Telekom Austria: Analysten erwarten für 2011 Verlust

17. Februar 2012, 14:46
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Wien - Analysten erwarten für die am Donnerstag, dem 23. Februar, anstehenden Zahlen der Telekom Austria zum Geschäftsjahr 2011 ein deutlich tieferes Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr. Während der Umsatz nur moderat gesunken sein dürfte, wird unter dem Strich, aufgrund von Abschreibungen der weißrussischen Tochter Velcom, mit Verlusten gerechnet. Sowohl das EBIT als auch das Nettoergebnis wird im negativen Bereich gesehen.

Die Umsatzschätzungen der Analysten von Erste Group, Raiffeisen Centrobank (RCB) und Berenberg Bank für das Geschäftsjahr 2011 liegen im Schnitt bei 4,65 Mrd. Euro. Gegenüber dem Umsatz des Vorjahres würde das einem Minus von über vier Prozent entsprechen.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) inkl. Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwand wird im Mittel bei 1,18 Mrd. Euro gesehen. Die Konsensus-Prognose für das zur Vergleichbarkeit bereinigte Ebitda liegt bei 1,52 Mrd. Euro und damit 7,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bereinigt wurde hierbei insbesondere um im vierten Quartal angefallene Restrukturierungskosten in Österreich.

Das Betriebsergebnis (EBIT) dürfte nach den Erwartungen der Analysten sogar in den negativen Bereich gerutscht sein, nachdem dieses an Ende des dritten Quartals noch ein Plus von 208,8 Mio. Euro ausgemacht hatte. Der Großteil der Einbußen wird hierbei von den Analysten auf die kräftigen Wertberichtigungen aus dem weißrussischen Geschäft zurückgeführt.

Wie von der Telekom Austria bereits angekündigt wurde, hatten Bilanzoperationen infolge der dramatischen Währungsabwertung in Weißrussland zu einer Abschreibung auf das Anlagevermögen von 300 Mio. Euro geführt. Dem Konzern wurde die "Rechnungslegung für Hochinflationsländer" ab dem vierten Quartal 2011 verordnet, wodurch die liquiden Mittel von Velcom an die Inflation angepasst wurden.

Die Analysten der Erste Group erwarten einem dem Konsens entsprechenden Umsatzrückgang von 4,4 Prozent, der hautsächlich auf die schwache Marktentwicklung in Österreich, Bulgarien und Weißrussland zurückzuführen sei. Am heimischen Markt lastete vor allem der harte Konkurrenzkampf im Smartphone- und Tabletgeschäft auf den Umsätzen.

Unterdessen litten die Verkaufszahlen in Bulgarien an der schwierigen wirtschaftlichen Situation im Land und der aggressiven Konkurrenz durch den bulgarischen Mitbewerber Vivacom. In Weißrussland wird das Geschäft ebenfalls von der schlechten makroökonomischen Lage belastet. Allerdings wird hier mit einer zunehmenden Kundenzahl gerechnet. (APA)

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