Keine Belege für Geburt in Südlondon oder Frankreich - Erstes offizielles Dokument aus dem Jahr 1920
London - So berühmt die Stummfilm-Ikone Charlie Chaplin auch ist, so mysteriös ist seine Herkunft: Selbst die nun geöffneten Geheimdienstakten des britischen Secret Service
haben das Rätsel um die Wurzeln der Hollywood-Legende nicht klären können. Den
Papieren zufolge gibt es keine gesicherten Angaben über den Geburtsort des
Schauspielers. Das britische Nationalarchiv veröffentlichte die
Geheimdienstinformationen am Freitag. Die Daten können für einen Monat frei herunter geladen werden.
Das amerikanische FBI hatte den britischen Inlandsgeheimdienst MI5 Anfang der
1950er Jahre gebeten, Informationen über Chaplin zusammenzutragen. Neben
seinem Geburtsort sollten die britischen Agenten Verbindungen zu kommunistischen
Kreisen ausleuchten und feststellen, ob Chaplin ein Sicherheitsrisiko ist. Ziel
des FBI sei es gewesen, Gründe für die Ausweisung Chaplins aus den USA zu
sammeln.
Erstes offizielles Dokument
Bisher war angenommen worden, dass Chaplin am 16. April 1889 im Süd-Londoner
Stadtteil Walworth geboren wurde. Nach der Geheimdienstakte fanden sich dafür
aber keine Belege - auch nicht unter dem vom FBI vermuteten Geburtsnamen Israel
Thornstein. Chaplin-Biograph David Robinson wies allerdings darauf hin, dass zur damaligen Zeit in Großbritannien nicht jede Geburt registriert wurde. Auch Gerüchten, wonach Chaplin in Frankreich geboren worden sein
soll, ging der Geheimdienst erfolglos nach. Das erste offizielle Dokument, das
die Agenten finden konnten, war ein Reisepass aus dem Jahr 1920. (APA, red)