Sparpaket: Protest-Brief der Bundesheer-Gewerkschaft an Darabos

17. Februar 2012, 11:52

Gewerkschaft "ersucht" den Minister um "Unterstützung und Mithilfe" wegen "massiver Gehaltsverluste"

Wien - Die Bundesheergewerkschaft läuft gegen die geplanten Einsparungen bei den Soldaten Sturm. Die Personalvertreter haben Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) einen Protest-Brief geschickt und ersuchen den Ressortchef um ein persönliches Gespräch. Der Protest wird auch von den Sozialdemokraten in der Bundesheergewerkschaft getragen. In dem Schreiben ist von einem "Sonderopfer" zulasten der Heeresbediensteten und einem "Anschlag" die Rede.

Die Gewerkschaft "ersucht" den Minister um "Unterstützung und Mithilfe, um diesen Anschlag auf die Heeresbediensteten und die damit verbundene Funktionsunfähigkeit des Heeres im In-und Ausland hintanzustellen". Ob sie bei Darabos damit Erfolg haben werden, ist allerdings fraglich. In seiner ersten Stellungnahme zum Sparpaket hatte sich der Minister "zu 100 Prozent" zu den Sparmaßnahmen bekannt und diese gar als "gesund" für das Heer bezeichnet.

"Schmerzhafte Einschnitte"

Ein Sprecher des Ministers sagte auf APA-Anfrage am Freitag, dass es "sich um schmerzhafte Einschnitte" handle, "die aber angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise vertretbar sind". Jeder Österreicher sei vom Sparpaket betroffen, "da kann man das Bundesheer nicht ausnehmen". Den Brief der Gewerkschaft nehme man "zur Kenntnis".

In den Schreiben beklagen die Personalvertreter, dass die geplanten Maßnahmen - Streichung der 41. Wochenstunde, Nulllohnrunde 2013 und moderate Gehaltsrunde 2014 - bei den Soldaten zu "einer Mehrfachbelastung" führen und besonders für Bezieher geringer Einkommen "massive Gehaltsverluste" bedeuten. Die Streichung der 41. Wochenstunde bringt den Soldaten eine Gehaltskürzung von bis zu 5,5 Prozent bzw. 1.163 Euro im Jahr.

Die Gewerkschaft verlangt zudem auch für das Bundesheer eine Ausnahme vom geplanten Ausnahmestopp im öffentlichen Dienst. Derzeit sind vom Aufnahmestopp Exekutive, Richter, Staatsanwälte, Justizwache, Lehrer und Finanzpolizei ausgenommen. Laut Darabos trifft das auch für Zeitsoldaten zu. Die Gewerkschaft ist aber auch um die derzeit in Ausbildung befindlichen Soldaten besorgt. Denn ein Ausnahmestopp würde bedeuten, dass "Hunderte Unteroffiziere und Offiziere, die derzeit an der Heeresunteroffiziersakademie und an der Theresianischen Militärakademie ausgebildet werden, ohne Job darstehen".

Heeresspitäler

Abgelehnt wird auch die Schließung der Heeresspitäler und die Übersiedelung der Heeresbild-und Filmstelle (HBF) in den Bundespressedienst. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 37
1 2
zett
20
ich hoffe...

das Darabos hart bleibt, die unnötigen spitäler schließt...die arbeitszeit am besten auf 37,5 stunden kürzt(samt dem ohnehin viel zu hohen gehältern) und den ausnahmestop auf 5 Jahre ausdehnt.

Zusätzlich gehören die Landesmilitärkommandos geschlossen und natürlich die Wehrpflicht abgeschafft. Die Eurofighter sowie anderes nicht korrekt funktionierendes oder nicht-genutztes Gerät sollte natürlich schnellstens verkauft werden.

So und jetzt her mit den Stricherln ihr parasschädeln:-)

Prof. Alois
 
01
Barras heißt das

Aber wenn Sie sich als Abschaffer der Wehrpflicht sehen, dann passt das eh ganz gut. In allen Berufsarmeen der Welt versammeln sich alle die, die es mit dem Schreiben nicht so haben.

zett
10

Ich glaube es Ihnen...Sie müssen das ja wissen, da Sie ja beim Berufsheer in Form eines Milizoffiziers waren.

Jukebox
41
19.2.2012, 12:59

1. das HSp und die MSp Graz und Innsbruck bekommen den Status einer SanA und werden nicht geschlossen;
2. die 41. Stunde ist reiner Anachronismus und gehörte schon lange weg;
3. auch die Truppendienstzulage für Solden, die nur mehr im Verwaltungsdienst (Ministerium, Ämter, MilKden, etc) verwendet werden, sollte mal überdacht werden.

Paul Dresten
12
23.2.2012, 19:27

1. durch die Umstellung auf HSanA wird kein Personal eingespart sondern lediglich die Fähigkeit selbstständig OPs durchzuführen, abseits von Infrastruktur zu agieren usw. eingeschränkt. Tatsächliche Ersparnisse sind gleich null.
2. die "41. Stunde" wird nach wie vor geleistet werden müssen, nur dass sie in Zukunft nicht obligatorisch möglich ist sondern schriftlich eingereicht werden muss. Einzige tatsächliche Veränderung; zusätzlicher Papierkram/Bürokratie.
3. Truppendienstzulage bekommen bei Ämtern/MilKdo nur Ausbildungspersonal.

Waran
11
20.2.2012, 08:25
Bei Ihnen waren dieselben "Rotstrichler"

Wahrheit tut weh!

Prof. Alois
 
11
25.2.2012, 13:47
Ein Stricherl war von mir

Denn Unsinn tut weh

zett
20

...dann schreien sie den ganzen tag, nehme ich an.

Prof. Alois
 
01
Nicht direkt

Geistigen Schmerz kann man durch eigenes Denken sublimieren.

Lünz
13
18.2.2012, 20:11
Sparmaßnahmen gesund für das Heer.

Daran denke ich am Montag, wenn ich wieder in die Bruchbude einziehe für die jeder eingesperrt wird, der dort Menschen unterbringt.
Und die ca. 5% Gehaltskürzung ist wahrscheinlich als "Teuerungsausgleich" für die gestiegene Miete und Versicherungsprämien gedacht.

Waran
51
18.2.2012, 09:24
Das österreichische Bundesheer

leistet sich eine Führungsstruktur, der einer Supermacht schon gut zu Gesicht stehen würde.

.) ca. 160 Generalsränge (Brigadier, Generalmajor, Generalleutnant, General)
.) ca. 2.800 Offiziersränge
.) ca. 10.200 Unteroffiziersränge
.) ca. 3.500 Chargenränge

Das ergibt ca. 16.500 Berufssoldaten, während durchschnittlich 12.000 GWD ausgebildet werden. Über ein Jahr verteilt werden ca. 26/27.000 GWD einberufen.
Es gibt dann noch ca. 27.000 Milizsoldaten.

Für diese Strukturschwäche kann man nicht Darabos verantwortlich machen, da das Verteidigungsressort von 1986 bis 2006 nur mit kurzer Unterbrechung (FPÖ) durchgehend in ÖVP-Verantwortung lag.

http://diepresse.com/home/poli... ndesheer_Z

collector1
12
21.2.2012, 08:03

Ein bisschen relativieren muss man dies,
160 Generäle, dies sind vor allem Offiziere in den Ministerien und Militärattaches dies ist international durchaus üblich. Bei der Truppe gibt es in Wirklichkeit die 9 Militärkommandanten, das Streitekräfteführungskommando, die 4 Brigadekommandanten und den Kdt des Jagdkommandos macht ca. 14 Generäle bei der Truppe plus das SKfÜ.
Wobei eines gebe ich Ihnen recht es gibt zuviele UO´s und O´s im Verhältnis zu den Chargen/Rekruten und viel zu wenige Milizsoldaten, letztere Zahl gehört wieder verdoppelt und mehr geübt.

miles6
01
18.2.2012, 10:35
Supermacht und sonstiges...

Naja. Bei den Supermächten gehen sie auch zwischen 35 und 40 Jahren. Alleine in den US-Streitkräften müssen Sie die Promotion durch Dienstbeschreibung, Kurse und dem hearing auf eine freie Planstelle bestehen. So scheiden die meisten als LtCol aus. Bei uns bleibt alles bis 65. Der Rest siehe unten.

Waran
22
18.2.2012, 21:58
Das ist der Punkt!

Dasselbe Problem stellt sich bei der Exekutive, wo jetzt schon bedenklich viele Beamte die 50 erreicht bzw. überschritten haben und auch bei den Berufsfeuerwehren.
Es kann ja nicht im Interesse eines Staates und der Gesellschaft liegen, dass 55jährige Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute ihren Dienst versehen, der einfach aufgrund der körperlichen Anforderungen für diese Altersgruppe nicht mehr geeignet ist.
Jetzt sind wir beim Pensionsproblem und damit eigentlich bei einem ganz anderen Thema - wie man sieht, ohne ganzheitliche Sicht der Dinge werden Reformen, Sparmaßnahmen udgl. nicht funktionieren.

anton-aus-tyrol
03
18.2.2012, 08:19
an der richtigen Stelle sparen!

Wenn man etwas aus dem Ministerium benötigt dauert es Wochen weil mindestens 3 Beamte sich die Sache in Ruhe anschauen müssen. Außerdem bleibt die Frage, warum es einen Sprecher für das Heer und einen eigenen für den Bertl braucht. Wenn man aber draußen bei der Truppe ist, schaut's anders, ehrlich gesagt trüb aus. Da seh ich wirklich kein sparpotential mehr. Wir haben das letzte mal als schreibmaterial Ruckseiten von alten Heereskalendern bekommen auf einen Kurs. Ich gehe aber einmal davon aus, dass eher wieder bei der Truppe gespart werden soll. Die Schuhe und das Gewehr kann er noch abnehmen, mehr gibt es eh nicht mehr...

sascha schönherr
 
00
21.2.2012, 00:18

Wie Sie richtig bemerkt haben, 3 Beamte, ODER Soldaten dass ist hier frage. Meine frage an Sie,wie viele SOLDATEN gibt es in den BMLV und auch Sport ,betonung Soldaten (ohne GWD)???. Sorry mein letzter Wissenstand ist das verhältnis 2/3 Soldaten 1/3 Heeresgefolge ZIVIL. Ich bin voll Ihrer Meinung!!! Ein von der Truppe.......???

miles6
01
18.2.2012, 07:59
oin a wengal weniga.......

Das Problem ist ja seit langem evident. Über 1000 Bedienstete im BMLVS sitzen auf 900. Haben also in den Organisationsplänen keine zugewiesene Arbeit. Reform um Reform wurde über Dienstrecht, Pensionsrecht, etc.. philosophiert. Ganze Wälder verschwanden im Orkus des Rundordners. HG95, STRAN, Anpassung, BH 2010. Zilk schau oba. Jetzt nimmt man halt jedem ein bissl, da es sich hinten und vorne nicht mehr ausgeht. Der Minister meint, das erhöhe den Reformdruck. Nur: Das öBH kann sich selbst nicht reformieren!! Dienstrecht? Bundeskanzleramt. Besoldung? Heinisch-Hossek. Organisation? Bundeskanzleramt. Pensionsrecht? Bundeskanzleramt. Unter diesen legistischen Sachzwängen besteht der notwendig gewordene Rest aus 1100 Personen im Ausland.

thaelmann-ernstl
91
17.2.2012, 17:51

unser operettenheer hat genug Statisten, soll die Gewerkschaft mal in die diversen Kasinos schauen, was da so herumsitzt, vielleicht lassen sich diese Alkoholiker zum arbeiten animieren....

Opium des Volkes
05
17.2.2012, 18:18
Es ist deswegen ein Operettenheer, ...

... weil es von den Politikern zu solch einem gemacht wird. Ihre diffamierenden Äußerungen sind eine Sauerei. Leider ist das Heer halt ein "Versicherungsunternehmen", das erst dann aktiv wird, wenn Ihnen der A... auf Grundeis geht.

thaelmann-ernstl
71
18.2.2012, 14:27

immer sind die bösen Politiker schuld, klar. das Heer funktioniert ja sonst super, leider rechnen könnens nicht, siehe eurofighter. und daß es Unteroffiziere gibt, die um 10 dicht sind, ist reine Erfindung.
ich bin für ein berufsheer, mit dem gleichen budget wie jetzt, aber dann halt professionell von oben bis unten durchorganisiert, und der rest wird unehrenhaft entlassen.

ntikp09
 
01
21.2.2012, 00:51

Aber hallo, ich bin auch für ein Berufsheer. Ihre ausage sagt alles, den wissen Sie was ein BUO verdient bei einer BERUFSARMEE ( USA, GRB, FRA ) ein Kpl BERUFSARMEE, das 2 fache von einen Kpl ÖBH, wir reden aber noch nicht von einen WOII (OStWm). Sparpaket, Zivildienst, AMS,..........?????????????????

Cpu
15
18.2.2012, 23:07
Wieder einmal ein typischer Österreicher: Keine Ahnung von Irgendwas aber Hauptsache das Maul aufreißen

ceiberweiber.at
00
17.2.2012, 16:46
sie haben dann erfolg

wenn sie es trotz kammerhofers franz olah-spitzelsystem zum minister vorzudringen und mit ihm ohne den gestapo-chef zu reden.
ich wünsche es ihnen!

RegR Borromäus Maschitz
04
17.2.2012, 14:45
des nutzt nix!

nie war darbos und die spö ihrem ziel näher: der abschaffung des seit jahrzehnten ungeliebten bundesheeres!

ND1
52
17.2.2012, 14:11
nur eine Fragee:

kann mir jemand die Notwendigkeit der 41. Wochenstunde erklären wenn man schon die 40 Stunden davor nichts zu tun hat?

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