"Swarm"-Satelliten sollen Hinweise für bevorstehenden Polsprung sammeln

17. Februar 2012, 19:55
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ESA-Satelliten werden ab Juli vier Jahre lang Messungen durchführen und Informationen zu Stärke und Richtung des Felds sammeln

Ottobrunn/München - Das Magnetfeld der Erde soll neu und vor allem wesentlich exakter als bislang von drei europäischen Forschungssatelliten vermessen werden. Mit der Mission "Swarm" will die Europäische Raumfahrtorganisation ESA über mindestens vier Jahre genaue Daten zu Stärke und Richtung des Felds sammeln. Das Magnetfeld schirmt die Erde vor Sonnenwinden ab und wird durch den flüssigen Teil des Erdkerns, aber auch durch den Erdmantel, die Erdkruste, die Ozeane sowie Einflüsse aus dem Weltall bestimmt. Die Satelliten wurden nun in Ottobrunn bei München im Raumfahrtzentrum des ESA-Partners IABG vorgestellt, wo sie letzte Tests durchliefen.

Nach der derzeitigen Planung sollen die drei Satelliten im Juli an Bord einer Rockot-Trägerrakete vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk ins All starten. Schon einige Wochen nach dem Start erwarten die Wissenschafter erste Daten. Richtig wertvoll würden die Informationen aus "Swarm" aber durch die Beobachtung über einen längeren Zeitraum, hieß es bei der ESA. Die Daten sollen dann zu einem 3D-Bild magnetischer Feldstärken zusammengefügt werden.

Hinweise auf Polsprung

Besonders interessiert die Forscher die Möglichkeit eines sogenannten Polsprungs. Da das Magnetfeld zurzeit abnimmt, könnte sich tatsächlich eine Umpolung des Erdmagnetfeldes anbahnen. Die Wissenschafter nehmen an, dass es innerhalb der nächsten 2.000 Jahre soweit sein wird. Der Vorgang des Polsprungs selbst dauerte in der Vergangenheit bis zu 10.000 Jahre. Während dieser Phase war die Erde dem Sonnenwinde verstärkt ausgesetzt.

Die "Swarm"-Satelliten werden in Höhen zwischen 450 Kilometern und 550 Kilometern die Erde umkreisen. Sie wurden unter der Führung von EADS Astrium in Friedrichshafen am Bodensee gebaut. Dies ist die vierte Erd-Beobachtungsmission der ESA. Die drei Vorgängermissionen beobachten den Wasserkreislauf auf der Erde, Erdanziehungskräfte sowie die Dicke des Eises an den Polen. (APA, red)

  • Die drei "Swarm"-Satelliten werden das Erdmagnetfeld exakt vermessen.
    foto: esa/aoes medialab

    Die drei "Swarm"-Satelliten werden das Erdmagnetfeld exakt vermessen.

  • Eine der Aufgaben des Trios wird es sein, Hinweise auf einen möglicherweise bevorstehenden Polsprung zu sammeln.
    foto: esa/aoes medialab

    Eine der Aufgaben des Trios wird es sein, Hinweise auf einen möglicherweise bevorstehenden Polsprung zu sammeln.

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