Letzter Akt in Athen

Notenbanken drücken sich vor Umschuldung

17. Februar 2012, 11:24

In der Hängepartie um das zweite Milliarden-Hilfsprogramm für Griechenland sucht die Eurozone bis Montag dringend eine Entscheidung

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken wollen über das Wochenende griechische Staatsanleihen gegen neue Papiere tauschen, berichten Vertreter der Eurozone. Die Aktion soll verhindern, dass die Notenbanken bei einer drohenden Umschuldung Griechenlands Verluste erleiden. Insgesamt handelt es sich dabei um Papiere im Wert von 50 Milliarden Euro, die im Zuge des umstrittenen Anleihenkaufs der EZB seit Mai 2010 erworben wurden. Der Tausch soll die Zentralbanken dafür wappnen, dass die Beteiligung privater Gläubiger am Rettungspaket für Griechenland scheitert.

Der Grund ist, dass Griechenland gemeinsame Umschuldungsklauseln (sogenannte Retroactive Collective Action Clauses) durchsetzen könnte, die für alle Gläubiger gelten. Dabei entscheidet die Mehrheit der Beteiligten, in welcher Höhe Abschläge akzeptiert werden. Mit dem Anleihentausch will die EZB verhindern, dass sie von privaten Gläubigern überstimmt wird und somit Verluste erleidet. Für die neuen Anleihen gelten zwar dieselben Bedingungen, sie wären aber aufgrund des Aufnahmedatums kein Teil des aktuellen Pakets.

Die EZB muss sich damit den Vorwurf gefallen lassen, sie betreibe verbotene Staatsfinanzierung. Notenbanker haben allerdings mehrfach betont, dass dieses Tabu nicht gebrochen werden soll.
In der Hängepartie um ein zweites Milliarden-Hilfsprogramm für Griechenland sucht die Eurozone bis Montag eine Entscheidung. Dann soll auch der freiwillige Anleihentausch mit den Privatgläubigern verkündet werden. Ziel ist ein Schuldenschnitt, der 100 Milliarden Euro bringen soll.

Die Regierungschefs von Italien, Deutschland und Griechenland Mario Monti, Angela Merkel und Lucas Papademos zeigten sich jedenfalls am Freitag optimistisch, dass das zweite Hilfspaket tatsächlich am Montag auf den Weg gebracht wird.(Reuters/clt, derStandard.at, 17.2.2012)

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Posting 1 bis 25 von 60
1 2
lanigirorevilo
00
21.2.2012, 18:43

Wie kann man mit einem zweiten gigantischen Hilfspaket von den Schulden runter kommen?
1+1=1 oder noch weniger. Das versucht man uns zu suggestieren, jeden Tag in ALLEN Nachrichtenmedien, wohl gemerkt in anderen Worten.
Wurden auch die Griechen reingelegt?
Schießt man sich auf Portugal ein, sollte Griechenland rausfliegen, in späterer Folge Spanien, Irland bzw Italien?
anbei die aktuellen Zahlen bezüglich Staatsanleihen

http://pigbonds.info/

Hier sieht man, daß Griechenland praktisch chancenlos ist, Herr seiner Schulden zu werden.
Allein der Aufschlag von heute, z.b. 2 jährige Anleihen plus 14 Prozent, sagt alles über das Vertrauen der Märkte ins neue Hilfspaket. Ganz abgesehen von den 650! Prozent für einjährige Anleihen...

Wahrheitssucher1
00
18.2.2012, 14:44
EZB was treibst du für ein Spiel?

Die EZB windet sich jetzt aus ihren Risiken raus. Zu lasten des EFSF und Griechenlands.

Wieso wirft man ihr dadurch eigentlich Staatsfinanzierung vor?

Und MIT WEM tauscht sie die Anleihen?

Kennt sich wer besser aus als ich, bzw derstandard?

Nummer6371
00
17.2.2012, 20:39

Zwei Seelen schlagen in meiner Brust, einerseits will ich das Europa zusammen wächste, die Leute näher zusammen rücken und man gemeinsam an einer besseren Zukunft baut.

Andererseits scheint Griechenland mit sehr viel Eifer daran gearbeitet zu haben direkt in den Abgrund zu springen. Und Reisende soll man ja bekanntlich nicht aufhalten.

Was meint ihr Lohnt es sich um Griechenland zu kämpfen, oder wärs besser sich möglichst bald von ihnen zu trennen um vielleicht wenigstens die eigene Haut zu retten? Oder findet ihr vielleicht sogar, dass Italien und Spanien auch gleich gehen sollten?

Anchel Kingsman
00
17.2.2012, 21:14
welches ist das ziel?

Wolfgang Ullram
02
17.2.2012, 17:11
...und das mit recht

http://www.welt.de/wirtschaf... tmc=plista

dafür machen wir ein sparpaket!!!!

Anchel Kingsman
00
17.2.2012, 17:39
armer Wolfgang

Wolfgang Ullram
00
17.2.2012, 17:11
...und das mit recht

Karl Krammer
00
17.2.2012, 17:01
wollen kann man ja

aber warum sollte Griechenland sich darauf einlassen?

Erwin Wolfram
01
17.2.2012, 16:09
...

dann gaebe es auch noch die moeglichkeit einen zentralstaat zu gruenden, schliesslich haben die griechen ja schon vor 2000 jahren jedes philosophische problem rueckhaltlos klaeren lassen... im uebrigen ist es keine staatsfinanzierung wenn 3% der griechen betroffen sind...

F S 3
1314
17.2.2012, 15:12
Jene Wall Street Banken, die erst den finanziellen Niedergang Griechenlands verschuldeten, sowie der IWF und Fr.Merkels Festung in Berlin halten einen GENAUEN FAHRPLAN in Händen, wie und wann Griechenland Konkurs anmelden wird,…

…wie dem FS3 jetzt exklusiv in geleakten Dokumenten vorliegt.

Als Ankündigungsdatum für den unvermeidlichen Schritt wird der Freitag, 23.März 2012 -kurz nach Börsenschluß- angegeben.

Sämtliche Kapitalbstände in den Griechischen Banken werden per diesem Wochenende EINGEFROREN, zusätzlich zu NOTMASSNAHMEN, um eine "Kapitalsflucht zu vermeiden".



FS3-Das andere Fern-Seh-Programm, ein Kunstprojekt um die Medien. Näher an der Realität, als die meisten, gleichgeschalteten Massenmedien und besser informiert, als viele Regime dieser Welt.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
02
18.2.2012, 04:49
daBart
00
17.2.2012, 15:38

Ich tippe auf den 20. März.

higgs - wozu?
05
17.2.2012, 15:56

unwahrscheinlich - die geschichte lehrt:
es passiert freitags, wenn keiner mehr an seine marie kommt.

higgs - wozu?
00
17.2.2012, 15:26

freitag war klar, nur welcher nicht;-))

abschätzung der unmittelbaren folgen hast auch anzubieten?

F S 3
116
17.2.2012, 20:57
:) Nachdem hier lauter ausgebildete Marxisten in den führenden Position die Strippen ziehen, wird…

…wohl irgendwas im Sinne der "Finanziellen Internationalen" geplant sein.



War on 'error, Folge 1913: "Hört ihr Steuerzahler die Signale…"

videoopa
01
17.2.2012, 15:02
her mit den neuen Regeln, ENDLICH

http://vimeo.com/36929099

NotUsed
00
17.2.2012, 23:02

sehenswert!

Johann Hunger1
00
17.2.2012, 14:35
WARUM SOLL DIE EU ES NICHT WIE DIE usa MACHEN?

manto bamminger
11
17.2.2012, 14:31
Man soll halt keine Spiele spielen, in denen man selbst nicht die regeln bestimmt

denn wir werden alle verlieren, solange wir dieses spiel spielen.
Was mit denen geschieht die es nicht mehr spielen sehen wir auch,...ich sag jetzt ned wo, weil das ist gefährlich.

aber solange wir uns von den medien, unsere stimmung bestimmen lassen, solange wir darauf warten daß politiker unsere probleme lösen,..solange verlieren wir,..zu Recht

peace & love
08
17.2.2012, 14:23
immer wieder aufs neue erstaunlich,

wieviele umschreibungen man fürs gelddrucken in die welt setzen kann.

Ökonomix
010
17.2.2012, 14:17
Keine Pleite sondern Enteignung

Die EZB begründet ihre Enthaltung damit, dass ihre Bond-Käufe keine Investments seien sondern der Geldpolitik dienten. Was sie verschweigt ist, dass sie die Bonds einigen gut informierten Investoren abkaufte um diese vor größeren Verlusten zu schützen. Gekauft wurden die Bonds mit einem Abschlag von etwa 80%, während nun von den verbliebenen Gläubigern ein Schuldenschnitt von 70% gefordert wird.

Nun kündigt sich eine Enteignung an, wie sie für Westeuropa beispiellos ist. Dass eine Änderung der Anleihebedingungen nach gr. Recht möglich sei, ist Unsinn. Selektive Enteignungen waren bisher nur in Diktaturen üblich und müssen erst vom Gesetzgeber beschlossen werden. Europa steht nun am Scheideweg.

Andreas Prucha
22
17.2.2012, 14:44
Ich sehe hier keine Enteignung. Die Alternative wäre eine Pleite mit unkontrollierbaren Folgen für das Finanzsystem gewesen.

*Deswegen* hat mans ja gemacht. Warum soll die EZB (= Die Allgemeinheit) jetzt dafür zahlen?

Natürlich wäre die bessere Variante gewesen zu einer direkten Staatsfinanzierung zu vernünftigen Zinsen überzugehen (warum sollten Banken Geld billiger bekommen als Staaten?), aber das war aufgrund diverser Geldreligiöser Einstellungen nicht möglich.

Ein möglicher Kompromiss wäre, dass die EZB bis zu dem Betrag verzichtet, den sie reingesteckt hat.

Aber man sollt eben nie vergessen: All das war und ist keine Griechenlandrettung, sondern eine Bankenrettung.

asdf 1234
10
17.2.2012, 17:28
Also, ich würde schon eine dritte Alternative sehen,

imo das Vernünftigste:

Den Griechen die bisherigen Schulden zu erlassen (so wie uns die Nachkriegsschulden erlassen wurden anhand des Marshall-Planes) und diese zu einem 0%-igem Darlehen auf zB. 35 Jahre umzuwandeln.
Solidarität ist gefragt. Wir können von den Griechen nicht verlangen, dass sie max. 560 Euro/Monat verdienen dürfen. Wie soll da ein Wirtschaftswachstum entstehen? Inlandskonsum = ko., da die Menschen zu wenig verdienen. Folge: Staat nimmt zu wenig Steuern ein. Sozialsystem ko., da der Staat kein Geld hat.
Frage: Würden wir das bei uns akzeptieren?

Ökonomix
01
17.2.2012, 16:04
Die Enteignung ist noch gefährlicher als die Pleite,

weil Sie den Rechtsstaat aushebelt und die Frage aufwirft inwiefern Investitionen in Europa noch als sicher gelten dürfen, oder ob sie enteignet werden dürfen wann immer es dem Staate nützt.

Eine Pleite ist wesentlich einfacher zu kontrollieren. Sie sollte keinesfalls mehr kosten als die Gesamtverschuldung GRs - wahrscheinlich jedoch wesentlich weniger.

madathara
11
17.2.2012, 17:50

vielleicht zeigt sich so endlich die schädliche funktion unseres schuldgeldsystems für eine gesellschaft. vielleicht kann so nach dem hoffentlich bald zusammenbrechen aktuellen geldsystems ein neues nachhaltigeres geldsystem für alle bevölkerungsgruppen geschaffen werden.

unser schuldgeldsystem hat ausgedient - wer das in anbetracht der momentan stattfindenden krise nicht sieht sollte schleunigst die augenklappen abnehmen.

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