Strahlendes Jubiläum

Straßenbeleuchtung in Wien feiert 325 Jahre

17. Februar 2012, 13:46
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    foto: apa/guenter r. artinger

    Heute selbstverständlich, im 17. Jahrhundert eine gut beschützte Errungenschaft: Die Beschädigung von Wiens ersten Laternen stand unter strenger Bestrafung - man riskierte damals die Abhackung der rechten Hand.

Anordnung infolge kaiserlicher Resolution im Februar 1687 - Erste Probebeleuchtung mit 17 Laternen in der Dorotheergasse

Wien - Licht ins damals dunkle Wien hat vor 325 Jahren der niederösterreichische Statthalter Johann Quintin von Jörger gebracht: Aufgrund einer kaiserlichen Resolution von Leopold I. soll Jörger am 24. Februar 1687 die "Illuminierung" von Straßen und Plätzen in der Nacht angeordnet haben. Die erste Probebeleuchtung erfolgte im darauffolgendem November mittels 17 Laternen in der Dorotheergasse. Heute stehen in Wien 150.000 Beleuchtungskörper, die durch energiesparende Lampen elektrisch betrieben werden.

Die Geschichte der öffentlichen Beleuchtung in Wien erstreckt sich über Jahrhunderte: Unter der Regentschaft des habsburgischen Kaisers Leopold I. wurden erstmals Laternen mit Talglichtern eingesetzt. Nach dem erfolgreichen Probetrieb der ersten öffentlichen Laternen im Jahr 1687 wurde ein Jahr später die gesamte Wiener Innenstadt mit rund 2.000 Lampen ausgestattet - ein wichtiger Schritt, die Stadt sicherer zu machen. Daher stand die Beschädigung der Laternen unter strenger Bestrafung - man riskierte damals die Abhackung der rechten Hand.

Bürger fürs Licht verantwortlich

Mehr als ein Jahrhundert dauerte es aber noch, die städtische Beleuchtung auf die damaligen Vorstädte Wiens auszudehnen. Das Füllen, Putzen und Anzünden des Stadtlichts blieb lange Zeit Aufgabe der Bürger, an deren Häusern Laternen angebracht worden waren. Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Beruf des sogenannten Lampenknechtes, der sodann das Anzünden der Öllampen übernahm.

1818 wurden die ersten Gasstraßenleuchten in der Wiener Innenstadt entzündet (Krugerstraße, Walfischgasse und in Teilen der Kärntner Straße). Rund zwanzig Jahre später kam das Gaslicht in die Vorstädte. Erste Gasgesellschaften entstanden. Vorreiterland für die Zulieferung von Gas war damals England. Wien wurde in dieser Zeit von der englischen Gesellschaft Imperial Continental Gas Association (ICGA) versorgt.

Gleichstrom-Bogenlampen auf der Weltausstellung 1873

Aufgrund von Unzulänglichkeiten in der Versorgung und der Preisgestaltung über die monopolistische ICGA wurde bald klar, sich langfristig nach Alternativen umzusehen. Da kam die neueste Erfindung der Gleichstrom-Bogenlampen, die auf der Weltausstellung 1873 in Wien präsentiert wurden, sehr gelegen. Im Jänner 1882 erfolgte die erste elektrische Probebeleuchtung der Wiener Innenstadt. Die Gasversorgung fiel im Jahr 1895 - mit der Mehrheitsübernahme der Christsozialen im Wiener Gemeinderat - in die Hände der Stadt Wien.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Beleuchtung ausgedehnt und modernisiert, die Gaslampen wurden durch Glühlampen ersetzt. Einen Stillstand gab es nur während der beiden Weltkriege. Die letzte Gaslaterne wurde 1962 feierlich in Hietzing gelöscht. Zwei Jahre später war der Umstieg auf Strom abgeschlossen.

150.000 Wiener Leuchten

Gegenwärtig sind in Wien 150.000 Leuchten im Einsatz, um rund 3.000 Kilometer Straßen und Wege zu beleuchten. Die Herausforderung dieser Zeit ist es, die Beleuchtungskörper mit energiesparenden Lampen auszustatten, damit der Stromverbrauch - trotz steigender Anzahl der Lichtpunkte infolge der Stadterweiterung - gering bleibt. Die derzeit 227.000 Lampen verbrauchen im Jahr 56.000 Megawattstunden. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 29
1 2
Re?ersi
06
18.2.2012, 19:18
"man riskierte die Abhackung der rechten Hand"

Heutzutage dagegen riskiert man als APA-Kritzler die Auslachung des eigenen Schreibstils.

socken puppe
17
18.2.2012, 17:47

die frage ist halt, warum die beleuchtung dermaßen schiach sein muss. neonröhren oder melonenausstecher auf stelzen. jede zivilisierte stadt der welt hat gusseisen-laternen, rom, barcelona, london usw erkennt man schon an den lampen. nur in wien gibts möbelix-ästhetik bis zur innenstadt und dort ein paar lächerliche 20er-jahre-retro-maiglöckerl in der fuzo. voll peinlich.

Roderic Schuchart
01
20.2.2012, 17:11

"neonröhren". Voll peinlich.

Marlon62
01
20.2.2012, 08:48
Psssst!

Sonst wassert noch jemand nach und kommt auf den nächsten Korruptionsskandal der Leuchtenherstellerlobby drauf.

LtCdr Data
04
18.2.2012, 16:03

Schade nur, dass die meisten Straßenlaternen in Wien alles mögliche anleuchten, nicht nur die Straße. Durch besser gestaltete Lampen könnte man Energie sparen und würde zudem der Umwelt etwas Gutes tun (Stichwort Nachthimmel).

Abgesehen davon konnte mir noch niemand erklären, warum der Stephansdom auch um 3 Uhr früh hell angestrahlt werden muss.

Wolfgang Ullram
02
18.2.2012, 11:47
ähm

Die letzte Gaslaterne wurde 1962 feierlich in Hietzing gelöscht. Zwei Jahre später war der Umstieg auf Strom abgeschlossen.

was wurde zwischen der letzten gaslampe und der abgeschlossenen umstellung auf strom verwendet?

Karbid?
Kerzen?
Petroleum?
Glühwürmchen?
oder Kienspan?????

Marlon62
01
20.2.2012, 08:53
Gar nix,

weil man der irrigen Meinung war, die Leute würden nach Freigabe der Antibabypille nach Einbruch der Dunkelheit eh nicht mehr hinaus gehen, sondern lieber zu Hause dank der gewonnenen sexuellen Befreiung rammeln wie die Karnickel.

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
01
18.2.2012, 17:33

Hexen.

Ach nein, falsches Jahrhundert...

)so(
02
18.2.2012, 04:13
Als Ludwig XIV selbiges in Paris versuchte, zertrümmerte die Bevölkerung die Lampen

Die Strasse gehört dem Volk, so der Tenor. Sie sah in der Beleuchtung das Unterfangen des Staates, Kontrolle über sie und die "Machenschaften in der Dunkelheit" zu erlangen. Deshalb damals die auch Hierzulande drakonischen Strafen. "Sicherheitsgedanken" heutiger Art standen damals genauso wenig im Vordergrund, wie heute der "Kampf gegen den Terror" bei der VDS oder der "Schutz geistigen Eigentums" bei ACTA.

Grantscherben
03
17.2.2012, 17:02

Ziemlicher Schwachsinn sind die Kugelleuchten auf der Donauinsel wo ein großer Teil des Lichts in den Himmel strahlt.

)so(
02
18.2.2012, 04:18
Urbane Sternwarten haben wegen dieser Light-Pollution massive Funktionsprobleme

Sind tw forschungstechnisch unbrauchbar geworden und vielfach nur mehr als Kinder- und Touristenattraktion nutzbar.

Le_Blöb
 
14
17.2.2012, 16:19

Schlau wärs auch noch wenn alle Lampen nur nach unten strahlen würden und nicht wie bei immer noch vielen der Großteil des Lichtes in den Nachthimmel verpulvert wird.

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
00
18.2.2012, 17:34

Dann müssten wir alle Häuser, Austos, Menschen, Straßen schwarz anstreichen.
Damit möglichst gar nichts reflektiert.

Marlon62
03
20.2.2012, 08:56
Wenn das der Kickl und der Strache hlesen,

bekommen sie einen Zuckaus - schwarze Menschen sind für die Beiden ein Absolutes no go.

legal eagle
 
106
17.2.2012, 14:15

ad energiesparen - könnte man nicht ab ca. mitternacht jeweils die hälfte der lampen ganz ausschalten? das würde auch für besseren nachtschlaf sorgen und man könnte - bei eintsprechendem wetter - den nachthimmel besser bewundern.

Marlon62
05
20.2.2012, 08:59
Man könnte aber auch ordentliche Abgaben auf die Leuchtreklamen einheben

Da würde es auch gleich ein bisserl dunkler werden in der Stadt.

Befreier von Butter und Eier
04
21.2.2012, 08:35

Werbeflächen nach Mitternacht gehören gänzlich abgeschalten.

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
03
18.2.2012, 17:37

Ich hab übrigens auch eine Idee:
Laternen am Tag ausschalten!

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
01
18.2.2012, 17:36

A super Idee!
Und siehe da: Ihr Vorschlag wurde noch vor dem Aussprechen umgesetzt!
DAS nenn ich service!

oas
11
17.2.2012, 23:39
Haben Sie einen Führerschein?

Dann sollten Sie dieses Verkehrszeichen kennen:

http://de.wikipedia.org/w/index.p... 0827202212

Also, im Falle Sie haben einen FS, sofort Nachlernangebote nutzen! ;-)

legal eagle
 
01
18.2.2012, 11:55
ihr auto hat keine scheinwerfer?

wie fahren sie dann überland, wo es keine einzige straßenlaterne gibt?

oas
00
19.2.2012, 08:59
Also gut, ich komm dem Gebettel nach Aufklärung nach

und erläutere: Das genannte Schildchen ist an Strassenbeleutungen angebracht, die nicht die ganze Nacht hindurch leuchten, denn zu Zeiten, da Gesetzestexte nicht aus deutschen abgeschrieben wurden sondern das Rechtssystem, das hier herrscht andere Texte brauchte, war das Parken bei Dunkelheit in unbeleuchteten Strassen verboten. Mit höherer Fahrzeugdichte war das natürlich nicht mehr einzuhalten und man hat diese Vorschrift schlicht ignoriert - bis zu dem Zeitpunkt, als die Wirksamkeit der StVO, um dem Anti-Alkohol-Hype nachzukommen, auf alle allgemein zugänglich befahrbaren Grundflächen ausgedehnt wurde: Plötzlich wurde man bestraft, wenn man auf einem Parkplatz vor einem Sportplatz z.B. sein Fahrzeug abstellte. -da---weiter-->

oas
00
19.2.2012, 09:14
---da---weiter-->

Aus der Zeit dieser Rechtslage sind uns diese wunderschönen, von weit sichtbar, hell beleuchteten Parkplätze vor Supermärkten, Sportplätzen und sonstigen Parkeinrichtungen, die nicht öffentliches Gut darstellen, erhalten geblieben (sogar Wiesenparkplätze vor Feuerwehrfestgeländen kriegen einen Maibaum mit Flutlichtlampe aufgestellt), denn niemand hat denen erklärt, dass der nunmehrige § 24 da lautet:
(3) Das Parken ist außer in den im Abs. 1 angeführten Fällen noch verboten:

g) während der Dunkelheit auf Vorrangstraßen außerhalb des Ortsgebietes, ausgenommen auf Straßenteilen, die für das Parken von Fahrzeugen bestimmt sind,

Abgeschaltet werden üblicherweise heutzutage die Hälfte der Leuchtmittel in den Lampen und nicht jede 2. Laterne

Wolfgang Ullram
01
18.2.2012, 11:48
bled is daran nur

wenn ich mich hinstelle und die laterne ist schon abgeschaltet, seh ich dieses zeichen ja nicht mehr ;-)

oas
00
24.2.2012, 00:15
Sie sollten bei Dunkelheit

nicht ohne mindestens Abblendlicht fahren, sonst sehen Sie die Verkehrszeichen nicht…

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