Wer hockt noch im Büro?

17. Februar 2012, 17:28
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Über den alten Glaubenssatz der männlichen Präsenzkultur

Wer nicht an seinem Schreibtisch klebt, arbeitet nicht. Und wer als Letzter das Licht im Büro abdreht, der hat am meisten gearbeitet. Dieser alte Glaubenssatz der männlichen Präsenzkultur, zu dem Kontrollfreaks und Familienflüchtlinge eifrig beitragen, ist noch immer nicht gebrochen. Da konnten die neuen Medien auch noch nicht allzu viel ausrichten. Dieses Dogma ist nach wie vor auch ein Grund, warum Frauen, die ihre Familien betreuen wollen und müssen, zwischen Karrierensprossen steckenbleiben. Weil: Führungsaufgaben ohne dauernde Anwesenheit - no go.

Regus hat nun weltweit 16.000 Führungskräfte nach der Wirksamkeit flexibler Arbeitsmodelle befragt. Ergebnis: 72 Prozent nannten Produktivitätssteigerung, 68 Prozent stellten einen direkten Zusammenhang zwischen flexibler Arbeitsmöglichkeit und Umsatzsteigerung her. Auch nicht unwichtig: Deutlich mehr als die Hälfte der befragten flexibel Arbeitenden fühlen sich gesünder und motivierter - zudem inspirierter. Den Jungen braucht man das nicht zu sagen, sie haben Ansprüche an Flexibilität. Präsenzkulturen werden ihre Gefolgschaften verlieren - innerlich, durch Abgänge und fehlende Junge. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 18./19.2.2012)

  • Führungsaufgaben ohne dauernde Anwesenheit: no go.
    foto: photodisc

    Führungsaufgaben ohne dauernde Anwesenheit: no go.

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