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Bonn - Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für eine dauerhafte erhebliche Sehverschlechterung bei Menschen über 50 Jahren. Dabei geht die Sehschärfe im Zentrum des Blickfeldes allmählich verloren. Betroffene im fortgeschrittenen Stadium sehen deshalb in der Bildmitte nur noch einen dunklen Fleck, der das Lesen und Erkennen von Gesichtern unmöglich macht.
Mit der Rückprogrammierung und Transplantation von Zellen unter die Netzhaut hat ein US-deutsches Forschungsteam nun zumindest bei Ratten einen interessanten Forschungsansatz zur Behandlung von AMD gefunden. Die Studie rund um die Erstautoren Tim Krohne und Peter Westenskow von der Universitäts-Augenklinik Bonn wurde im Journal "Stem Cells Translational Medicine" veröffentlicht.
Zellenersatz
"Bei der AMD sind die retinalen Pigmentepithelzellen geschädigt. Sie liegen unter den eigentlichen Sehzellen und sind für die Entsorgung ihres 'Stoffwechselmülls' verantwortlich", erläuterte Krohne. Im Tiermodell konnte das Forschungsteam die kranken Zellen erfolgreich durch gesunde Zellen aus dem Labor ersetzen: Hierfür entnahmen die Forscher Zellen aus der Haut von Menschen und programmierten diese mit einem neuartigen genetischen Verfahren in eine Art Embryonalstadium zurück. Aus diesen sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) gewannen sie anschließend gesundes retinales Pigmentepithel.
Die im Labor gewonnenen Pigmentepithelzellen transplantierte das Team unter die Netzhaut von Ratten mit einer Krankheit des retinalen Pigmentepithels, die der AMD des Menschen ähnlich ist. Das Sehvermögen der Ratten wurde anschließend mit modernsten bildgebenden und elektrophysiologischen Verfahren getestet: "Die Studien zeigen, dass bei den behandelten Ratten das Absterben der Sehzellen und der Verlust des Sehvermögens aufgehalten werden konnte", so Krohne.
"Wenn die retinalen Pigmentepithelzellen aus der eigenen Haut der Patienten gewonnen werden, gibt es keine Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation", erläuterte der Forscher. Bis der Zellersatz auch beim Menschen therapeutisch eingesetzt werden kann, sind jedoch noch viele klinische Tests nötig. Forschergruppen in den USA und England haben den Angaben zufolge bereits mit solchen klinischen Studien begonnen. (red)
Abstract
Stem Cells Translational Medicine: Generation of Retinal Pigment Epithelial Cells from Small Molecules and OCT4 Reprogrammed Human Induced Pluripotent Stem Cells
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