Gregor Baumgartner und die 23 Legionäre

17. Februar 2012, 17:43
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Eishockey-Statistik als Teamchef-Sorge

Wien - Ja, am Sonntag beginnt das Eishockey-Viertelfinale, es wird gut anzusehen sein, und es wird spannend. Nein, Österreichs Eishockey steht international nicht gut da, das Nationalteam wird Mühe haben, bei der B-WM im April in Slowenien wieder in die A-Gruppe aufzusteigen. Das eine geht Hand in Hand mit dem anderen, so sieht es aus. Ein kurzer Blick auf die wichtigsten Statistiken genügt. Unter den 24 besten Torschützen der Erste Bank Liga (EBEL) findet sich vor Playoff-Beginn ein einziger Österreicher, Gregor Baumgartner (Linz), auf Rang sechs. In der Punktewertung liegen mit dem Salzburger Thomas Raffl (4.), Baumgartner (14.) und dem Villacher Roland Kaspitz (19.) nur drei Österreicher unter den besten 44 Scorern.

"Die EBEL ist keine österreichische Liga, sondern eine Ausländer-Liga", bringt es Manny Viveiros auf den Punkt. Er soll Österreich als Teamchef zurück in die Erstklassigkeit führen, kein leichtes Unterfangen. "Es sieht nicht super aus", gibt Viveiros zu, der auf ein Umdenken der Vereine hofft. Gespräche sind im Gange, künftig sollen mehr Österreicher, vor allem mehr Talente zum Einsatz kommen. Viveiros: "Wenn die Klubs weiter auf Legionäre setzen, schaffen sie das budgetär nicht. Wir brauchen eine Liga mit vielen jungen Österreichern."

Viveiros wünscht sich einen Pool von hundert Cracks, die fürs Team infrage kommen, derzeit umfasse dieser Pool vierzig Spieler. Der 46-jährige Austrokanadier, kürzlich als KAC-Cheftrainer abgelöst, kann nur hoffen, dass man mit ihm als Teamchef mehr Geduld hat als in Klagenfurt. "Ich denke langfristig", sagt er, "und ich halte es für möglich, dass sich Österreich in der A-Gruppe etabliert." (DER STANDARD Printausgabe, 18./19.2.2012)

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