Trotz Blockade

USA wollen Meads-Raketenabwehr durchsetzen

17. Februar 2012, 11:28

System soll fertigentwickelt werden - US-Kongress blockiert

Washington - Die US-Regierung hat ihren Willen zur Fertigentwicklung des vier Milliarden Euro teueren transatlantischen Raketenabwehrsystems Meads bekräftigt, deren Finanzierung der Kongress derzeit blockiert. "Wir haben in das Budget für das Fiskaljahr 2013 ausreichend Gelder eingestellt, um unsere Verpflichtungen zu erfüllen", sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Thomas de Maiziere in Washington. Dies sei weit besser, als das Projekt scheitern zu lassen und eine Vertragsstrafe zu zahlen. Er werde alles in seiner Macht stehende tun, um beim Kongress diese Gelder zu bekommen.

De Maiziere begrüßte die Aussage. "Wir sind uns einig in diesem Punkt, die Regierungen sind sich einig, dass der einseitige Abbruch teuerer wäre als die gemeinsame Erfüllung aller Verpflichtungen", sagte er bei der gemeinsamen Pressekonferenz im Pentagon. Dies werde vielleicht auch den Kongress überzeugen.

Ausstieg aber davor noch Abschluss

Die USA hatten im Februar 2011 ihren Ausstieg aus dem Meads-Projekt angekündigt. Die drei Vertragspartner vereinbarten daraufhin jedoch, die vier Milliarden Euro teure Entwicklung des Systems trotzdem noch abzuschließen. Deutschland will die Ergebnisse nutzen, um das Patriotsystem mit Komponenten von Meads zu modernisieren.

Die Vereinbarung zur Fertigentwicklung bekräftigten die USA im Oktober erneut. Im Januar dann forderte der US-Rüstungsdirektor unter dem Druck des Kongresses überraschend den sofortigen gemeinsamen Abbruch der Meads-Entwicklung, er stieß damit bei den Vertragspartnern Deutschland und Italien jedoch auf massiven Widerstand. Bis zum Abschluss der Entwicklungsphase müssten die USA noch rund 400 Millionen Dollar in Meads stecken.

Zusammenarbeit von USA, Deutschland und Italien

Bei der deutschen Bundeswehr sollte Meads ursprünglich das 25 Jahre alte Flugabwehrsystem Patriot von Raytheon ablösen. Patriot-Batterien hatten im Irak-Krieg 1991 für Aufsehen gesorgt, als die US-Armee damit irakische Scud-Raketen abfing. Deutschland verlieh das System damals zum gleichen Zweck auch an Israel. Während Patriot hauptsächlich zur Abwehr gegnerischer Flugzeuge gedacht war, sollte Meads vor allem auch Raketen abfangen können, die schwieriger zu treffen sind als Kampfjets, weil sie kleiner sind und schneller fliegen.

Deutschland ist mit rund 1,2 Milliarden Euro an der Entwicklung von Meads beteiligt. Die USA finanzieren mit 58 Prozent den Löwenanteil des Projekts, auf Deutschland entfallen 25 und auf Italien 17 Prozent. Nach der ursprünglichen Planung sollte Meads bei der Bundeswehr ab 2018 eingeführt werden und bis etwa 2040 im Dienst bleiben. Im Gespräch war die Beschaffung von vier Systemen, mit denen drei Feldlager geschützt werden könnten. Bei der Meads-Entwicklung arbeiten der US-Konzern Lockheed Martin und der europäische Rüstungskonzern MBDA zusammen, an dem EADS, BAE Systems und Finmeccanica beteiligt sind.

Patriot spielt auch eine Rolle beim geplanten Raketenschild der Nato, für den Deutschland das Abwehrsystem als nationalen Beitrag melden will. Im Zuge der Bundeswehr-Reform soll die Zahl der Patriot-Staffeln von 24 auf zwölf verringert werden. Zu den Meads-Komponenten, die in das bisherige Patriot-System einfließen könnten, zählen unter anderem die moderne Software und das Rundum-Radar des neuen Systems. Beides muss seine Tauglichkeit aber noch unter Beweis stellen. Das Radar des Patriot-Systems kann nur in eine Richtung schauen.(Reuters)

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Posting 1 bis 25 von 65
1 2
otherländer
13
23.2.2012, 08:04
das Unglaubliche ist,

dass "sie" trotz US Kongress-Absage einfach weiter machen. Trotz der riesigen sozialen Aufgabe die langsam, aber stetig auf die USA zurollen. Trotz der Milliarden die "sie" sich bereits in die Tasche gesteckt haben, während die Hütten-Siedlungen vor den Toren der Städte anwachsen. Russland, China, ITALIEN (trotz drohendem Staats-Bankrott noch schnell mal 90 Kampfjets kaufen).... Kann niemand diese IRREN stoppen?

dunkelhaar
01
18.2.2012, 14:16
Wer wohl da wieder das Händchen aufgehalten hat

Sicherlich auch ein gewisser GMP.

Lichtfreak
47
17.2.2012, 12:42
Wollen sie damit im Jahr 2015

an die hundert Millionen Bedürftige US Bürger beschützen?

Mostbluzza
12
17.2.2012, 19:11
najo vorm russen hilfts nix

und vorm iran brauchts nicht helfen ...
solange nicht die nato selber angreift.

also .... das zeug hat sich technisch überholt, da ist es noch gar nicht installiert.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
38
17.2.2012, 11:56
[Propagandapranger] [Geostrategie]

Entweder es geht tatsächlich um den Iran oder er wird zumindest als Vorwand/Bedrohungsszenario verwendet um aufzurüsten. Die Propaganda hält bereits Einzug in unsere Lexika:
www.de.wikipedia.org/wiki/Date... efence.png

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
215
17.2.2012, 11:51
[Undemokratie]

Wollen das die amerikanischen Bürger mehrheitlich?
Wollen das die europäischen Bürger mehrheitlich?

Die Antwort ist:
Es ist egal.

In einer indirekten Demokratie ist es egal, was das Volk mehrheitlich will.
Das demonstriert, dass indirekte Demokratie keine Volksherrschaft, also keine Demokratie ist.

Andernfalls könnte nicht ACTA, Vorratsdatenspeicherung, Nacktscanner, Fingerabdruck-Pässe, etc. gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt werden.

morgen war gestern
115
17.2.2012, 14:04

eines weiß ich ganz gewiss:

dass ich in einem braunen sumpf wie österreich sicher keine direkte demokratie möchte. sollte sich die weit-rechts-angesiedelte, xenophobe, rassistische, antisemitische bevölkerungsmehrheit hierzulande ihre gesetze selber machen, ohne den puffer einer indirekten demokratie, dann gute nacht.

österreich wurde nie wirklich entnazifiziert. und im braunen sumpf schwimmt sich's schlecht.

Frodo Der Hobbit
00
22.2.2012, 01:16
die leut spüren sich aber nicht

da die repräsentative demokratie ihre zeit überschritten hat, was man an der zunehmenden korruption und marionettenhaftigkeit der politiker erkennt, wäre es unerlässlich, die menschen das mitregieren erlernen zu lassen, inklusive der anforderung einer bildung. ein schulwesen, das zum selbst denken anregt, wie in modernen ländern eigentlich angestrebt.

Der Schakal
25
18.2.2012, 06:42
Österreich wurde nie...

...entidiotifiziert.

mfg

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
36
17.2.2012, 17:41
[dD]

Demokratie mit der Nazikeule zu delegitimieren ist ohnehin absurd.
Ihrem Argument folgend wäre ein Diktator die beste Lösung ... da kommen wir genau hin zu ihren Nazis ...

morgen war gestern
11
18.2.2012, 15:39

wie dumm ist das? "Demokratie mit der Nazikeule zu delegitimieren" wo mache ich das?

ich sagte etwas anderes. nochmals lesen.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
00
18.2.2012, 16:25

"österreich wurde nie wirklich entnazifiziert [...] dass ich in einem braunen sumpf wie österreich sicher keine direkte demokratie möchte"

morgen war gestern
00
20.2.2012, 08:30

ja, genau: "direkte demokratie". diese ist eine der vielen variationen bekannter demokratischer formen. diese eine lehne ich im uns bekannten österreich ab. alle anderen unterstütze ich von ganzem herzen.

nur weil ich mir nie einen ford kaufen würde, delegitimiere ich nicht den gesamten individualverkehr.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
00
20.2.2012, 13:31
[def]

nur direkte Demokratie ist Demokratie.
In keiner anderen Staatsform entscheidet das Volk.

Indirekte Demokratie ist keine Demokratie sondern ein Unwort, erstens theoretisch - weil das Volk nicht entscheidet - und zweitens praktisch, weil durch Korruption, geheime Parteispenden, Freunderwirtschaft, Proporz, etc. fast alle indirekten Demokratien de fakto Oligarchien sind:
www.derstandard.at/plink/131... 7/23202612

kurt haenel
 
11
18.2.2012, 13:43
@ Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!

Ihr grosses Problem ist, dass Sie nicht in der Lage sind zu nuancieren. Sie kennen nur schwarz und weiss.

Also was soll man da diskutieren ?

morgen war gestern
10
18.2.2012, 15:38

interessant ist ja, dass es meistens absolute hardliner im geiste sind, die direkte demokratie einfordern. meist auch ohne konzept, das sich der wirklichkeit stellt.

Roger Waters
00
23.2.2012, 10:00

Nur weil man sich vielleicht vor der Konsequenz direkt demokratischen Strukturen fürchtet, ist das unverfälschte Prinzip einer Regierung durch das Volk und für das Volk (A.Lincoln) nicht zu verwerfen. Eine auch noch so ethisch wie moralisch geführte Rechtfertigung dies zu beschneiden und ein Expertengremium über das Schicksal einer Volkes (mit)entscheiden zu lassen, ist eine Bevormundung aller jener, die offenbar über ihr eigenes Schicksal nicht selbst zu entscheiden vermögen. Bedauerlich, dass gerade diese Tendenzen in den letzten Jahren (Jahrzehnten) feststellbar sind, um so bedauerlicher, dass diese Entwicklungen auch noch mit aufgeklärten Argumenten und Standpunkten verteidigt werden.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
00
20.2.2012, 14:03

@ "hardliner" und basisdemokratische Konzepte in einem Satz zu verwenden zeigt, dass Sie die Materie nicht verstehen.

@ Konzept: Ihr Argument ist also, dass man bei Modellen bleiben soll, die über Jahrzehnte hinweg empirisch versagt haben, weil einzelne Verfechter von neuen Modellen nicht auf alle Fragen eine Antwort haben, was im Übrigen keineswegs bedeutet, dass diese Antworten nicht existieren bzw. von politikinteressierten Bürgern (inkl. Ihnen) nicht gefunden werden könnten ??

morgen war gestern
31
17.2.2012, 20:12

ich halte nichts davon, mehrheiten über minderheiten abstimmen zu lassen. das will die fpöpkbzö in kärnten. ist für mich aber kein vorbild.

ich hätte viel lieber mehr transparenz, mehr kontrollrechte und klarere regeln für legislative/exekutive.

mit Ihrer forderung nach totaler, direkter demokratie gehen Sie von einem idealbild eines aufgeklärten, weltoffenen, rein faktenorientierten menschen aus. nichts dagegen einzuwenden. diesen wunsch teile ich durchaus. nur beweist der mensch tagtäglich, dass er seinen reibach nur zu gerne auf kosten desjenigen (oder derjenigen gruppe) macht, der/die sich nicht wehren kann.

es hat seine gründe, warum leute wie dörfler in kärnten fans dieser idee sind.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
00
18.2.2012, 04:48
morgen war gestern
00
18.2.2012, 15:03

aber genau diese grundsätze dürften ja auch nicht indirekt festgelegt werden. und direkt hätten sie in österreich keine chance.

ich bezweifle nicht, dass direkte demokratie ein ziel sein soll, aber nicht in diesem österreich.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
00
18.2.2012, 16:20

also dD soll ein Ziel sein aber nicht in Ö? warum??

morgen war gestern
11
17.2.2012, 20:40

und bevor es falsch verstanden wird: ich werfe niemandem hier eie wie auch immer geartete nähe zu unseren braunen vor.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
00
17.2.2012, 17:28
[direkte Demokratie]

.
• ob eine braune Minderheit (<50%) bei FPÖ oder bei einer Abstimmung über Ausländer ein Kreuzerl macht kommt auf's selbe raus.

• ob eine braune Mehrheit (>50%) bei FPÖ oder bei einer Abstimmung über Ausländer ein Kreuzerl macht kommt auch auf's selbe raus.

Also was hat direkte Demokratie jetzt für ein größeres Gefahrenpotential als indirekte Demokratie ?

Im Gegenteil: In einer indirekten Demokratie kann FPÖ auch mit weit weniger als 50% in die Regierung kommen (schon passiert). In einer direkten Demokratie ist dieses Problem nicht gegeben.

Bezügl. Fremdenfeindlichkeit in direkter Demokratie:
www.derstandard.at/plink/132... 0/24840935

3ch0
00
17.2.2012, 17:19

"Puffer Indirekte Dem." scheint mir widerum etwas rechts gedacht - Richtung unterdrückend.

und wegen ihrer Nazi-Angst: vor allem gefährlich sind jene Braunen an Machtpositionen innerhalb der nepotistischen Repräsentativen Dem.
Der gemeine Bürger lässt sich allgemein halt leicht zu "brutaleren" Methoden anstacheln, wenn seinem Willen eben nicht genüge getan wird, wenn er fühlt, dass er nix zu melden hat!
Der Frustkanal fliesst meist Richtung rechts. leider

Ich denke, dass Rassismus, Xenophobie, Anti-Ideologien jeder Coleur unter anderen, direkteren Umständen der Dem. ein kleiner werdendes Übel sind.
Da hätte ich mehr Sorge um die "Spassgesellschaft", die gern hirnlose...

die hoffnung stirbt zuletzt

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