Technik werde mit steigender Miniaturisierung an immer deutlichere Grenzen stoßen - 2024 sei Ende erreicht
Ein regelrechter Paradigmenwechsel findet derzeit im Bereich der Datenspeicher statt: Durch stark sinkende Preise werden Solid-State-Disks (SSDs) auch für PrivatanwenderInnen immer interessanter, lösen gerade bei Laptops immer öfter klassische Festplatten ab. Die Vorteile sind dabei in vielerlei Hinsicht evident, ein Wechsel auf eine SSD verspricht nicht zuletzt deutliche Verbesserungen bei den Startgeschwindigkeiten von System und Anwendungen - und ist damit im Gegensatz zu vielen anderen Hardware-Upgrades auch subjektiv deutlich wahrnehmbar.
Schlechter?
Eine aktuelle Untersuchung der Universität von Kalifornien lässt über der bisher oft so rosig gezeichneten SSD-Zukunft einige Wolken des Zweifels aufziehen, berichtet Computerworld. Denn während die Dichte immer höher wird und die Kosten weiter nach unten gehen, werde so ziemlich alles andere an SSDs schlechter werden, nicht zuletzt die Performance, so Laura Grupp, Leiterin der damit betrauten Forschungsgruppe.
Effekte
Das sei eine direkte Folge der Miniaturisierung der NAND-Speicherelemente. Eine höhere Dichte führe nämlich auch zu deutlich steigenden Fehlerraten. Das lasse sich anhand der SSDs von sechs unterschiedlichen Herstellern klar nachweisen: Eine höhere Dichte führe zu teilweise "dramatischen" Einbrüchen bei der Performance, während die Latenzzeiten reproduzierbar deutlich nach oben gehen. Dieser Effekt steige zudem über die Lebensdauer der NAND-Elemente immer weiter an.
Ausblick
Rechne man die aktuellen Werte auf das Jahr 2024 hoch (unter der Annahme einer 6,5-nm-Fertigungstechnologie), sei davon auszugehen, dass sich die Lese-Schreib-Latenzen bei Multi-Level-SSDs zumindest verdoppeln würden. Die Fehlerrate werde gar das Dreifache betragen, so das Forschungsergebnis. Zu diesem Zeitpunkt sei dann die NAND-Flash/SSD-Technologie an ihre Grenze gestoßen, kleinere Fertigungsprozesse würden keine wirklichen Verbesserungen mehr bringen. (red, derStandard.at, 17.2.2012)