Ausbaupläne des Bahnnetzes

Geldvernichtung auf der "Achse des Unsinns"

Kommentar der anderen | Christoph Hartmann, 17. Februar 2012, 19:50

Warum der notorische Verweis auf die Dringlichkeit einer Nord-Süd-Achse auf einem Zerrbild der Realität beruht - Von Christoph Hartmann

Ein Grundsatz der Informatik besagt, dass ein System ungültige Ergebnisse produziert wenn die Eingaben ungültig waren. In eleganter Präzision wurde aus diesem Grundsatz die Kurzformel "Garbage in, garbage out" (übersetzt: Mist hinein, Mist heraus) beziehungsweise das Akronym GIGO.

Zur Verteidigung der Ausbaupläne des Bahnnetzes in Österreichs wird immer wieder auf Studien verwiesen, zu denen mir beim besten Willen nichts anderes einfällt als "Garbage in, garbage out" - zuletzt geschehen bei der kürzlichen Präsentation einer "Gesamtwirtschaftlichen Studie" zur Baltisch-Adriatischen Achse in der Wiener Wirtschaftskammer:

Der Einstig in die Thematik erfolgt durch eine grafische Darstellung der zehn Europäischen Hauptachsen. Schon ein kurzer Blick zeigt, dass diese Achsen nicht viel mehr als willkürliche Striche in der europäischen Landschaft sind, mit denen Europa kreuz und quer durchzogen werden. National bedeutsame Strecken und internationale Transitrouten werden hier ohne Rücksicht auf tatsächlich durchgängige Verkehrsströme verbunden und zu europäischen Achsen stilisiert. Das Gesamtbild spiegelt den Entstehungsprozess wieder; so sieht es aus, wenn Bürokraten in Brüssel europäische Einheit spielen (müssen). So führen beispielsweise die Verkehrswege nach Südosteuropa nicht am traditionellen Weg durch das ehemalige Jugoslawien, sondern auf verschlungenen Bergstraßen Bulgariens (da Bulgarien bereits EU-Mitglied ist). Ein anderes Beispiel: Um das erwünschte Koralm-Projekt zu retten, verlaufen die Achsen 1 und 3 ein Stück parallel, einerseits durch das nicht existierende Koralm-Tunnel und andererseits über Bestandstrecken in Slowenien. Hier haben Fachleute gezeichnet für die klar war, dass sie selbst die Frage der Nutzung der Strecken ebensowenig klären müssen wie die Frage der Finanzierung.

Auf den Spuren der Römer?

Tatsächlich ist die Baltisch-Adriatische Achse ist eine Achse ohne Geschichte und ohne Zukunft. Die alte Bernsteinsteinstraße, die oft als historischer Bezugspunkt dieser Achse genannt wird, taugt dafür recht wenig: War doch diese Bernsteinstraße nur denkbar vor dem Hintergrund einer jahrhundertelang auf die damalige Welthauptstand Rom zentrierten Wirtschaftsgeografie. Die Baltisch-Adriatische Achse würde eventuell einen Sinn ergeben, wenn Italien auf dem Weg wäre eine langfristig dominierende welt- oder zumindest regionalwirtschaftliche Rolle zu spielen.Während die Planer der Baltisch-Adriatischen Achse offenbar mit ihren Gedanken noch dem Imperium Romanum verbunden sind, haben sie andererseits in der konkreten Konzeption von den Römern nichts gelernt: Das Sprungbrett über den Limes lag mit Carnuntum zwar auf dem Gebiet des heutigen Österreich, aber von Carnuntum nach Norditalien hat man kluger Weise die inneralpinen Täler gemieden und den ökonomisch effizienteren Weg über Westungarn und Slowenien nach Aquileia gewählt...

Stichwort Güterverkehrsprognosen: Die Ostöffnung hat zu einer völligen Neuorientierung der Verkehrsströme in Europa geführt. Dennoch hat die Bahn davon nur relativ geringfügig profitieren können, die Verkehrszuwächse im Güterbereich sind unter den niedrigsten Prognosen geblieben. Alle Prognosen, wie sie auch im vorliegenden Papier wieder angestellt werden, die von einem deutlich steigenden Güteraufkommen auf der Schiene ausgehen, lassen sich nicht begründen. Die Westorientierung der osteuropäischen Länder ist abgeschlossen, die Verlagerungen der Produktion nach Osteuropa werden aufgrund sich angleichender Lohnniveaus zurück gehen, das wachsende Handelsvolumen wird nicht-bahnaffine Güter sowie Dienstleistungen betreffen. Generell wird Europa, will es nicht den globalen Anschluss verlieren, immer stärker in die Weltwirtschaft eingebunden sein und die höheren Wachstumsraten im Güterverkehr werden insbesondere im Übersee-Handel zu verzeichnen sein. Dann aber ist es sinnvoll, die jeweils direkten Verbindungen zu den nächstgelegenen Häfen auszubauen. Ein besserer Ausbau der Häfen, insbesondere in Südeuropa, könnte das Transitherz Europas entlasten - was wohl ein richtungsweisenderer Weg der europäischen Verkehrspolitik wäre, als bunte Achsen auf die europäische Landkarte zu zeichnen.

Ein immer wieder vorgebrachtes, nichts desto weniger völlig unsinniges Argument geht davon aus, dass der Ausbau der Bahn (im Sinne höherer Geschwindigkeiten und Kapazitäten auf den Hauptstrecken) zu einer Verlagerung von Gütertransporten von der Straße auf die Schiene führen würde. Das Gegenteil wird der Fall sein. Einen höheren Anteil des Bahnverkehrs am gesamten Güterverkehr als die europäischen Länder haben die USA. Und dafür gibt es einen einzigen Grund: Die Kosten. Der Tonnenkilometer im Gütertransport der US-Bahnen kostet etwa ein Zehntel des Betrages in Europa. Dafür verantwortlich sind (neben niedrigeren Personalkosten aufgrund einer höheren Produktivität) vor allem extrem niedrige Energiekosten (da die Züge sehr gleichmäßig und sehr langsam unterwegs sind - genau das Gegenteil zum europäischen "Zielbild") und niedrige Streckenkosten (wogegen die Neubau-/Hochleistungs-/Tunnelstrecken zu exorbitanten Streckenkosten in Europa führen). Der Ausbau wird daher zu noch höheren Transportkosten führen und die Verlagerung auf die Straße weiter anheizen. Daher sind gerade unter der Annahme weiterer Bahnausbauten und damit verbundener Erhöhungen der Benutzungsentgelte die Verkehrsprognosen im Güterbereich "garbage".

Ähnliches gilt für die Personenverkehrsprognosen: Tatsache ist, dass die Ansiedlung vieler Menschen im Umfeld der Städte zu tagtäglichen Strömen an Pendlern führen. Um diese Ströme in verkehrs- und umweltpolitischer Hinsicht vernünftig zu kanalisieren bietet sich der öffentliche Verkehr an, auch und gerade die Bahn. Faktum ist aber, dass die Bahn aufgrund ihres Denkens in den weit ausholdenden Netzwerken europäischer Dimension auf ihren Hauptkunden, den Pendler, nur zu gerne vergisst. Und ihn dann so gründlich verärgert, dass er lieber den täglichen Stau im Auto absitzt als weiter die Bahn zu nützen. Das Ergebnis zeigen die Verkehrsstatistiken: Einer explosionsartig erhöhten Zahl an Pendlern in den letzten 30 Jahren konnte die Bahn nur zum kleineren Teil die Benutzung der Schiene dauerhaft schmackhaft machen.

Aus nicht nachvollziehbaren Gründen glaubt die Bahn, dass sich zwischen vergleichsweise kleinen Ballungszentren (von Wien abgesehen hat Österreich nur kleine Ballungszenten) ein reger Personenverkehr entwickeln wird. Ja, die Verkehrsprognosen gehen sogar von atemberaubenden Zuwächsen aus. Gleichzeit zeigt die Realität der Bahn ständig auf, dass man hier einem Irrglauben anhängt - so musste die Direktverbindung zwischen dem zweit- und drittgrößten Ballungszentrum Österreichs (Graz und Linz) mangels Interesse eingestellt werden.

Die Bahn verliert auf der Langstrecke gegenüber dem Auto, dem Reisebus und dem Flugzeug Marktanteile. Und sie wird weiter Marktanteile verlieren. Vorliegende Beförderungsdaten sind mit großer Wahrscheinlichkeit überzogen, die angenommenen Wachstumsraten völlig aus der Luft gegriffen. Transnationale Zugverbindungen wurden in den letzten Jahren tendenziell eher eingestellt als zusätzlich eingerichtet. Viele von der Bahn beauftragten Studien gehen von jenen Passagierzahlen aus, die von der Bahn selbst erhoben werden. Schon ein einfacher Vergleich der "offiziellen" Passagierzahlen mit den Einnahmen im Personenverkehr zeigt jedoch, dass sich diese Passagierzahlen offenbar immer weiter von der Realität entfernen. Wenn nur falsche Zahlen am Beginn der Untersuchung stehen, dann kann auch kein vernünftiges Ergebnis herauskommen. Garbage in, garbage out.

Fazit: Die Baltisch-Adriatische Achse ist die Achse des Unsinns: Eine faktisch nicht existierende Achse wird ausgebaut mit Geld, das nicht vorhanden ist, um Güter und Personen zu befördern, die heute und in 100 Jahren nicht befördert werden wollen. (DER STANDARD, Printausgabe, 18./19.2.2012)

CHRISTOPH HARTMANN ist Wirtschaftspublizist und war u. a. als Nachfolger des legendären Journalisten Horst Knapp Chefredakteur und Herausgeber der "Finanznachrichten".

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ama2deus
11
20.2.2012, 16:19
achse des unsinns

die strecke wien-graz-klagenfurt kann man nicht mit der strecke graz-linz vergleichen - natürlich ist das verkehrsaufkommen zwischen zweit- und drittgrößter stadt gering.

aber dass national wichtige schienenstrecken sehr wohl ein zuwachspotential haben, zeigt der ausbau der westbahn.
die südbahn ist - nach der westbahn - die zweitwichtigste nationale bahnverbindung, und sie hat einerseits massiven wettbewerbsnachteile gegenüber der der schnellstraßen nach graz, andererseits ausbaupotential.

da die trasse über den semmering führt, wird man nicht umhinkommen tunnel zu graben.

Salz Burger
00

Die nationalen Verbindungen werden immer weniger wichtig, seit das kleine Land mit den Bergen in der Mitte in der EU ist. Da ist Salzburg näher an Rosenheim/München, als an Wien. Und fast alle anderen Hauptstädte in Österreich sind näher an größeren Städten außerhalb des kleinen Landes, als im Inland.

R. Lexer
00
27.2.2012, 14:06

Vergessen's den Personenverkehr. Der spielt in solchen Wirtschaftlichtkeitsüberlegungen nur eine sehr untergeordnete Rolle.

bahnfan
02
19.2.2012, 19:23
Ein seriöser Vergleich mit amerikanischen Bahnen

ist empfehlenswert. Dort fahren Züge mit 10.000 t über ähnlich steile Gebirgsstrecken (2.2% anstatt 2.6%) mit teilweise noch kleineren Kurvenradien. Unsere Güterzüge haben max. ca. 1.500 t! Gründe: in Amerika nur vierachsige Wagen und vor allem: die Mittelpufferkupplung! Diese ermöglicht weit stärkere Zug- und vor allem Druckkräfte mit günstigerem Kräfteverlauf, der auch die Geleise schont. Die seit einigen Jahren entwickelte europäische Mittelpufferkupplung kuppelt automatisch auch eine Luft (Brems)- und Elektroleitung und würde die Güterbahn um vieles produktiver und effizienter machen. Die Kosten für alle österr. Güterwagen liegen bei ca. 10% der Kosten des Brennertunnels, aber unsere Ministerin muss vorrangig die Baulobby bedienen!

R. Lexer
00
27.2.2012, 14:15

Das wenigste Rollmaterial am Brenner dürfte österreichisch sein. Wir müssten also im Grunde die Schraubkupplungen von fast ganz Europa und teilweise Asien umrüsten. Wünschenswert, aber ziemlich utopisch, wenn ich mir anschaue, wie schleppend das schon mit ETCS funktioniert.

Und aus Kundensicht ist es eher die Bürokratie dahinter, die so sehr von der Bahn abschreckt. Um mal eben kurzfristig eine Palette oder einen LKW von A nach B zu schicken, braucht es meist nur einen Anruf. Die Bahnen bieten einem wahlweise gleich einen ganzen Zug, oder die Verbindung gleich eine Fahrplanperiode lang an.

Pogled
03
19.2.2012, 20:50

Man könnte auch theoretisieren, daß eine rechtzeitige gesamteuropäische Eisenbahnmodernisierung samt Verkehrslenkung soviel Gewinn und Bedarf erzeugt hätte, daß der BBT notwendig und selbsterhaltend gewesen wäre.
Niemand kann mir vom technischen Ansatz her einreden, daß ein extrem verschleiß- und fahrerbehafteter LKW-Verkehr kostengünstiger als ein Bahnverkehr (auf Containerbais etc.) sein muß.

Ich habe selbst noch in den 70/80igern Güter bahnverladen. Voranmeldezeiten für einen Waggon von 2 Wochen und Laufzeiten von 3 Tagen für 100 km waren ein einmaliger Hit.

Arnold Hau
22
19.2.2012, 18:21
Schwacher Artikel

Ja, es wird heute gezielt der Auto bzw. LKW-Verkehr gefördert. Und ja, das führt dazu das die Bahn abbauen muss, wenn man sie unter Kostendruck setzt. Logischerweise.

Der Koralmtunnel dürfte eher nicht sehr sinnvoll sein, aber die Argumentation liegt daneben.

Die Frage ist ja nicht "was passiert". Solche Dinge sind nicht wie das Wetter und passieren von selber. Die Frage ist was man will und wie man es steuert. Heute steuert man in Richtung Autoverkehr, aber warum will man das?

Peter Rosegger
11
19.2.2012, 16:26
Waere interessant to wissen welche Meinung Experten vor 150 Jahren hatten

Bin mir sicher dass es auch genug Scharlatane gab die sagten "das rentiert sich nie", "Wer braucht so einen Schmarrn", etc.

Salz Burger
00

Vor 150 Jahren gab es keine anderen leistungsfähigen Verkehrsmittel. Das Auto war noch nicht erfunden. Ohne Konkurrenz ist die Bahn ein gutes Geschäft.

wer wenn nicht er
00
19.2.2012, 19:21
Vor 150 Jahren war die Bahn ein Milliardengeschäft!

Bahnlinien wurden von freien Unternehmern gebaut. Das selbe galt für Straßenbahnen usw.

Erst in den vergangenen 40 Jahren kam man auf die wahnsinnige Idee, 5 Milliadren Steuergeld Jahr für Jahr (Das 2,5-fache sämtlicher staatlicher Bankenrettungen seit 2008 JEDES JAHR!!!) in die Bahn stopfen zu müssen.

Dafür verlangt die Politik vollkommen unrentable Dinge, z.B. überzogene Sozialleistungen, Erhalt menschenleerer Nebenbahnen etc.

Die Bahn baut also nicht DORT aus, wo sie Einnahmen = Bedarf nach öffentlichen Transport sieht, sondern dort wo Politiker sich selbst ein Denkmal setzen wollen.

DAS ist das Problem!

Nebeneffekt: Die Bahnförderungen der letzten 40 Jahre sind in Summe mehr als die Hälfte der gesamten Staatsschulden Österreichs!!!

Pogled
02
19.2.2012, 20:40

Man hat mit dem Geld nicht Eisenbahnen an den Stand der Technik angepasst, sondern eine prähistorische (Wähler)Struktur am Leben erhalten.
Das es auch anders geht, sieht man gleich nebenan in der Schweiz.

(Dort hat ein lebenslustiger Onkel von mir versucht, sich mit Pseudoleiden und Lernunwilligkeit (Abschied von der Zwickzange) mit jugendlichen 61 Jahren von der Bahn verpensionieren zu lassen. Wiedergefunden hat er sich beim Bahnhofsreinigungspersonal)

wer wenn nicht er
01
19.2.2012, 22:24
In der Tat, ja

Ich bin langjähriger Kunde der schweizer Bahn und ein Fan dieser:
- Die kommen mit ca. der Hälfte des Personals aus wie die ÖBB, bei besserem Service und höheren Marktanteilen.
- Die staatlichen Zuschüsse sind dramatisch geringer.
- Unrentable Nebenbahnen werden an Kantone übertragen, wenn Provinzpolitiker diese mit Verlust weiter betreiben möchten.

Egal wie:
- Die Bahn sollte ohne oder mit zumindest dramatisch geringeren Zuschüssen auskommen.

Übrigens:
- Auch die Straße sollte übrigens kostendeckend betrieben werden, vom Bau, Erhalt, Betrieb, der polizeilichen Verkehrsüberwachung bis hin zu Folgekosten durch Lärm, Abgase etc.
- Flugkerosin sollte wie Benzin besteuert sein.
-> Verursacherprinzip!

Pogled
01
19.2.2012, 22:55

Mir kommt so vor, als sei die Bahn dem Schweizer ein nationales Heiligtum umd dem Österreicher ein nationales Ärgernis.
Irgendwo muss da etwas schief gelaufen sein.

Legendäres Erlebnis für mich: der Fahrdienstleiter eines allerliebsten Nebenbahnhofs, welcher am frühen Sonntag den Bahnhof eigenhändig mit Besen und Fetzen bearbeitet.

Angela Glockenklanng
21
19.2.2012, 19:21
Gegen die Konkurrenz Postkutsche und Pferdelastwagen war die Bahn eine Revolution

und eine gigantische Erleichterung des Reisens und Transportierens. Gegen die Konkurrenz Auto sind die Unterschiede einfach nicht mehr sehr attraktiv. Vor- und Nachteile heben sich schon auf. Das sagt der gesunde Hausverstand. Die Bahn in Europa führt heute ein Rückzugsgefecht wie einst die Postkutsche, heftig unterstützt von der linken grünroten politischen Lobby der Eisenbahner und der rechten Lobby der Baumafia.

Salz Burger
00

ja, so sieht es aus. Es ist halt schwer, sich zurückziehen zu müssen, wenn man 100 Jahre lang den Verkehr beherrscht hat. Hoffentlich wird dabei nicht noch allzuviel Geld verbraten.

Zetor
02
19.2.2012, 17:41
Scharlaten würde ich nicht sagen, eher Interessenvertreter.

Als die Eisenbahnen Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut wurden, wurden die Bahnhöfe jeweils am Orts- bzw. Stadtrand gebaut.
Hauptsächlich deswegen, weil die etablierten Fuhr- und Transportunternehmer die Konkurrenz - zu Recht - fürchteten.
Stockkonservative Meinungen des Klerus und anderer gegen alles Neue bzw. gegen jeden Fortschritt taten ihr übriges.
Wenn Erzherzog Johann, der Modernisierer der Steiermark und der politische Vater der Südbahn, nicht so visionär gewesen wäre, wäre z.B. die Steiermark heute noch ein landwirtschaftlich und kleingewerblich strukturiertes Land!
Aber Visionen, selbst wenn sie von Heerscharen von Wissenschaftlern untermauert werden, sind ja bekanntlich Krankeitserscheinungen!

Erwin Wolfram
00
19.2.2012, 16:23
...

weil sie eine gute karte nicht zu schaetzen wissen... die restliche bevoelkerung in europa schon (fluchtwege)...

cl@msy
01
19.2.2012, 16:15
Kein Wunder das in Österreich nix weitergeht...

... denn hevir irvendwas gebaut wird, stehen x Interessensgruppen da und sind dagegrn.

Ich sehe mich eigentlich als Beführworter des Bahnausbaus, doch mittlerweile habe ich nebem hunderten Argumenten, die dafür sind, schon so viele Argumente dagegen gehört, dass ich auch verunsichert bin und selber nicht mehr genau weiß, was ich von Koralm- und Semmeringbasistunnel halten soll!

Andererseits wird in diesem Land so viel Geld für so viel unnützen Blödsinn ausgegeben, ohne das sich irgendwer aufregt, aber wenn zeei bis drei Bahntunnel gegraben werden soll gehen die Wogen hoch!

Hat sich eigentlich bei irgendeinem Straßentunnel ein derartiger Widerstand gebildet?

TheSkinny
01
19.2.2012, 19:21
eisenbahnprojekte in österreich

sind nur träume, allerdings verschlingen sie millionen. mit der realisierung siehts traurig aus. bei all den im raum stehenden gegenwärtigen projekten möchte ich gerne zwei projekte in erinnerung rufen. die güterzugumfahrung st.pölten und die neubaustrecke wien-st.pölten, ehemals projekte von höchster verkehrtstechnischer bedeutung. bei beiden sollten schon längst züge unterwegs sein. bei der güterzugumfahrung st.pölten wurden schon mittlerweile vor ca. zehn jahren die erforderlichen brücken gebaut, verbindungen zwischen den brücken gibt's nach wie vor nicht.

ceteris partybus
02
19.2.2012, 17:15
Als Eisenbahnfan musst du bei Großprojekten immer äußerst skeptisch sein!

Die drei Basistunnels sind im Wesentlichen das Ergebnis von jahrzehntelangem Lobbying und nicht von volkswirtschaftlicher Rationalität. Während der Semmering noch am ehesten diskutabel ist, sind Koralpe und Brenner völliger Wahnsinn, ein Zig-Milliardengrab.

Zur Durchsetzung von Infrastrukturprojekten werden Benefit-Cost-"Analyses" veranlasst. Zukünftigen Nutzen zu prognostizieren ist selbst bei bestem Willen extrem schwierig, davon abgesehen werden typischerweise Bau- & Erhaltungskosten unterschätzt und vw. Nutzen meist (weit) überschätzt. Zu diesem Phänomen gibt es einige rezente empirische Studien.

Durch Großprojekte wird Geld von sinnvolleren Kleinprojekten abgezogen, sei Tauernbahnausbau, Verbindung nach Pressburg etc.

Informatiker
 
31
19.2.2012, 14:37
Mit so einem schlechten Artikel schadet man leider einer guten Sache.

Dabei hat derStandard.at mit Frau Ungerböck doch eine geeignete Mitarbeiterin für dieses Fachgebiet.

Hackbrett Schorsch
21
19.2.2012, 14:12

"Gleichzeit zeigt die Realität der Bahn ständig auf, dass man hier einem Irrglauben anhängt - so musste die Direktverbindung zwischen dem zweit- und drittgrößten Ballungszentrum Österreichs (Graz und Linz) mangels Interesse eingestellt werden."

Eine bessere Möglichkeit sich der Unwissendheit preiszugeben, würde mir auf die Schnelle nicht einfallen.

Hackbrett Schorsch
00
19.2.2012, 14:17

*Unwissenheit.

wieso auch nicht
11
19.2.2012, 13:50

Nach dieser Logik kann man jede Infrastruktur in Österreich gleich rückbauen. Weil Innsbruck, Graz und Linz sind doch eh nur Käffer (laut Autor), da gibt es kein Verkehrsbedürfnis. In Zukunft gibt's eh nur mehr Dienstleistungen und die am Besten per PC. Also eigentlich eh kein Grund mehr das Haus zu verlassen.

Salz Burger
00

zwischen diesen genannten Städten scheint es sich tatsächlich nicht zu lohnen, ein Massenverkehrsmittel wie die Bahn zu betreiben.

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