Erste Group kauft Hybrid-Anleihen zurück

17. Februar 2012, 15:34
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"Buchgewinn" wird in hartes Kernkapital gebucht - Start mit Nominale von 500 Millionen Euro

Wien - Wie die anderen Großbanken in Europa baut die börsenotierte österreichische Erste Group daran, ihr hartes Kernkapital zu stärken. Das verlangt die europäische Aufsichtsbehörde EBA. Die Erste hat am Freitag bekanntgegeben, Hybridanleihen zurückzukaufen. Die Angebotsfrist hat am Freitag begonnen. Zunächst geht es um Hybrid-Papiere im Nominale von 500 Mio. Euro.

Zurückgekauft werden diverse Tier-1- und Tier-2-Kapitalinstrumente, die von der EBA nicht als hartes Kernkapital gewertet werden. Einige Banken Europas, darunter die deutsche Commerzbank und die italienische UniCredit oder die Banco Popolare, haben diesen Weg ebenfalls gewählt.

Buchgewinn

Banken, die einen solchen Anleihen-Rückkauf vornehmen, profitieren dabei von einer Art Buchgewinn. Denn die Anleihen notieren im Markt unter ihrem Nennwert, können also "billig" zurückgekauft werden. Den Differenzbetrag kann auch die Erste Group als realisierten Gewinn ins Eigenkapital verbuchen, hieß es am Freitag zur APA. Das stärke die Kapitalstruktur.

Die Erste Group hat insgesamt Hybridanleihen über 1,2 Mrd. Euro ausgegeben. Für ein solches Rückkaufangebot kommt ein Volumen von 800 Mio. Euro in Frage, zur Realisierung würden nun 500 Mio. Euro Nominale angeboten, hieß es heute. Wenn alle Investoren Rückkaufangebot für annehmen, dürften die Eigenmittel der Bank schätzungsweise um 160 bis 170 Millionen Euro steigen, sagte eine Sprecherin der Bank laut Reuters.

In einer Ad-hoc-Meldung hieß es dazu: "Zur Stärkung der Kapitalstruktur hat die Erste Group Bank AG heute die Inhaber bestimmter Tier 1- und Tier 2-Instrumente eingeladen, diese Instrumente an die Erste Group Bank AG gegen Barzahlung zu verkaufen. Die Erste Group Bank AG beabsichtigt, Verkaufsangebote bis zu einer Gesamtnominale bzw. einem Liquidationsvorzugsbetrag von 500 Millionen Euro der ausständigen Tier 1-Instrumente anzunehmen, wobei sich der Anbieter das Recht vorbehält, im eigenen Ermessen mehr oder weniger als diesen Betrag anzunehmen. Es ist beabsichtigt, dass die Instrumente, die im Rahmen des Angebotes von der Erste Group Bank AG angenommen werden, zunächst von der Erste Group Bank AG erworben werden und später eingezogen werden. Die Angebotsperiode beginnt am 17. Februar 2012. Ende der Frist, innerhalb der der Tender Agent eine gültige Verkaufsanweisung zu erhalten hat, damit Inhaber an dem Angebot teilnehmen können, wird voraussichtlich der 2. März 2012, um 17:00 Uhr (MEZ) sein."(APA)

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