Nach Salzburg und Innsbruck

Mehrheit der Unis diskutiert über autonome Studiengebühren

17. Februar 2012, 15:30
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    foto: apa/schlager

    Da sich die Koalitionsparteien nicht auf eine gesetzliche Neuregelung der Studiengebührenregelungen einigen konnten, werden mit 1. März jene Bestimmungen vom VfGH aufgehoben, die regeln, in welchem Fall Studiengebühren zu bezahlen sind.

Mozarteum und Wiener Akademie der bildenden Künste wollen nicht kassieren, TU Wien nur bei Rechtssicherheit

Wien - Ohne Rechtssicherheit keine Einhebung von Studiengebühren - das war noch vor wenigen Monaten die Reaktion auf die Aufforderung von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP), die Universitäten sollten nach der teilweisen Aufhebung der Studiengebührenregelungen durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) einfach autonom Beiträge in beliebiger Höhe von den Studenten kassieren. Mittlerweile wird jedoch an den meisten Unis zumindest darüber diskutiert, im Rahmen ihrer Autonomie Studienbeiträge in ihren Satzungen zu verankern.

Da sich die Koalitionsparteien nicht auf eine gesetzliche Neuregelung der Studiengebührenregelungen einigen konnten, werden mit 1. März jene Bestimmungen vom VfGH aufgehoben, die regeln, in welchem Fall Studiengebühren zu bezahlen sind. Derzeit sind nur jene 15 Prozent der Studenten beitragspflichtig, die aus Nicht-EU-Staaten kommen bzw. länger als die Mindeststudienzeit plus zwei Toleranzsemester brauchen. Unter die zahlreichen Ausnahmen fallen etwa Studenten, die überwiegend berufstätig sind.

Die Rektoren der Unis Salzburg und Innsbruck haben bereits eine Wiedereinführung von Studiengebühren nach den derzeit gültigen Regeln angekündigt (DER STANDARD berichtete). In beiden Fällen muss eine autonome Einführung allerdings noch vom Senat, in dem u.a. Professoren, Mittelbau und Studentenvertreter sitzen, abgesegnet werden. An der Technischen Uni Graz will Rektor Harald Kainz ebenfalls autonom Gebühren einheben, allerdings nur in Absprache mit der Universitätenkonferenz (uniko), wie betont wird.

Studiengebühren an WU wahrscheinlich

Zumindest sehr wahrscheinlich ist, dass auch an der Wiener Wirtschaftsuni das Studium mit Wintersemester 2012/13 wieder kostenpflichtig wird. Nachdem der Uni allein im Sommersemester 1,5 Mio. Euro entgehen, werde man wahrscheinlich auf das Geld nicht verzichten können, heißt es aus dem Rektorat zur APA. Eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen soll in den kommenden Wochen fallen.

"Grundsätzlich überlegen wir das natürlich", heißt es von der Medizin-Uni Graz. Derzeit werde in der Rechtsabteilung eruiert, welcher Betrag in diesem Fall eingehoben werden könnte bzw. was das für ausländische Studenten bedeuten würde. Vor März sei aber nicht mit einer Entscheidung zu rechnen. An der Uni Linz werden autonom eingehobene Studiengebühren ebenfalls nicht ausgeschlossen, allerdings nur in Abstimmung mit der uniko, wie Vizerektor Herbert Kalb betont. Immerhin sei die Uni auf das Geld angewiesen.

An der Montanuni Leoben ist man der autonomen Einhebung von Studiengebühren ebenfalls nicht abgeneigt, dabei wäre eine Summe bis zu 500 Euro pro Semester vorstellbar, so ein Sprecher der Uni. Eine Entscheidung soll im Rektorat aber erst Ende Februar getroffen werden.

Auch an der landesgrößten Universität, der Uni Wien, ist man noch in Wartehaltung. Man sei noch in Gesprächen mit dem Ministerium, heißt es dort. Gleichzeitig wird allerdings darauf verwiesen, dass allein 2012 eine Finanzierungslücke von 7 Mio. Euro entsteht. In der Vergangenheit hat sich Rektor Heinz Engl dafür ausgesprochen, dass Unis selbst über die Höhe der Studiengebühren entscheiden dürfen.

Uni Wien überlegt noch

An den meisten anderen Unis läuft ebenfalls noch der interne Diskussionsprozess: Ob es mit dem Wintersemester wieder Studiengebühren gibt, sei letztlich eine finanzielle Frage, heißt es etwa von der Uni Graz. Derzeit komme die Uni trotz des Entfalls von 1,6 Mio. Euro im Sommersemester noch gut über die Runden. Spätestens bis Mai soll aber eine Entscheidung fallen, immerhin müssten die Studenten rechtzeitig informiert werden.

Auch an der Veterinärmedizinischen Uni laufen noch interne Gespräche, ebenso an den Medizin-Unis Innsbruck und Wien sowie der Uni Klagenfurt. An der Kunstuni Graz verweist das Rektorat ebenfalls darauf, dass im Sommersemester noch mit Studentenvertretern und Senat diskutiert werden muss. Sollten Gebühren kommen, würden diese aber sowohl für EU- als auch für Drittstaaten-Bürger in der gleichen Größenordnung wie bisher anfallen. Der Entscheidung der Uni-Gremien will auch Werner Hasitschka, Rektor der Musik-Uni Wien nicht vorgreifen. "Ich persönlich hege allerdings große Skepsis gegenüber den Studiengebühren", betonte er.

TU Wien: Nur bei Rechtssicherheit

An der Technischen Uni Wien sollen Studenten jedenfalls nur dann bezahlen müssen, wenn es eine entsprechende gesetzliche Regelung gibt - und das, obwohl die TU Wien schon jetzt rote Zahlen schreibt und ohne Studiengebühren drei Mio. Euro pro Jahr einbüßt. Ohne Rechtssicherheit werde man keine Gebühren einheben, heißt es aus dem Rektorat. Angesichts der von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) angekündigten Massenklagen sei schließlich nicht einmal sicher, ob die Unis das Geld überhaupt verwenden könnten.

Das Mozarteum in Salzburg und die Akademie der bildenden Künste in Wien haben gegenüber der APA ebenfalls angekündigt, auf Studiengebühren vorerst zu verzichten.

Die Rektorate der Uni für Bodenkultur, der Kunst-Uni Linz und der Uni für Angewandte Kunst in Wien waren vorerst für keine Stellungnahme erreichbar. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 230
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Hugo Strudl
00
18.2.2012, 22:29
Wozu ist der erklärte Sinn des Sparpakets mit dem wir unter anderen Pensionisten schröpfen

die Sicherstellung der Investitionen in Sicherheit und Bildung?

Manche Leute wollen ein amerikanisches Bildungssystem und so wie es aussieht werden sie es bekommen.

Mary F.
194
18.2.2012, 18:26
So, Sparpaket-Diskussion zu Ende. Jetzt reden wir wieder ueber Studiengebuehren ;-)

Und ich gebe auch gleich meinen Senf dazu ab: Hoffentlich einigt sich die Regierung bald auf Studiengebuehren + effizienterem und ausgebautem Stipendiensystem + Moeglichkeit der Unis fuer Aufnahmechecks!

Die romantische Vorstellung des bummelten Studenten, der 5x das Studium wechselt und nichts zahlen muss, ist zwar nett, in Zeiten, wo hinten und vorne das Geld fehlt und uns deutsche die Hoersaele einrennen, vielleicht nicht ganz angebracht.

Ausserdem profitieren in kaum einen Land Menschen so stark - gesellschaftlich wie finanziell - von einem Uniabschluss wie in Oesterreich.

Und die Geschichte mit dem armen Arbeiterkind, das wegen 500 Euro Gebuehren nicht studieren kann ist Crap. Wenn der Vater nix verdient, kriegt es eh a Stip.

Got Your Nose!
216
18.2.2012, 18:58

und damit wurden alle klischees des "modernen" bildungsfeindes zusammengefasst, dankeschön!

Soulman
124
18.2.2012, 19:30

Studiengebühren sind nicht bildunsfeindlich. In der Diktion der laisser-faire-Gratisewigstudium-Befürworter sind alle Länder mit Spitzenunis, wie etwa GB, also "bildungsfeindlich" (und/weil "neoliberal" sowieso).

Danke für die Aufklärung, hiermit kann man die "Diskussion" auch schon wieder beenden.

Es wird höchte Zeit, dass die Gebühren wieder eingeführt werden. Den Unis fehlt das Geld überall - sie sollen sie behalten.

Nur eine vertrottelte SPÖ hält an einem sozial ungerechten (!!) Retro-Dogma fest und freut sich, wenn der österr. Steuerzahler deutche NC-Flüchltinge durchfüttert. Ich kenn schon die stichhaltigen Gegenargumente - die bringen Kulturaustausch, zahlen ja soooviel Steuern bei uns und lassen die Gastronomie am Abend leben.

smea_gol
111
18.2.2012, 22:52

guter tip: www.krone.at
am besten vorher noch etwas mehr meidlinger slang auflegen bzw weniger verbergen, und los gehts mit dem studentenbashing.

wieviele armselige würmer wie sie sind hier unterwegs?
jemals selbst studiert?
oder auch: wollens das ihre kinder, enkerl, wer auch immer studiert? und überlegens mal - sie zahlen jetzt schon 43% abgabenrate - ihre kids werden ihre hilfe zum gebührenzahlen benötigen, und obwohl sie eh schon tausende von euros an den fiskus überweisen, jetzt gleich nochmal...

oder sind wir leicht ein swarowski, herberstein, kopf oder rauch?

Polka
52
19.2.2012, 00:04
Tatsache ist, dass Sie bei Studententhemen der größte Basher der User sind.

Würmer, Trolle, bezahlte ÖVP-Poster, usw. Und wie Sie mit "blub7" umgehen ist echt letztklassig. Sind Sie der "Rächer der Studenten"? Ich kenne allerdings genug, die Zugangsbeschränkungen UND Studiengebühren gut finden, da dann wenigsten, vor allem in den Massenfächern, ein zügigeres Vorankommen im Studium gewährleistet wäre.
Natürlich ist es schöner, wenn man nichts zahlen muss, man versucht aber dadurch auch schneller zu sein. Habe selbst zwischen 2002 und 2009 studiert und niemanden kennengelernt, der sich diese läppischen 370 Euro nicht leisten konnte.
Also, qualifizieren Sie, bitte, nicht jeden Poster als ÖVP-Freund oder neoliberalen De..en ab, der NICHT Ihrer Meinung und der der SPÖ (bis auf ein paar rühmliche Ausnahmen) ist.

Gurkenhobel
02
19.2.2012, 11:18
OHO!

Zweiter Username?

Onkel Gans
03
19.2.2012, 10:59

Dass sie niemanden getroffen haben, liegt wohl daran, dass an der Uni nur leute sind, die es sich leisten KÖNNEN.. Schon mal darüber nachgedacht? Die Logik ist ein Hund!

smea_gol
27
19.2.2012, 00:14

...was wollen sie eigentlich?

schauen sie sich doch um, in einem land wo eine million der menschen unter, an, oder knapp über der armutsgrenze lebt, ist es außer borniert nur arrogant zu sagen, dass 370 euro in 4 monaten läppisch sind.

aber bitte, während sie jetzt mit einem feuchten taschentuch die tränen aus blub7ens gesicht wischen (oder ists vielleicht ihr eigenens), lass ich mich in hinkunft auf gar keine diskussionen mehr mir ihresgleichen ein.
es bestätigt mir nur einmal mehr, dass in diesem land eine partie von halbschlauen liberal-konservativlingen herumläuft, ob sie schwarz oder blau wählen soll mir schon schnurz sein, die wenig gesellschaftskompetenz und solidarität zeigen.

schönen abend.

smea_gol
01
18.2.2012, 22:50

und wieder einmal vergleichen wir äpfel mit birnen, oder sogar orangen.
applaus.

smea_gol
11
18.2.2012, 18:56

geht noch mehr polemik?

Der Chronist
02
18.2.2012, 21:52

Nicht weiter die Trolle beachten. Die werden von Töchterle oder anderen Schwarzen fürs Posten bezahlt. Es macht keinen Sinn, mit denen kann man nicht diskutieren, und sie richten nicht einmal Schaden an, weil sie hier nichts anderes tun, als durh permanentes Reinmüllen zu nerven. Aber wen sollten sie überzeugen? Einfach ignorieren.

smea_gol
01
18.2.2012, 22:16

sie haben recht. voll und ganz.

Mary F.
10
18.2.2012, 18:57
Reine Absicht!

smea_gol
01
18.2.2012, 19:23

echt mit absicht kronenzeitungs-falsch-argumentation hier her gebracht?

ich hab einen vorschlag, daten sie mit user blub7, der wird sie lieben.

Mary F.
33
18.2.2012, 20:12
Ich lese die KZ nicht

Bin aber schon jahrelang an diversen Unis taetig, in Lehre und Forschung.

Wenn ich mit meinen Kollegen spreche, denken die meisten gleich. Die Ausnahmen bestaetigen die Regel.

Auch wenn es keiner wahrhaben moechte, erfolgreiche Universitaeten duerfen sich die Studenten aussuchen und heben Gebuehren ein. Wo das nicht der Fall ist, und die Unis trotzdem sehr gut sind, zB teilweise in der Schweiz oder Skandinavien, werden die Unis vom Staat mit Geld zugeschuettet.

Ein Bsp: Die ETHZ hat ugf. gleich viele Studenten wie die TUGraz, aber ein rd. 15fach hoeheres Budget, hebt Placebostudiengebuehren ein, etc.

Der halbseichte Mittelweg Oesterreichs funktioniert nicht.

Natchez
01
19.2.2012, 13:23

"Schon jahrelang an diversen Unis taetig, in Lehre und Forschung"... Darf ich raten: Existenzlektorin auf der Publizistik?

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
01
18.2.2012, 23:22

Wie kommen sie darauf, dass die Schweiz und Skandinavien keine Zugangsbeschränkungen hätten?

Aber ja, dass die internatial guten Unis viel mehr Geld haben ist nicht überraschend. In diesem Sinne sind die Österreichischen ja hoch effektiv, mit wie wenig Geld sie doch so viele Absolventen hervorbringen, die international jetzt nicht "super elite", aber durch im oberen Feld mitspielen.

Es ist nur schade, dass wer wirklich gut ist, nicht an "diversen Ö-Universitäten" tätig ist, sondern meist anderswo hingeht.

smea_gol
11
18.2.2012, 22:15

bla bla bla.

ersparens uns das.
das wird erst dann wirklich interessant, wenn sie bekanntgegeben wo sie arbeiten, welche fakultät, ....

ansonsten ist das ein schema F Krampfpost aus der lichtenfelsgasse. oder sogar schlimmer, von jemandem der der övp glaubt.

gerade als uni-mitarbeiter sollten sie die studierenden als chance sehen, nicht als hindernissgrund. weiters: die kohle ist das problem, gerade zwischen eth und tug.

also um x-ten mal den gleichen neoliberalen blödsinn schreiben, ist eher peinlich als sinnvoll

smea_gol
02
18.2.2012, 17:56

der liebe töchterle und seine spiessgesellen verstehen es geschickt einen spalt zwischen studierende und uniko zu treiben.

was heisst heimtücke auf lateinisch?

metalwoman
00
18.2.2012, 15:54

Alles Angstmache und Erpressung! Und plötzlich heißt es dann von allen Parteien im Chor, ok, bevor das kommt, führn wir halt lieber die Studiengebühren alt wieder ein.

sullivan4
00
18.2.2012, 14:19
Was ist eigentlich mit den Fachhochschulen (FHs) ?

Werden die ebenfalls Studiengebühren einheben (diejenigen FHs die derzeit gratis sind)?

Gibts dazu Ínfos?

Onkel Gans
00
19.2.2012, 11:02

soweit ich weiß werden Schulen und Ausbildungen in Österreich staatl. finanziert.

Taschenkalender
23
18.2.2012, 17:12
warum sollte eine FH

"Studien"gebühren einheben?

blub7
00
18.2.2012, 18:04
der war gut :D

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