Milliardenauftrag für neues Breitbandnetz wackelt
Es läuft nicht rund für den gebeutelten
Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks: Nach dem Aufschrei über den
geplanten Stellenabbau muss das Unternehmen nun auch einen
Großauftrag für ein Handynetz der neuesten Generation auf Eis legen.
Die US-Projektgesellschaft LightSquared, die mit
Satellitenunterstützung ein LTE-Breitbandnetz in den USA aufziehen
wollte, habe bei NSN darum gebeten, den Auftrag zunächst ruhen zu
lassen, sagte eine Sprecherin am Freitag.
Order für NSN schrumpfte auf einen Bruchteil
zusammen
Ursprünglich wollte sich LightSquared für sieben Mrd. Dollar (5,32
Mrd. Euro) ein komplett neues terrestrisches Mobilfunknetz von NSN
aus dem Boden stampfen lassen. In der Zwischenzeit hat sich der
Betreiber allerdings Zugriff auf das bestehende Netz von Sprint
Nextel gesichert, die Order für NSN schrumpfte auf einen Bruchteil
zusammen.
Widerstand der
US-Regulierungsbehörde
Das mit großem Ehrgeiz und Investorenmilliarden vorangetriebene
LightSquared-Projekt war jüngst am Widerstand der
US-Regulierungsbehörde gescheitert. Der Satellitenbetrieb störe das
auch militärisch genutzte Navigationssystem GPS, hatte es zur
Begründung geheißen. Experten verfolgten die LightSquared-Pläne von
Beginn an mit Argwohn und zweifeln, ob das von Finanzinvestoren
verfolgte LTE-Vorhaben jemals Realität werden wird. Es wurden bereits
Befürchtungen geäußert, den Anlegern um den Hedgefondsmanager Philip
Falcone gehe die Luft aus.
NSN versucht sich aktuell im dritten Anlauf mit schweren
Einschnitten zu sanieren. Weltweit streicht die gemeinsame Tochter
von Nokia und Siemens rund 17.000 Stellen, das ist ein Viertel aller
Arbeitsplätze. (APA/Reuters)