Über 65 Ausstellungsstücke erbeutet
Athen - Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ist in
Griechenland ein bedeutendes Museum überfallen worden. An der
Geburtsstätte der Olympischen Spiele, im antiken Olympia, stahlen
zwei bewaffnete Unbekannte am Freitag mehr als 65 Ausstellungsstücke
von unschätzbarem Wert aus einer olympischen Sammlung.
"Sie steckten mehr als 65 Ausstellungsstücke aus Ton und Bronze
in einen Sack und flüchteten", berichtete Bürgermeister Efthimios
Kotzas. "Die Tonstücke haben dabei mit Sicherheit Schaden genommen."
Das Museum an der Ursprungsstätte der Olympischen Spiele im Westen
der Peloponnes-Halbinsel ist eines der wichtigsten antiken Museen in
Griechenland. Der griechische Kulturminister Pavlos Geroulanos bot
Ministerpräsident Papademos seinen Rücktritt an. Der Regierungschef
gab zunächst nicht bekannt, ob er das Gesuch annehmen würde.
Die Täter scheinen sich in dem Museum nicht ausgekannt und nicht
gewusst zu haben, welche Ausstellungsstücke dort gezeigt wurden.
"Die Bewaffneten hatten es auf Gold abgesehen gehabt", sagte
Geroulanos: "Sie zogen die
Museumswächterin an den Haaren und riefen: 'Wo ist das Gold?'" Die Angestellte habe den Räubern gesagt,
dass zu der Sammlung keine goldenen Stücke gehörten.
Daraufhin hätten die Männer mehrere Schaukästen mit Hämmern
eingeschlagen und Ton- und Bronzestücke mitgenommen. Die Polizei
leitete eine Großfahndung ein. Es war zunächst nicht bekannt, wie
die Täter entkamen. Die Ermittler vermuteten, dass sie in der Nähe
des Museums ein Auto abgestellt hatten und damit flüchteten.
Bürgermeister Kotzas plädierte dafür, die Sicherheitsvorkehrungen
in dem Museum zu verbessern. Bereits nach dem Kunstdiebstahl aus der
Nationalgalerie hatten Verantwortliche eklatante Sicherheitsmängel
beklagt. Die Sparpolitik der griechischen Regierung hatte viele
Museen in jüngster Zeit dazu gezwungen, Stellen für Wachleute zu
streichen. (APA)