Forscher entwickeln "Nanoroboter", der gezielt Krebszellen angreift

16. Februar 2012, 20:06
  • Sobald der Transporter an die Zielzelle angedockt hat, öffnet sich ein Riegel und der Wirkstoff wird freigesetzt.
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    foto: campbell strong, shawn douglas, & gaël mcgill using molecular maya & cadnano

    Sobald der Transporter an die Zielzelle angedockt hat, öffnet sich ein Riegel und der Wirkstoff wird freigesetzt.

Der winzige Transporter aus DNA dockt an Zielzelle und entlässt einen Wirkstoff

Washington - US-Forscher haben eine Art "Nanoroboter" aus DNA entwickelt, der gezielt Krebszellen angreifen kann. Der Miniaturtransporter nach dem Vorbild der körpereigenen Immunabwehr besteht aus speziell gefaltetem Erbmaterial und lässt sich im Prinzip für jede Zielzelle im Organismus maßschneidern, wie die Entwickler um Shawn Douglas von der Harvard-Universität in Boston im US-Fachjournal "Science" berichten. Bisher ist die Entwicklung allerdings erst in Zellkulturen getestet worden. Ob er jemals bei Menschen zum Einsatz kommen kann, ist noch nicht geklärt. Ähnliche Ansätze verfolgen auch andere Forschergruppen.

Der "Nanoroboter" gleicht einem sechseckigen Käfig, der nur 45 Nanometer (Millionstel Millimeter) hoch und 35 Nanometer dick ist - damit ist er rund 2.000 Mal dünner als ein menschliches Haar. Der mit einer speziellen Technik namens DNA-Origami gefaltete Käfig besteht aus zwei Hälften, die von Riegeln zusammengehalten werden. Diese Riegel sind so aufgebaut, dass sie ähnlich wie weiße Blutkörperchen die Oberfläche gewünschter Zielzellen - etwa Krebszellen - erkennen und daran andocken können. Mit dem Andocken konfiguriert der Riegel sich neu, so dass der Nanokäfig aufschwingt.

Der Laderaum lässt sich mit verschiedenen Wirkstoffen bestücken, die auf diese Weise gezielt zu ihrem Einsatzort gebracht werden können. Im Experiment belud das Team um Douglas seine winzigen Transporter unter anderem mit molekularen Botenstoffen, die das Selbstmordprogramm einer Zelle aktivieren können. Dieses Programm ist bei Krebszellen typischerweise gestört.

Erfolgreicher Test

Im Labor konnten die Forscher auf diese Weise die Selbstzerstörung bei Leukämie- und Lymphomzellen auslösen, wobei auch die molekularen Botschaften für die beiden verschiedenen Krebszellen maßgeschneidert werden mussten. Nach diesem Muster könnten verschiedene Aktionen gezielt bei gewünschten Zelltypen ausgelöst werden, erläutern die Wissenschafter.

Die Forscher, die sich für ihre Arbeit von der Funktion des menschlichen Immunsystems inspirieren ließen, bereiten nach den Worten von Douglas als nächstes Tests an Versuchstieren vor. "Das wird wahrscheinlich ein verbessertes Design erfordern, um eine stabile Zirkulation und Funktion im Blutkreislauf zu gewährleisten", schränkte der Forscher allerdings ein. "Außerdem müssen die Herstellungskosten sinken." (APA)

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Maßgeschneiderter Virus, eh? ;)

Aber sehr, sehr cool, v.a. weil das Prinzip ja breit anwendbar sein dürfte...

Korrigiere - DAS Virus, meinte ich natürlich...

dann müssen wir bald bis 100 arbeiten weil die lebenserwartung bei 150 liegt :-)

Wäre ein kleiner preis für diese Lebenserwartung.
Zumal mein persöhnliches Ziel nicht ist irgendwann aufhören zu können zu arbeiten.

Alter Hut?!

Siehe http://www.youtube.com/watch?v=v... -CzvzNduA. Die Frage ist doch, wann der Einsatz endlich erfolgt.

Natürlich ist das grundsätzliche Konzept von Nanoroboter nicht neu, diese Methode der gefalteten DNA, die gezielt bestimmte Zellen angreifen kann, aber schon.

Wow! Sieht nach Intelligentem Design aus! ;-)

2000 mal dünner

als ei Haar ... was ist das in Fussballfeldern?

nicht zu ende gerechnet:

35 nm mal 2000 = 70000 nm = 70 µm = 0,07 mm

also (um?) 0,07 mm dünner als menschliches haar, oder wie auch immer man deren behind.... übersetzung verstehen soll

(haardicke beim menschen: 0,04 mm bis 0,12 mm

weniger als 0,000000001 iphones

ich liebe die wissenschaft!

Die Zukunft ist da.

Ob wir's noch erleben?

das ist ja so cool

hat irgendwie was von StarTrek - eine Pille und dir wächst ne neue Niere (so als nächster Schritt ...)

Nein, Nieren werden im 3D-Drucker ausgedruckt. Siehe: http://www.youtube.com/watch?v=9RMx31GnNXY (ab 11:30, aber am besten alles anschauen.)

Wissenschaft ist geil!

So hoffnungsvoll das klingt,

kann wohl kein Zweifel daran bestehen, daß die Entwicklung von Nanorobotern, die lebenswichtige Zellen angreifen, nur mehr eine Frage der Zeit ist.

Nennen sie nur einen Vorteil den dieses Verfahren im Vergleich zu anderen (chemischen) Waffen haben könnte, um auch nur ansatzweise den Nachteil (extrem hoher Aufwand und Kosten) aufzuwiegen. Einen einzigen.

Der offensichtliche Vorteil ist, dass man gezielt bestimmte Personen und Bevölkerungsgruppen angreifen kann. (Im Gegensatz etwa zur Freisetzung der Pest oder sowas.)

Ich bin allerdings überzeugt, dass es zu einem Zeitpunkt, in dem Nanoroboter gezielt Krebszellen im Labor angreifen, die militärischen Nanoroboter längst gibt.

Der offensichtliche Nachteil ist allerdings, daß so etwas außerhalb der Science Fiction nicht nicht möglich ist.

davon können sie ausgehen.

das ist aber eine reine Mutmaßung... ausgehend von FoxDie?

Als ob das nicht einfacher gewesen wäre.

Darum geht es nicht

Aber können Sie mir eine wesentliche Erfindung nennen, die von Militärs und Geheimdiensten nicht irgendwann dazu verwendet wurde, das Töten einfacher und wirksamer zu gestalten?

??

ihr vorschlag? nicht mehr forschen? zurück in die steinzeit????

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