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vergrößern 554x416Sitzen und schauen - Ausblick vom Jagdschloss Kühtai. Im Hintergrund dröhnt garantiert kein DJ Ötzi.
Klangschnee von 12. bis 14. April im Jagdschloss Kühtai, Kühtai 1, 6183 Silz, Tel: 05239/52 01
Info: www.jagdschloss.at
Ein leichter Windhauch weht vom Hang her. Die Sonne kitzelt an der Nasenspitze. Über dem Berg kreisen und krächzen Bergdohlen. Sonst: Nichts. Einmal tief durchatmen, Blick nach unten. Und los? Nein! Nicht! Ein bisschen noch stehen und die Stille genießen. Teil des Skifahrertraums ist schließlich die Vorfreude - sofern ihn sich der Träumende erlaubt, weil er sich die Zeit nimmt. Am Gaiskogel im Kühtai lässt sich diese Freude in vollen Zügen auskosten. Etwas abgelegen, lockt der Mugel mit Watteschnee, im Idealfall nicht plattgewälzt, sondern bauschig-flauschig weich. Das allein ist eine Wonne für sich, und das Beste: links, rechts, ober- und unterhalb ist genau niemand.
"Schnee ohne Ende", gebe es dieses Jahr, stellt Christian Stolberg fest, blaublütiger Hausherr des Jagdschlosses Kühtai. Eine knappe Dreiviertelstunde oberhalb von Innsbruck, auf 2020 Meter Seehöhe, führt der Graf das altehrwürdige Hotel als eine Art Bollwerk gegen lärmende Tiroler Ballermanndestinationen im Umland. Dass heuer sogar der Schnee passt, macht auch ihn froh.
Denn leicht hat er es nicht immer, hier heroben. "Einen Kampf gegen Windmühlen", führe er, sagt Stolberg. Das skinärrische Österreich verwechsle seit Jahrzehnten Skifahren mit alkoholgetränkter Juchheevolkstümelei und notgeilen "Auf-der-Alm-do-gibt's-koa-Sünd'"-Praktiken. Gegen diese Auffassung stellt sich der Graf mit seinem stilvollen Jagdschloss. "Ich versuche querzudenken", sagt Stolberg: "Die schweren Skiunfälle sind eindeutige Beweise: Die Pisten sind zu schnell, die Leute sind ungeübt."
Stolberg denkt daran, auf dem Aussichtspunkt eine Bank hinzustellen und ein Fernglas zu montieren. "Damit man sich hinsetzt und Zeit nimmt zu schauen." Kleine Gesten, große Wirkung.
Wiewohl die Windmühlen mächtig sind: "Ich glaube nicht, dass man Chancen hat gegen die Skiindustrie, aber zumindest muss erlaubt werden, darüber nachzudenken." Deshalb dürfen sich bei ihm Querdenker erproben. Rund um die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg (vormals Spieß) formierte sich ein Kreativteam, das neue Wege der Skikultur einschlägt. Dazu gehört etwa die Idee einer "Entschleunigungspiste": nicht brettern, sondern genießen und spüren.
Nicht alle sind einverstanden mit den Ideen der Entschleunigungsverfechter. Tourismusverantwortlichen ist das alte Rauf-runter-Spiel in Kombination mit Alkoholkonsum und Kampfgedudel bis zur völligen Erschöpfung als Einnahmequelle nur recht. Noch ist keine Langsampiste entstanden: "Sie sind skeptisch und schauen sich das in Ruhe an."
Die Bestrebungen gehen derzeit eher in Richtung Masse: Über Veranstaltungen wie die Olympischen Jugendwinterspiele will man junges Publikum anlocken. Wie Fremdkörper wirken die Anlagen nach dem Event im Jänner von der Sonnenterrasse des Schlosses aus, das 1281 erstmals historisch erwähnt wurde.
Die Stuben im Erdgeschoß und die Fürstenzimmer im ersten Stock sind von 1750. Größer könnte der Kontrast gar nicht sein: Wie ein Kleinod aus einer anderen Zeit wirkt das Anwesen.
Das Jagdschloss gilt als höchstgelegenes denkmalgeschütztes Haus in Europa. Hier wuchs auch Stolberg, ein Ururenkel Kaiser Franz Josephs, auf. Das Schloss wurde einst als Schwaighof geführt und das ganze Jahr über bewirtschaftet: "Wir waren die Grafenkinder, aber das hatte für uns keine große Bedeutung. Wir sind mit der Landwirtschaft aufgewachsen und wurden sehr bescheiden aufgezogen", erzählt Stolberg.
Nach einer Karriere im Außenamt kehrte er vor neun Jahren, nach dem Tod des Vaters, zurück ins Kühtai. "Ich hab mich sofort hineingeschmissen und vieles geändert." So bringt er von 12. bis 14. April 2012 mit dem Festival Klangschnee klassische Musik in den von Zupfgeigenhansltum verdorbenen öffentlichen alpinen Raum.
Musiker wie Denis Kozhukhin, Francesca Dego, Francesca Leonardi und das Eggner Trio spielen ein Wochenende lang auf. Freunde von Ötzis, Hansis und Gabaliers dürfte dergleichen in die Flucht schlagen. Gut so. (Doris Priesching/DER STANDARD/Printausgabe/18.2.2012)
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in seinem fast krampfhaften bestreben, ja nicht mit kommerz in berührung zu kommen, haut sich der bobo nun sogar mit altem adel auf ein packel. plötzlich genügt es, daß der graf schwört, daß er "sehr bescheiden aufgezogen wurde" und ideologische grenzen verschwinden.
ist das nicht wunderbar?
daß sie "daß" und "das" auseinanderhalten können und daß wir befreundet sind.
und außerdem bezweifle ich, daß sich die 150 ören, die der liebe herr graf pro person und tag inklusive halbpension in rechnung stellt, für einen bobo zuviel sind. wo kematen wir denn da hin? übrigens: kematen, auch sehr schön. und wenige bobos.
fahrens halt da hin:
http://www.kematen-ybbs.gv.at/content.p... ageId=4928
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