Geheimdienst rätselt über Charlie Chaplins Herkunft

17. Februar 2012, 11:40
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Keine Belege für Geburt in Südlondon oder Frankreich - Erstes offizielles Dokument aus dem Jahr 1920

London - So berühmt die Stummfilm-Ikone Charlie Chaplin auch ist, so mysteriös ist seine Herkunft: Selbst die nun geöffneten Geheimdienstakten des britischen Secret Service haben das Rätsel um die Wurzeln der Hollywood-Legende nicht klären können. Den Papieren zufolge gibt es keine gesicherten Angaben über den Geburtsort des Schauspielers. Das britische Nationalarchiv veröffentlichte die Geheimdienstinformationen am Freitag. Die Daten können für einen Monat frei herunter geladen werden.

Das amerikanische FBI hatte den britischen Inlandsgeheimdienst MI5 Anfang der 1950er Jahre gebeten, Informationen über Chaplin zusammenzutragen. Neben seinem Geburtsort sollten die britischen Agenten Verbindungen zu kommunistischen Kreisen ausleuchten und feststellen, ob Chaplin ein Sicherheitsrisiko ist. Ziel des FBI sei es gewesen, Gründe für die Ausweisung Chaplins aus den USA zu sammeln.

Erstes offizielles Dokument

Bisher war angenommen worden, dass Chaplin am 16. April 1889 im Süd-Londoner Stadtteil Walworth geboren wurde. Nach der Geheimdienstakte fanden sich dafür aber keine Belege - auch nicht unter dem vom FBI vermuteten Geburtsnamen Israel Thornstein. Chaplin-Biograph  David Robinson wies allerdings darauf hin, dass zur damaligen Zeit in Großbritannien nicht jede Geburt registriert wurde. Auch Gerüchten, wonach Chaplin in Frankreich geboren worden sein soll, ging der Geheimdienst erfolglos nach. Das erste offizielle Dokument, das die Agenten finden konnten, war ein Reisepass aus dem Jahr 1920. (APA, red)

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    Charlie Chaplin auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1934. Wo die Stummfilm-Ikone geboren wurde, ist bis heute ungewiss.

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