Protest in Linz, Streik nicht ausgeschlossen

17. Februar 2012, 17:48
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"Sind kein Verein der Freundlichkeit" - Gewerkschaft will bei Lohn- und Gehaltsgesprächen auch Verhandlungen über Kollektivvertrag

Linz - Im Tauziehen um einen neuen Kollektivvertrag für die Druckerbranche (grafisches Gewerbe) hat die Gewerkschaft Freitagnachmittag in Linz protestiert. "Wir sind kein Verein der Bienenzüchter und der Freundlichkeit", betonte GPA-djp-Verhandlungsleiter Franz Bittner vor der Zentrale der Wimmer Medien, die Arbeitgebervertreter Rudolf A. Cuturi führt. Ein Streik werde nicht ausgeschlossen, hieß es. An der Kundgebung nahmen laut Veranstaltern rund 1.000 Personen teil, die Polizei sprach von 500 bis 700.

"Unsozial und ungeniert wird uns der KV ruiniert!", "Die Maschinen stehen still, wenn man uns verarschen will!", skandierten die Demonstranten. Sprüche wie "Lohnverzicht mit uns nicht", "Mein Lohn ist nicht verhandelbar" und "Einkommen sichern!" waren auf Transparenten zu lesen. Bittner warnte vor 8 Prozent Reallohnverlust sowie einem drohenden "freien Spiel der Kräfte", aus dem ein "Wildwuchs" resultieren könnte. Im Anschluss wurde eine Resolution beschlossen und an Cuturi übergeben. Dieser habe sich laut Gewerkschaft zuletzt gesprächsbereit gezeigt.

In dem Papier heißt es, dass das "Verschlechterungspaket", das u.a. 40 statt wie bisher 37 Stunden und eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten vorsieht, unannehmbar sei. "Auch die Arbeitgeber benötigen klare Wettbewerbsregeln, ohne diese wird erst recht ein Konkurrenzkampf entstehen, der den Betrieben wirtschaftlich schadet", lautet die Kritik. Die GPA-djp pocht auf ein Angebot, "das den Beschäftigten zumutbar ist". Bei den für 27. und 28. Februar geplanten Lohn- und Gehaltsgesprächen solle auch ein "vernünftiger KV" mitverhandelt werden, so die Forderung. (APA)

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