Bedrohliche Situation für 2,5 Millionen Flutopfer

17. Februar 2012, 11:08
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UNO-Nothilfeplan erst zu 47 Prozent finanziert - Ernte in Gefahr

Wien - Sechs Monate nach katastrophalen Überflutungen, die acht Millionen Menschen in der pakistanischen Provinz Sindh und im benachbarten Belutschistan obdachlos machten, warten 2,5 Millionen Flutopfer noch immer auf Hilfe. CARE und 15 weitere internationale Hilfsorganisationen schlugen am Freitag Alarm: Der von der UNO im September gestartete und mit 357 Millionen Dollar (275 Mio. Euro) ausgestattete Nothilfeplan sei erst zu 47 Prozent finanziert. Die Europäische Kommission sei bis jetzt der großzügigste Geldgeber.

Zehntausende Menschen leben nach wie vor in Notzelten oder zusammengepfercht in Schulen. Rund 43 Prozent der Flutopfer sind unterernährt. Insbesondere Frauen, Kinder, alte und behinderte Menschen würden dringend Hilfe brauchen. "Die Weltöffentlichkeit scheint diese Krise völlig vergessen zu haben", sagte CARE-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager.

"Die Ernährungslage in den betroffenen Gebieten ist kritisch, nachdem mehr als 70 Prozent der Getreidevorräte, 49 Prozent des Viehbestandes und ein Großteil der landwirtschaftlichen Geräte durch die Fluten vernichtet wurden. Ein Viertel aller Bauern konnte ihre unter Wasser liegenden Felder nicht zeitgerecht bestellen", schilderte die Organisation den Zustand. Die für April vorgesehene Ernte sei bedroht, wenn nicht schnellstens Ackerland instand gesetzt würde und landwirtschaftliche Betriebe zusätzliches Saatgut bzw. landwirtschaftliche Geräte erhielten. (APA)

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