Urheberrecht

Niederlande wollen Copyrightgesetz lockern

Bericht | 17. Februar 2012, 15:37

Fair-Use-Regelung wie in den USA angedacht - Soll mit EU-Recht kompatibel sein

Wie Radio Netherlands Worldwide (RNW) berichtet, möchte die niederländische Regierung eine Fair-Use-Regelung, wie in der USA praktiziert, einführen. Das soll die Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material vereinfachen. Im Speziellen spricht der niederländische Justizstaatssekretär Fred Teeven in einer Diskussionsrunde YouTube an.

Flexibleres System

Bernt Hugenholtz vom niederländischen staatlichen Komitee für Urheberrecht meinte, das europäische Urheberrecht sei veraltet, da es neue Technologien nicht berücksichtige. Teeven möchte darum ein "flexibleres System für Ausnahmen im Urheberrecht finden, das auch im europäischen Kontext funktioniert".

Kreativität schützen

Marietje Schaake, Abgeordnete im Europaparlament, stimmt mit Teeven überein. Sie meinte: "Wir müssen Wettbewerb und den freien Markt sichern, aber wir müssen genauso die Kreativität schützen." Allerdings ist eine Adaptierung des Urheberrechts europaweit schwierig, da sich die Unterhaltungsindustrie mit Händen und Füßen dagegen wehrt.

Technologie vs. Urheberrecht

Fred von Lohmann, Urheberrechtsberater bei Google, meinte, dass im 20. Jahrhundert neue Technologien und das Urheberrecht immer wieder kollidiert seien - angefangen vom selbst spielenden Piano bis hin zum Videorecorder. Schlussendlich hätten die neuen Technologien aber nie der Industrie geschadet, sondern ihr noch mehr Gewinne beschert.

Keine Angst vor neuen Technologien

Darum fordert er die Industrie auf, neue Technologien anzunehmen und nicht zu fürchten. Die Politik solle so viel Flexibilität in das Urheberrecht integrieren, wie es nur geht, damit die Kreativität gestärkt werde. (soc)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
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Mathias Steinlaus
 
01
20.2.2012, 10:26
"Wir müssen Wettbewerb und den freien Markt sichern, aber wir müssen genauso die Kreativität schützen."

Wird Zeit, Geschmacksmuster und Trivialpatente fallen zu lassen ....

Ah Ha
00
19.2.2012, 22:10

Wie wäre es mit einer einschneidenden Abschaffung von über-ufernden Schutzrechten. Im Silikon Valley konnte die Elektronik-Industrie nur wegen der Durchlässigkeit des Wissens entstehen. Schnelligkeit zählte vor Patentschutz. Der Streit Apple (iPad) vs. Samsung (Tab) hat den Firmen nur gekostet und den Volkswirtschaften nichts gebracht.

smea_gol
02
19.2.2012, 14:56

wohltuender gegenspruch zum idiotischen acta.

naja, die holländer haben trotz wirtschaftsmacht und dergleichen stets bei vielen dingen die vernunft bewahrt... siehe coffeeshoprs.

warp.faktor
00
19.2.2012, 12:52
Zugegeben, KulturarbeiterInnen haben ein Problem.

Das gleiche Problem wie jede BauarbeiterIn.

Ihre Arbeit wird nur 1x bezahlt und dann nicht besonders üppig. Bisher hatten es die KünstlerInnen besser, zumindest solange die Kunstwerke nicht fast kostenlos technisch vervielfältigt werden konnten.

Aber was wäre eine Lösung?

* Einfach per gekauftem Völkerrecht (ACTA) alle technischen Möglichkeiten zu kriminalisieren, welche für Urheberrechtsverletzungen genutzt werden können und damit pauschal alle User kriminalisieren?

* Zusätzlich internationale Zensur und einen Superüberwachungsstaat einführen um derartige Gesetze zu überwachen?

* Und wie soll die DurchschnittsbürgerIn überhaupt verstehen was legal ist und was illegal? YouTube (Google) hält sich doch auch (scheinbar) nicht dran!

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11
18.2.2012, 19:11

ich bin ja (auch als kunstschaffender) für eine ausweitung des fair use prinzips, aber wenn irgendwo im zusammenhang mit urheberrecht youtube & google genannt werden, dann weiss man, dass da die gegenseite lobbyiert.
google verdient massig kohle und will keinesfalls etwas davon abgeben. google profitiert von fremden inhalten und ist nicht bereit den profit mit denen zu teilen, von denen sie leben. eine klassische ausbeutungssituation.

NaOida!
43
18.2.2012, 14:12
Es gibt nur einen Weg: 10 EUR / monat für eine Kulturflatrate, dafür habe ich zugang zu allen Musikstücken, im hintergrund läuft ein programm das mitschneidet wielange man welches lied hört und die 10 eur werden dann aliquot auf diese aufgeteilt.

Zitronenbaum
00
20.2.2012, 13:50

... err, nach deiner Idee müsste ich dann zB aber auch was von dem Geld bekommen, da ich Hobbykünstler bin und meine Bilder auch im Internet veröffentliche. Das ist auch Kultur! Kunst und Kultur beziehen sich nicht ausschleißlich auf Musik!

Martinius
02
19.2.2012, 15:09
lol

Kulturflatrate? Wenn du das willst, dann hol dir Spotify und du hast unlimitierten Zugang zu sehr viel Musik (mir ist noch kein einziger Song abgegangen) um [Ironie] 10€ [\Ironie] im Monat.

warp.faktor
02
19.2.2012, 12:54
Kulturflatrate ...

... ist eine gute Idee, aber ich möchte ganz sicher keine Überwachungssoftware auf meinem Rechner, sonst haben wir dasselbe Problem wie bei ACTA.

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01
18.2.2012, 19:07

besser fände ich kulturwertmark:
http://www.ccc.de/de/update... urwertmark

warp.faktor
00
19.2.2012, 13:11
Kulturwertmark vs. Kulturflatrate

Beide haben das gleiche grundlegende Problem. Wie kann Kunst + Kultur bewertet werden?

@ Flatrate
Durch den Staat, eine Behörde, eine Institution etc.
+ wahrscheinlich höhere Qualität
- Gefahr von Korruption u. ideologischen Motiven.

@ Wertmark
durch die User
+ individuelle Bewertung, kaum Korruption
- Manipulierbarkeit von Massen, erzeugt Mainstream u. Monopole (abhängig von Marktgröße), reduziert Vielfalt u. Anspruch

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00
19.2.2012, 13:46

klar, aber was wäre die alternative? grundsicherung für künstler? oder für alle?

warp.faktor
00
20.2.2012, 07:03
Es gäbe Alternativen ...

... die sehen aber auch nicht besonders attraktiv aus:

- Musiker finanzieren sich durch Konzerte
- Belletristik erscheint nur in gebundener Form
- Werbefinanzierung a la YouTube
- Kombination aus Downloadplattformen (Messung und Bequemlichkeit) und Flatrate ...

aceFruchtsaft
00
18.2.2012, 18:34

Der Betrag ist aber lächerlich niedrig. Kannst dir ja selbst ausrechnen, dass sich das nicht ausgeht. In Ö kämen damit im Jahr max. 1 Mrd Euro rein, damit finanzierst gerade mal den ORF, aber nichts darüber hinaus.

Alkolix
00
20.2.2012, 10:09
den

orf finanzierst du indum du wärend der werbung nicht wegschaltest und markenprodukte kaufst ;)

hekwaves
00
18.2.2012, 15:03

Äh - GIS Radio/Fernseh-Gebühr, Fernsehentgelt (erhält ORF u.A. für seinen Kulturauftrag), Kunstförderung, Landesabgabe. Dazu noch Kulturabgaben der Länder, Kulturförderungen aus normalem Steuergeld. Ja und dann noch Leerkassetten/Festplattenabgabe und ...

Das wird sich mit 10 Euro nicht ausgehen ...

Folgendes...
 
10
18.2.2012, 15:02
Was ist denn das für ein Unsinn?

Mir reicht schon die jetzige Flatrate - die Abgaben auf die Festplatten.

Die MI vertritt ja ihre Künstler und wollte das so - ich kann damit leben. Bei meinem Plattenverbrauch kostet mich das wahrscheinlich 20€ p.a. - und das reicht mir schon. Aber 10€ p.m.???

Firestar
03
18.2.2012, 12:17

Bitte den Weg weiter gehen - und vielleicht kommt es dann auch mal zu uns.

Unser Urheberrecht gehört reformiert und sehr viel mehr Möglichkeiten geschaffen!!!

Vor allem gehören Angebote wie Streaming, Fair Use, Flatrate und ähnliches ermöglicht.

murdoch block, for a truer internet
01
18.2.2012, 13:15
Ob das der richtige Weg ist??

Schreiben Sie ein kleines Buch, will Google nicht den Aufwand investieren Sie zu fragen, ob es ganze Kapitel Ihres Buches unter "Fair Use" online stellen kann.

So kanns vorkommen, dass Sie ein Buch (Roman, Fachbuch, Sachbuch, Anleitung, ...) schreiben und dann ein Jahr später im Internet lauter Referenzen auf Zitate von wenigen Kapiteln ihres Buches (eben des Google-Uploads) widerfinden.

Wäre Ihnen das auch wirklich recht? Wozu schreibens überhaupt ein ganzes Buch? Schreibens gleich nur die Google-Auszüge. ;)

Die Idee dahinter lässt sich schnell auf books.google.de anschauen. Man wird sich als kleiner Buchautor mit den Google-Anwälten rumstreiten müssen, ob 30% (oder mehr) eines 5 alten Werkes bereits unter Fair Use fallen.

Firestar
02
18.2.2012, 17:40

Die Aussage ist irreführend und hat nichts mit Fair Use zu tun.
Bei Google Books stellt der Rechteinhaber das Buch zur Verfügung (Auszug aus Google Books):
"Nachdem Sie uns eine digitale Kopie [...] übermittelt haben"

und kann das Buch jederzeit wieder zurückziehen:
"Sie können Ihr Konto jederzeit kündigen"
Link: http://support.google.com/books/par... wer=106167

Als kleiner Buchautor sollte man froh sein überall Zitate zu finden, was dadurch erst ermöglicht wird.
Meine Einschätzung ist, dass der kleine Buchautor durch Google kein einziges Exemplar weniger verkauft. Im Gegenteil durch die Bekanntheit werden ein paar mehr verkauft.

murdoch block, for a truer internet
00
18.2.2012, 21:48

aber nur nach großem protest.

man wartet nur darauf, endlich wieder praktikanten zum buchscannen abkommandieren zu können.

warum sollte ein autor sein buch auf google books stellen, wenn er es auch auf amazon als ebook uploaden kann?

nur weil es mehr bücher auf google books gibt, werden nicht auch mehr bücher gekauft. ein paar autoren werden mehr verkaufen, die meisten gleich viel oder weniger.

google hat leider eine andere definition von "fair use". denen könnens nicht mit ihrer auffassung kommen. ;)

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00
18.2.2012, 19:23

also die bestimmungen des zu fall gebrachten google-book-settlements waren ganz andere. die wollten einfach bücher verwerten können (ohne nachzufragen).

go-east
01
18.2.2012, 15:49
für deinen x-zeiler bekommst jetzt auch nix bezahlt...

murdoch block, for a truer internet
00
18.2.2012, 21:55

den habe ich auch geklaut.

wäre er von mir, müsstens zahlen.

el diletanto
12
18.2.2012, 13:37

wennst nicht willst, dass es jemand liest, dann schreib es nicht!

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