Sarkozy und der Sirtaki

Blog17. Februar 2012, 13:28
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Einen Tag nach seiner Präsentation hat das offizielle Wahlplakat von Nicolas Sarkozy bereits Ableger erhalten. 

Es ist bekannt, dass Frankreich eine hohe Gebärquote hat. "La France forte" (starkes Frankreich), das brandneue Wahlplakat des wiederkandidierenden Staatspräsidenten vor einem weiten Meereshorizont, hat jedoch über Nacht Nachwuchs erhalten - zahlreichen.

Naheliegend war die Parodie mit dem gekippten italienischen Kreuzfahrtschiff "Costa Conordia", nachdem Sarkozy bei seiner Kandidaturerklärung gemeint hatte, ein Kapitän dürfe das sinkende Schiff im Krisensturm nicht verlassen. Der Slogan dazu lautet: "Es genügt, Sarko." 

Ein Wortspiel mit "Franc fort" (starkem Franc) oder zusammengezogen "Frankfurt" (Sitz der Europäischen Zentralbank) verhalf der deutschen Bundeskanzlerin und erklärten Sarkozy-Anhängerin zu einer Krawatte.

Noch stärker erinnert Sarkozys Plakat an einen Wahlslogan von Valéry Giscard d'Estaing aus dem Jahre 1981, "Il faut une France forte".

So stark Frankreich damals auch war, schnitt Giscard doch eher schwach ab: Der wiederkandidierende Präsident verlor gegen den Sozialisten François Mitterrand. Ein böses Omen für Sarkozy? So sieht es jedenfalls ein weiteres Plagiat des Plakats:

Subtiler, aber auf dasselbe hinauslaufend ist das leere Wahlplakat namens "La France libre".


So nannte sich im Zweiten Weltkrieg die Résistance gegen die Nazi-Besatzung Frankreichs, nicht wissend, dass man 70 Jahre später darunter auch ein von seinem Präsidenten befreites Land verstehen könnte.

Geografen wollen übrigens herausgefunden haben, dass es sich beim abgebildeten Hintergrund des Plakats um das Ägäische Meer handelt. Dass sich das "starke Frankreich" ausgerechnet mit einem Bild aus Griechenland behelfen musste, verleitete mehrere Internetkommentatoren zur Empfehlung an den Präsidenten, er solle doch in Athen den Sirtaki tanzen gehen. Ta-dam ...

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