronomisch/astrologischen Zwecken diente.

Durch Vorhersage von Sonnen- und Mondfinsternissen sicherte sich die Priesterkaste ihre Führungsfunktion durch vorgeblichen Einfluss auf die Gestirne.

Nick Tameer
00
22.2.2012, 21:27

Das klingt aber doch stark nach einem Recykling des guten alten Priesterbetrugs der Aufklärung und mag am Ende ein etwas eindimensionaler Erklärungsversuch sein, zumal man gar nicht so recht weiß, wie das bei diesen Stonehenge-Leuten zuging.

Nick Tameer
00
23.2.2012, 08:34

Recykling? na ja.

Informatiker
 
00
23.2.2012, 02:50
Man kann die Priesterkaste, die es ja in allen "höheren" Zivilisation gibt, nicht einfach als Betrüger brandmarken !

Es ist ein Erfolgsmodell von Gesellschaften, Menschen mit bestimmten Eigenschaften bzw. Fähigkeiten vom täglichen Überlebenskampf freizustellen. Dass dies - und wem fielen nicht sofort viele Beispiele dafür ein - nicht immer zum Gedeih der Gemeinschaft führt, ist wohl nicht zu verhindern. Aber - woher kämen andernfalls die Revolutionen ?

Fernando António Nogueira Pessoa
00
19.2.2012, 20:32

Und wie genau erweist sich solches?

Informatiker
 
00
20.2.2012, 03:47
Heinz Zemanek: Kalender und Chronologie. Bekanntes & Unbekanntes aus der Kalenderwissenschaft.

6. Auflage. R. Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-486-22795-6.

Meine Quelle ist aber Zemaneks Vorlesung an der TU Wien. Das mit der Akustik ist reiner Mumpitz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mumpitz

MegaOhm
05
19.2.2012, 14:39
Akustik als Teil der Kultur und Mittel zur Manipulation

frühe Bewohner gebirgiger Regionen waren sicher die ersten die in Tälern und Höhlen mit Echo und Hall spielten. Die Sufi Afghanistans hielten sogar an bestimmten Orten zwischen Bergen Musik und Tanzfestivals ab, wobei der Musiker gewann, dessen Sound im Tal eine stehende Welle erzeugte. In Jordanien gibt es ein unterirdisches Tempel- Höhlensystem mit überragenden akustischen Eigenschaften, denkt man dann an den Sound späterer Kuppelbauten wie dem Taj Mahal.
Würde mich nicht wundern, wenn die Druiden sich schon der hypnotischen Wirkung gezielt angewandter Akustik bedienten wie es später andere Religionen in Moscheen und Kathedralen auch taten.
Dann noch ein paar magic mushrooms aus Wales im Zaubertrank ...;-)

Nick Tameer
00
21.2.2012, 21:21

Nur wurden diese Steine nicht von "Druiden" errichtet. Die Kultur, die Stonehenge errichtete, exisierte im vierten und dritten Jahrtausend vor Chr., vielleicht auch noch im zweiten, aber die keltische Kultur bildete sich erst im 1. vorchristlichen Jahrtausend aus. Schon über die Druiden weiß man im Grunde recht wenig und über die religiösen Vorstellungen der Stonehenge-Erbauer praktisch gar nichts und Verbindungen von den einen zu den anderen zu ziehen, ist nichts als Spekulation.

Herr Breuer
44
19.2.2012, 13:56
Inquisition

Ich geh mal davon aus, wenn die katholische Kirche nicht alle Haiden (oder schreibt man Heiden?) verbrannt, verfolgt, gehirngewaschen und mundtot gemacht hätte, würden wir möglicherweise heut wissen was es mit dem Steinhaufen auf sich hat - und vieles mehr von unseren Vorfahren.´

Zinsenfeger
00
20.2.2012, 14:11

Es ist zwar noch nicht heraussen, ob die Kirche auch den Haidensterz für sich vereinnahmt hat, aber sonst so ziemlich alles, was auch schon in den heidnischen Kulten praktiziert hat: Wallfahrten, wundertätige Bilder, Reliquen, Prozessionen, fromme Gesänge und Muttergottesheiten: alles schon vorher da gewesen.

Die Inquisition ist da eindeutig zu spät gekommen, nämlich erst rund ein Jahrtausend nachher.

Fernando António Nogueira Pessoa
02
19.2.2012, 20:34

Nein, es sind natürlich die Freimauerer schuld. Die haben vor 5000 Jahren so richtig durch die Gegend gewütet ...

Herr Breuer
10
20.2.2012, 12:15
Glaub ich wieder nicht

Die Freimaurer hätten die Steine sicher nicht so "frei" in der Landschaft stehen lassen, sondern die Ritzen zugemauert.

Nick Tameer
15
19.2.2012, 18:25

Als die Kirche auftauchte, existierte die Kultur, die Stonehenge errichtet hat, lange nicht mehr. Aber ach, ja, die Druiden, das phantastische, unterdrückte und vergessene Wissen der Druiden ...

Es wäre natürlich interessant, wenn man das heute noch kennen würde, aber es dürfte uns soviel technisches Wissen vermitteln wie die Upanishaden. Gegen Cäsars Legionärs-Pioniere sahen die geheimen Künste der Druiden einfach schlecht aus.

-soso-
00
21.2.2012, 23:01

stimmt im grunde, wobei cäsar in england so gut wie gar nichts ausgerichtet hat.

montag
 
12
20.2.2012, 15:35
steinehaufen

Lieber Nick Tameer, ich danke dir für deine Kommentare hier, gleichsam als Kämpfer wider den Unsinn. Manchmal denke ich sogar, du hättest was besseres zu tun, egal, keiner sagt Dinge so am Punkt. Danke. - und ich würde auch gern die alten sachen in gleicher schrift und text lesen können ;-)

monothematisch
00
22.2.2012, 13:16

Zustimmung zum Kommentar über Nick Tameer.

Nick Tameer
00
21.2.2012, 21:51

Es ist fast unmöglich, auf solches Lob ohne irgendwelche Koketterie in der einen oder anderen Richtung zu reagieren - und gar nicht zu reagieren, ist am Ende auch nicht viel besser. Ich möchte daher ganz pontifikal-bescheiden zum Ausdruck bringen, dass ich nur ein kleiner Arbeiter im Weinberg der Rationalität zu sein begehre.

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