Apple zeigt "NYT" nach Negativ-Berichten die kalte Schulter

17. Februar 2012, 10:23
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Berichte über Arbeitsbedingungen bei Foxconn scheinen Konzern verstimmt zu haben

Die Berichte der "New York Times" ("NYT") über die Arbeitsbedingungen chinesischer Arbeiter in Apples Zulieferfirmen dürften Gewitterwolken zwischen New York und Cupertino aufziehen lassen. Apple scheint dem Traditionsblatt die kalte Schulter zu zeigen, wie die Washington Post beobachtet hat.

Keine exklusiven Statements

So wurde das "Wall Street Journal" statt der "NYT" für ein exklusives Interview mit CEO Tim Cook ausgewählt. Die Zeitung scheint kaum Vorabinformationen zu OS X Mountain Lion erhalten zu haben und musste sich zunächst mit fremden Medien als Informationsquellen begnügen. Statt exklusiver Statements von Apple-Managern habe das Blatt nur offizielle Zitate aus der Presseaussendung angeführt.

Enthüllungs-Story über Arbeitsbedingungen

Für die "NYT" sei das unter normalen Umständen eine Blamage. Sofern Apples Zurückhaltung tatsächlich mit den Aufdeckungsberichten zusammenhänge, könne die Zeitung aber stolz sein, urteilt man bei der "Washington Post". Die "NYT" hatte in einem Bericht erklärt, dass frühere Apple-Manager von den Zuständen bei Foxconn gewusst und diese ignoriert hätten. CEO Cook habe in einem Schreiben an die Apple-Mitarbeiter erklärt, dass das nicht der Wahrheit entspreche.

Gizmodo

Apple Insider zieht einen Vergleich zum Blog Gizmodo, der sich tatsächlich den Zorn des Unternehmens zugezogen hatte, nachdem er an einen Prototyp des iPhone 4 gelangt war und diesen ausführlich vor der offiziellen Präsentation besprochen hatte. Die Blogger würden seither konsequent von Apple ignoriert und führten seither mehrere Kampagnen gegen die Firma, sei es wegen schlechter Empfangsqualität ("Antennagate") oder heimlicher Standortaufzeichnung.

Update: "Das ist Unsinn"

Laut Apple-Kenner und Blogger John Gruber hatte New York Times-Auto David Pogue sehr wohl einen Termin mit Marketing-Chef Phil Schiller. Dass Apple der Zeitung exklusive Statements verweigere sei in seinen Augen "Unsinn". (red)

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    Apple-CEO Tim Cook gab nicht der "New York Times", sondern dem "Wall Street Journal" ein exklusives Interview.

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