Der Tenor war Rekordhalter der New Yorker Met: 2.928 Auftritte in 111 Rollen in 69 Opern
New York - Er hat an der New Yorker Metropolitan Opera alle Rekorde
gebrochen: 2.928 Mal stand der Tenor Charles Anthony auf der deren Bühne, gemeinsam mit Größen
wie Maria Callas, Marian Anderson und Leontyne Price. Am Mittwoch verstarb er im Alter
von 82 Jahren in Tampa, Florida, infolge eines
Nierenleidens, bestätigte ein Met-Sprecher der "New York Times". Der Sohn italienischer Einwanderer wurde 1929 als Calogero Antonio
Caruso in New Orleans geboren. Zu Beginn seiner Opernkarriere wurde
ihm ein Namenswechsel nahegelegt: Caruso war bereits vom berühmtesten
Operntenor seiner Zeit, Enrico Caruso, belegt.
Als Charles Anthony feierte er 1954 in Mussorgskys "Boris Godunov"
in der Rolle des Schwachsinnigen seine Met-Premiere und wurde bereits
damals vom Kritiker der "New York Times" in höchsten Tönen gelobt.
Parts wie die des David in Wagners "Meistersinger" oder des Don
Ottavio in Mozarts "Don Giovanni" folgten. Obwohl Anthony als Rodolfo
in Puccinis "La Boheme" und als Nemorino in Donizettis "Der
Liebestrank" auch größere Auftritte hatte, bestach er vor allem in
kleineren Rollen wie der des Haushofmeisters im "Rosenkavalier", den
er 159 Mal verkörperte.
In 57 Spielzeiten verkörperte er insgesamt 111 Rollen in
69 Opern, darunter allein drei verschiedene in Puccinis "Turandot".
Als Kaiser gab er im Jänner 2010 seine Abschiedsvorstellung. (APA)