Lawinenopfer in Salzburg und der Steiermark

17. Februar 2012, 18:24
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13-jährige Steirerin von Schneebrett verschüttet - Ein Verschütteter im Lungau - Weiter hohe Lawinengefahr

In Salzburg und der Steiermark gingen am Freitag mehrere Lawinen und Schneebretter los. Die Lawinengefahr in Österreich bleibt weiter hoch.

Ein 13 Jahre altes Mädchen ist am Freitagnachmittag auf einem an und für sich harmlosen Hang im Ortsgebiet von Kammern im obersteirischen Bezirk Leoben von einem Schneebrett verschüttet worden, konnte aber rasch ausgegraben und ärztlich versorgt werden, wie ÖAMTC und Polizei mitteilten. Das Mädchen wurde vom ÖAMTC-Rettungshubschrauber Christophorus 12 ins LKH Graz geflogen. Sein Zustand ist laut Notarzt stabil. Es bestehe keine Lebensgefahr, so die Rettungskräfte.

Die 13-Jährige hatte am Freitag gegen 15.30 Uhr mit zwei gleichaltrigen Freunden auf einer verschneiten Wiese gespielt, die an einen zehn bis 15 Meter langen böschungsartigen Hang grenzt. Plötzlich löste sich im Bereich des Hanges ein kleines Schneebrett, riss das Mädchen mit und begrub es unter sich. Die Freunde liefen sofort zu den Eltern der 13-Jährigen, die mit einigen Helfern ihre Tochter ausgraben konnten.

Ein Verschütteter im Lungau

In Zederhaus im Lungau haben am Freitag laut Polizei drei Personen ein Schneebrett losgetreten. Ein 55-jähriger Skitourengeher wurde von der Lawine mitgerissen und wollte noch seinen Lawinenairbag auslösen, was ihm aber nicht mehr gelang. Er steckte bis zur Brust in den Schneemassen fest und schrie um Hilfe.

Zu dem Lawinenabgang kam es gegen 13.20 Uhr am Seeköpfl-Felskarspitz. Seine Freunde hatten den 55-Jährigen bereits ausgegraben, als 35 Bergretter mit acht Hundeführern, fünf Alpinpolizisten sowie der Rettungshubschrauber "Martin 10" und der Polizeihubschrauber der Flugeinsatzstelle Salzburg am Unglücksort eintrafen.

Bereits am Donnerstag war es im Laufe des Tages immer wieder zu Lawinenabgängen gekommen, zwei Menschen wurden in der Obersteiermark verschüttet und getötet.

Vier Urlauber in Salzburg gerettet

Vier Wintersportler aus Deutschland sind am Donnerstag in Mühlbach am Hochkönig (Pongau) aus lawinengefährlichen Hängen geborgen worden. Die Ski- und Snowboardfahrer im Alter von 19 bis 23 Jahren fuhren trotz Lawinenwarnstufe "vier" im freien Gelände ab, steckten dann aber im Tiefschnee fest. Einsatzkräfte eines Polizeihubschraubers bargen die Urlauber mit Hilfe eines Seils. Verletzt wurde niemand.

Drei der vier Touristen gerieten gegen 14.55 Uhr bei der Südabfahrt vom Arthurhaus in Richtung Mühlbach in einen verschneiten, steilen Hang und konnten wegen der Felsabbrüche weder vor noch zurück. Per Handy baten sie die Bezirksleitstelle St. Johann um Hilfe.

Noch während der Seilbergung ging erneut ein Notruf ein: Eine 20-jährige Snowboarderin war in der Nähe der anderen in einen Graben gefahren. Sie steckte bis zum Oberkörper im Schnee fest. Die junge Frau wurde ebenfalls vom Rettungsteam des Hubschraubers "Libelle" mit einem 40 Meter langen Tau geborgen und unverletzt ins Tal gebracht.

Weiter hohe Lawinengefahr

Die Vorarlberger Landeswarnzentrale hielt ihre Lawinenwarnung auf Stufe 4 der fünfteiligen Skala am Freitag aufrecht. Gefahrenstellen fänden sich vorwiegend in Kammlagen und Steilhängen sowie in eingewehten Rinnen und Mulden, besonders oberhalb der Waldgrenze, hieß es im Lagebericht. Lawinen könnten schon durch geringe Zusatzbelastungen ausgelöst werden, auch Fernauslösungen seien durchaus möglich. In stark eingewehten Hangzonen könne es zu Selbstauslösungen kommen. Die Lawinengefahr nehme nur langsam ab, damit bleibe die Situation für Wintersportler auch in den nächsten Tagen gefährlich, hieß es.

Auch in Tirol orteten die Experten des Landes für den Freitag eine "heikle" Lawinensituation. Unerfahrenen Variantenfahrern und Skitourengehern wurde "dringend" empfohlen, die
gesicherten Pisten nicht zu verlassen. Die Lawinensituation werde sich nur langsam entspannen.

Auf der fünfteiligen Skala wurde der Wert "3" erreicht. Die Hauptgefahr ging von Triebschneeansammlungen aus, die sich in den vergangenen Tagen gebildet hatten. Diese seien "sehr störanfällig", Lawinen daher leicht auslösbar. Es reiche dazu bereits geringe Zusatzbelastung, also das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers. Gefahrenstellen lagen in steilen Hängen aller Expositionen, bevorzugt oberhalb etwa 1.600 Metern und im Waldgrenzbereich. (APA)

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    Die Lawinengefahr im Land bleibt weiter hoch.

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