Presserat an Königshofer: Wer austeilt, muss auch einstecken können

17. Februar 2012, 12:21
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Bezeichnung "Psycho" in "Heute" nach Norwegen-Aussage "keine überproportionale Reaktion"

Die Bezeichnung "Psycho" für den Ex-FP-Abgeordneten Werner Königshofer nach seinen viel kritisierten Aussagen zum Norwegen-Massaker stellte keinen Verstoß gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse dar, befand der Presserat. Und teilte Königshofer, der sich über die Gratiszeitung "Heute" beschwert hatte, "sehr volkstümlich ausgedrückt" mit: "Wer austeilt, muss auch einstecken können." Gemessen an der Empörung, die Königshofer "ganz bewusst" entfacht habe, sei die Bezeichnung "Psycho" keine überproportionale Reaktion. 

Königshofer hatte das Norwegen-Massaker im vorigen Juli u.a. mit der Aussage kommentiert, dass "die islamische Gefahr in Europa schon tausendmal öfter zugeschlagen hat". Dies brachte ihm den Ausschluss aus der FPÖ ein - und in "Heute" einen Kommentar mit der Überschrift "Psycho der FPÖ". Wer solches sage, "ist entweder wo ang'rennt - oder ein Psycho", befand das Gratisblatt. 

Königshofer wandte sich an den Presserat, blitzte dort aber ab. Denn Politiker müssten sich viel schärfere Kritik gefallen lassen als Privatpersonen. Und "DDr. Königshofer ist bekannt für seine provokativen und polarisierenden Äußerungen". Wenn also der Verfasser des Kommentars zu dem Schluss gelange, "es mit einer Person zu tun zu haben, der es an Empathie und sozialer Verantwortung mangelt, so ist dies gerade noch sachlich gerechtfertigt", befand der Presserat.  "Heute" hat an dem Verfahren nicht teilgenommen. Die Zeitung ist nicht Mitglied des Presserates. (APA)

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