Das Ende von Apples Geheimniskrämerei

17. Februar 2012, 10:37
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Apple hat mit der Vorstellung die Strategie der Produktpräsentation geändert - Keine Geheimhaltung mit anschließendem Tamtam

Mit der Art der Präsentation von OS X Mountain Lion geht Apple einen neuen Weg. Zum ersten Mal wurde die Developer Edition nicht den Entwicklern zuerst präsentiert, sondern einer kleinen Auswahl an Journalisten. Dadurch fühlen sich nicht nur die Entwickler, die eine Geheimhalteklausel unterschrieben haben, vor den Kopf gestoßen, sondern auch jene Journalisten, die Apple ausgesperrt hat.

Kein Tamtam

Jahrelang hat Apple neue Produkte mit großem Tamtam präsentiert. Ungefähr eine Woche vor der Präsentation wurde eine Presseaussendung und eine Einladung an Journalisten verschickt. Bis zur Vorstellung berichteten die Medien über Gerüchte, was denn präsentiert werden könnte, denn Apple hielt es bis zum Schluss geheim. Während der Vorstellung wurde live gebloggt, getwittert oder sogar per Video übertragen. Auf das Alles hat Apple bei der Vorstellung von OS X 10.8 Mountain Lion verzichtet.

Tim Cook

Möglicherweise hängt der Strategiewechsel mit dem Wechsel an der Führungsspitze zusammen. Tim Cook ist nicht der Entertainer, der Steve Jobs war. Er liefert nicht die gleiche Show. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Apple eine andere Marktposition hat als noch vor ein paar Jahren. Damals war man noch der Underdog, der Mac ein Nischenprodukt. Man musste vorsichtig sein, dass die größere Konkurrenz nicht die Ideen klaut und erfolgreich in seine eigenen Produkte integriert, bevor Apple sie der Öffentlichkeit präsentiert. Darum musste Apple neue Produkte so lange wie möglich geheim halten.

Kein Druck von Microsoft

Doch Dank dem iPhone hat sich Apple zu einem führenden Konzern in der Elektronikbranche etabliert. Sie müssen die Produkte nicht mehr verstecken und auch keine Rücksicht mehr auf die Konkurrenz nehmen. In einem Interview mit dem Wall Street Journal sagte Tim Cook: "Ich glaube nicht, dass irgendetwas, das Microsoft tut, Druck auf Apple ausübt." Der Druck kommt von Apple selbst.

Kleines Update

Einige argumentieren, dass Mountain Lion ja nur ein kleines Update ist und Apple deswegen keinen großen Rummel veranstaltet. Allerdings werden für OS X 10.8 100 neue Features aufgelistet und Apple hat schon für weniger eine große Show geliefert. 

Geheimhaltungspolitik hat versagt

Apple Insider meint, dass die Geheimhaltungspolitik bei Mac OS X Lion nicht funktioniert hat und einige Features von Entwicklern bereits geleakt wurden, bevor Apple das Betriebssystem vorstellen konnte. Außerdem durften Journalisten auf Grund der Geheimhaltungsklausel nicht über Lion berichten. Apple Kritiker konnten aber die geleakten Informationen öffentlich begutachten.

Hardwarestrategie

Vielleicht kam der Strategiewechsel, um das zu verhindern. Auch das iPhone hat Apple bisher immer zuerst Journalisten gezeigt, bevor Entwickler es in die Hand bekommen haben. Der Konzern versucht nun möglicherweise seine Strategie bei Hardware (einige Geräte vor der Veröffentlichung Journalisten zukommen zu lassen) jetzt auch bei seiner Software anzuwenden.

Ausschluß

Problematisch ist allerdings, dass Apple sehr selektiv mit Journalisten umgeht. Wenn der Konzern den Zugang zu neuen Produkten einschränkt, könnte Apple Probleme bekommen. Wenn sich Medien vor den Kopf gestoßen fühlen und nicht mehr über Apple berichten, geht der Mythos Apple schnell verloren.

Weitere Ankündigungen

Allerdings stehen dieses Jahr mit dem iPad 3, iPhone 5 und Apple iTV noch drei große Ankündigungen von Apple bevor. Vielleicht ist Mountain Lion einfach wirklich nicht wichtig genug, um ihm ein eigenes Event zu widmen und Apple bleibt seiner Strategie treu und schließt nicht einen Großteil der Medien aus. (soc)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Tim Cook lieferte keine Präsentation für OS X 10.8 Mountain Lion

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