Strabag ergattert Autobahn-Auftrag in Italien

17. Februar 2012, 17:56
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Rom/Wien - Ein Konsortium um die österreichische Strabag-Gruppe hat einen 1,7 Milliarden Euro schweren Auftrag für den Bau von Strecken der norditalienischen Autobahn Pedemontana erhalten. Eine Milliarde Euro des Auftragswerts entfallen auf die Strabag, die 60 Prozent am Konsortium hält. Dies wurde am Freitag vom italienischen Auftraggeber bekanntgegeben.

Den Auftrag erhielt die Strabag von der Gesellschaft "Autostrade Pedemontana". Zuvor hatte ein Verwaltungsgericht den Zuschlag an das Konsortium gemäß der Ausschreibung für gültig erklärt.

Der unterlegene italienische Baukonzern Impregilo war beim Verwaltungsgericht gegen die Auftragsvergabe an die Strabag vorgegangen. Der österreichische Konzern hatte sich an der Spitze eines Konsortiums mit einem einzigen Punkt Vorsprung gegen den Konkurrenten durchgesetzt. Der Antrag Impregilos wurde abgelehnt.

Die Straße, die die lombardische Stadt Bergamo mit dem Mailänder Flughafen Malpensa verbinden soll, ist Europas größtes Straßeninfrastrukturprojekt. Die 75 Kilometer lange Verkehrsachse, die die industriereichsten Regionen Europas verbinden soll, muss bis zur 2015 geplanten Welt-Expo in Mailand fertig sein.

Mit der Strabag im Konsortium sind die italienischen Gesellschaften "Grandi lavori Fincosit", "Impresa costruzioni Giuseppe Maltauro" und "Adanti". Die Bauarbeiten sollen im kommenden Sommer beginnen. Die "Pedemontana", die schon in den 60er Jahren geplant war, aber nie gebaut wurde, wird durch die hügelige Übergangszone am lombardischen Alpenland verlaufen. Damit will man den Verkehrsbedürfnissen des Großraums Mailand entgegenkommen und den Flughafen Malpensa effizienter erschließen.

Etwas höhere Bauleistung

Der Baukonzern Strabag hat im vergangenen Jahr eine leicht höhere Bauleistung von 14,33 Mrd. Euro gemacht, was einer Steigerung von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (12,77 Mrd. Euro) entsprach, teilte das börsenotierte Unternehmen am Freitagnachmittag mit. Der Auftragsbestand lag zu Jahresende 2011 dagegen mit 13,36 Mrd. um 9 Prozent unter jenem von Ende 2010.

Gewinnzahlen 2011 wurden keine veröffentlicht, das Unternehmen verwies jedoch auch heute auf eine Prognose für den operativen Gewinn (Ebit) 2011 von Ende November in Höhe von 340 Mio. Euro.

Obwohl das unsichere Umfeld das Planen erschwere, strebt die Strabag für das Geschäftsjahr 2012 eine weitgehend stabile Bauleistung und mit einem Ebit über 300 Mio. Euro "ein recht stabiles Ergebnis an". Im vergangenen August war die Strabag für 2012 noch einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) Höhe von 330 Mio. Euro ausgegangen.

Für heuer erwartet das Unternehmen "ein weiterhin widriges Umfeld für den Verkehrswegebau" und eine "Abschwächung der Baunachfrage in Polen" nach der Fußball-Europameisterschaft. "Dem steht die Erwartung eines weiterhin soliden Geschäftes im deutschen Hoch- und Ingenieurbau" und einer "einer Verbesserung des Ergebnisses in den Nischenmärkten" gegenüber.

Der sinkende Auftragsstand sei durch Polen bedingt: Die Strabag hatte große Infrastrukturinvestitionen der öffentlichen Hand gewonnen, die 2011 teilweise abgearbeitet wurden. "Dadurch wandelte sich ein Auftragsbestand von circa 1,4 Mrd. Euro in Leistung, sodass der Auftragsbestand allein in Polen von 2,3 Mrd. auf rund 900 Mio. Euro sank".

Die endgültigen Zahlen will der Konzern erst am 27. April veröffentlichen. Der Konzern beschäftigt aktuell 76.866 Mitarbeiter. (APA)

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