Vorsichtige Termin-Annäherung bei der AUA

17. Februar 2012, 14:59
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Die Verhandlungen ziwschen Management und der Gewerkschaft könnten nächste Wocher weitergehen, Streikdrohung hängt in der Luft

Wien - Eine Woche nach dem Abbruch der ersten Verhandlungen könnten am kommenden Dienstag die Streitparteien bei der AUA (Austrian Airlines) an den Verhandlungstisch zurück kehren. Es geht um einen Totalumbau der österreichischen Lufthansa-Tochter, mit scharfen Eingriffen in die Gehaltsstrukturen. Die AUA-Spitze argumentiert, dass es ums Überleben der Airline geht. Die nächste Woche wird somit spannend bei der AUA. Lostag allerdings wird der 29. Februar. Da will die Mutter Lufthansa im AUA-Aufsichtsrat das neue Sparpaket bereits vorliegen haben.

Während Freitagnachmittag vonseiten der AUA-Führung verlautete, dass "laufend" mit beiden Belegschaftsgruppen (fliegendes Personal, Bodenpersonal) verhandelt werde und einzelne Termine zunächst nicht kommuniziert werden sollen, nennt die Arbeitnehmerschaft zwar Termine, macht diese aber von Konditionen abhängig. Man habe jetzt einmal den Dienstag ins Auge gefasst, sagte AUA-Bord-Betriebsrat Karl Minhard.

Vom Management seien für gestern und heute Verhandlungen angeboten worden, die der Bord-Betriebsrat zunächst nicht wahrnahm. "Der Vorstand hat uns noch nicht gesagt, über welche Punkte wir reden. Für uns steht fest: Nicht über dieses Papier" (den neuen KV-Vorschlag der AUA), bekräftigte Minhard.

KV gekündigt

Seit die AUA-Führung am vergangenen Mittwoch den AUA-Bord-Kollektivvertrag aufgekündigt und mit dem Umstieg auf den - im Schnitt um ein Viertel billigeren - Tyrolean-KV angedroht hat, ist der Streit eskaliert. Die Gewerkschaft hat ihre schon vor Wochen geäußerten Streikdrohungen für die Piloten bekräftigt. Der Druck auf Verhandlungen ist damit auf allen Seiten gestiegen.

Von Belegschaftsseite wurde heute noch eingeräumt, "solange wir reden, reden wir nicht über Streik." Man wolle nicht noch Öl ins Feuer gießen. "Wir hoffen, dass der Vorstand doch einmal bessere Berater kriegt", meinte Minhard. Die KV-Kündigung sei ein Schlag ins Gesicht gewesen.

Die Pilotengewerkschaft fürchtet, dass mit dem ersten KV-Reform-Entwurf des Managements die Kündigung von 500 Leuten verbunden sein wird. Die AUA argumentiert mittlerweile mit der Gefährdung "aller" Jobs, sollte die jetzige Totalreform des Konzerns platzen.

Um die AUA zu retten, hat am Donnerstag Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) auch mögliche weitere staatliche Zugeständnisse angedeutet. Die Airline stöhnt nicht nur wegen teurer Altverträge ihrer Piloten, sondern auch unter einem Gebührendruck und der Flugsteuer. Mit Lieferanten (darunter dem Caterer Do & Co) wird schon länger um weitere Entlastungen verhandelt. (APA)

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