Mehr Selbstbestimmung

Britischer Premier will Abspaltung Schottlands verhindern

16. Februar 2012, 19:28
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    foto: reuters

    David Cameron: Brennende Rede für ein "Vereinigtes Königreich" in Kopenhagen.

Schotten größere Selbstbestimmungsrechte in Aussicht gestellt

London/Edinburgh - Großbritanniens Premierminister David Cameron hat den scheidungswilligen Schotten größere Selbstbestimmungsrechte in Aussicht gestellt. Sollten die Menschen in der nordbritischen Region auf eine Unabhängigkeit von Großbritannien verzichten, könnten der Regionalregierung weitere Befugnisse übertragen werden. Das versprach Cameron am Donnerstag nach einem Treffen mit dem schottischen Ministerpräsidenten Alex Salmond, ohne dabei ins Detail zu gehen. Bei den Gesprächen hatte es nach Darstellung Camerons "wenig Fortschritte" gegeben.

In Umfragen sprechen sich derzeit knapp 40 Prozent der Schotten für eine vollständige Unabhängigkeit aus, eine deutliche Mehrheit ist für ein Mehr an Selbstbestimmung. Nach dem Willen der Regionalregierung in Edinburgh soll es im Jahr 2014 zum Volksentscheid kommen. Es war das erste Zusammentreffen von Salmond und Cameron, seit der Streit um die Unabhängigkeit Schottlands nach der Regionalwahl im vergangenen Mai ausgebrochen war.

Schottische Nationalpartei siegte im Mai 2011

Cameron wandte sich mit einem glühenden Appell für die Einheit Großbritanniens an die Schotten. "Ich hoffe und wünsche, dass die Menschen in Schottland sich für den Verbleib im Vereinigten Königreich aussprechen", sagte Cameron. Er werde für das "Überleben Großbritanniens" kämpfen. Schottland sei als Teil Großbritanniens "stärker, reicher, fairer und besser geschützt", sagte er. Wie Schottland profitierten auch die anderen Landesteile England, Nordirland und Wales von der Kraft des Vereinigten Königreichs, sagte der Premier. Schottland wurde mit dem "Act of Union" aus dem Jahr 1707 Teil von Großbritannien.

Die schottische Nationalpartei SNP hatte mit einem auf die Unabhängigkeit von London ausgerichteten Wahlkampf im vergangenen Mai gesiegt und führt im Regionalparlament in Edinburgh mit absoluter Mehrheit die Geschäfte.

Mit der Zentralregierung in Westminister liegt der schottische Ministerpräsident Salmond über Details des Referendums im Streit, etwa über den Zeitpunkt und die Formulierung der Frage auf dem Wahlzettel. Der Volksentscheid an sich wird von Westminster inzwischen nicht mehr infrage gestellt.

Die Befürworter der Unabhängigkeit glauben, dass Schottland ohne den Rest Großbritanniens bessergestellt wäre. Vor allem die Steuermilliarden aus dem Nordseeöl - die britischen Vorkommen lagern fast ausschließlich vor der schottischen Küste - müssten dann nicht mehr nach London abgeführt werden. Cameron entgegnete, Schottland profitiere etwa davon, dass es über Großbritannien eine Stimme im Weltsicherheitsrat habe und von einer der stärksten Armeen der Welt geschützt werde. (APA)

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XY YX
00
19.2.2012, 19:24

'They may take our lives, but they will never take our FREEEEDOOOOM!'

John Malkovich
02
19.2.2012, 18:36
wieder mal

... lokale Unstimmigkeiten im 51. US Bundesstaat.

XY YX
12
19.2.2012, 13:05

GB ist dran seine kolonien (falkland) zu verteidifen und Den naechsten krieg zu schueren (iran, syrien), da verstehe ich die schotten, dass die mit diesen kriegstreibern nichts zu tun haben will!

kroate061
22
18.2.2012, 20:24
Um Engelland wirds einsam

das einst so erfolgreiche emipre. das der wohlsatnd auf ausbeutung und plünderung seiner kolonien herstammt verschweigt man allzugern.Nun neigt sich eine 300 jährige epoche ihrem ende zu und das ist auch gut so.Wales und Nordirland werden bald den schotten folgen und dann ist man eben nur ein ganz normales kleines land am rande europas.nicht mehr und nicht weniger. Wünsche den Schotten viel glück

Chien de Pique
01
19.2.2012, 15:36

Diese Länder machen mit 1,7 Mio. + 5,2 Mio. + 3 Mio. nicht ganz ein Sechstel der Bevölkerung von UK aus, England wäre mit über 50 Mio. Einwohnern alles andere als ein kleiner Staat. Einwohnermäßig würde es gegenüber dem heutigen UK um einen Platz im Europa-Ranking absteigen (hinter Italien zurückfallen, das ihm jetzt knapp auf den Fersen sitzt, aber wer weiß, ob das nicht auch bald darauf zerfallen könnte und wohl mit mehr Recht?), das wäre es aber auch schon.
Und nicht einmal die Unabhängigkeit Schottlands ist aus jetziger Sicht gesichert, die Wahrscheinlichkeit dürfte unter 50% liegen.

Bibabutzemann
00
23.2.2012, 18:34

Laut Artikel sind nur knapp 40 % für die Unabhängigkeit.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
11
18.2.2012, 14:18

Das sich Schottland aus dem VK verabschiedet ist wohl ziemlich sicher. Die Politik der Tories in den letzten Jahren hat das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.

Yossarian
04
18.2.2012, 12:59
Am Balkan

unterstützt Cameron aber die Speparatisten und Nationalisten. Zumindest solange es zu Lasten Serbiens geht.

Dann sollte er bei Schottland oder Nordirland auch den gleichen Masstab anlegen.

Bibabutzemann
01
23.2.2012, 18:36

Sollte es wirklich zu einer Auflösung des UK kommen, was ich nicht glaube, werden Engländer und Schotten die Balkanfanatiker beschämen und ihnen zeigen, wie man sich friedlich trennt.

(.) (.)
01
24.2.2012, 19:51

Serbien und Montengro haben sich ganz friedlich getrennt.

Die Nordiren tun sich da schon ein wenig schwerer sich von London zu lösen.

Chien de Pique
01
19.2.2012, 15:38

Immerhin stehen Schottland alle demokratischen Wege offen und seine Entscheidung würde akzeptiert. In Nordirland gab es ein (allerdings tw. bestreiktes) Plebiszit für den Verbleib bei UK, auch die Umfragen lassen derzeit wohl noch nichts anderes erwarten, allerdings ist die Demographie natürlich im Fluss.

XY YX
12
17.2.2012, 19:30

Es waere toll die schotten endlich frei von den englaendern zu sehen!
Vorwaerts highlaender unser herz ist mit euch!

widiwutsch
01
18.2.2012, 10:03
Dann müssten die Bravehearts allerdings auch

plötzlich ohne üppige Transferleistungen aus England auskommen. Mal schauen, wie sie sich entscheiden.

Raptor Jesus
00
22.2.2012, 17:21
Wozu? Die Schotten haben das Öl

Die Engländer können ihren Londoner Hedgefond-Sumpf behalten.

widiwutsch
00
22.2.2012, 17:27
Sofern die Engländer auf alle Rechte dieser gemeinsamen Investition verzichten,

Vermutlich müssten sich beide Seiten erst sauber auseinanderdividieren, nach Soll & Haben. Dass Schottland in alle bestehenden Verträge mit den Ölkonzernen als Rechtsnachfolger sanft reinrutscht, ohne saftig bezahlen zu müssen, denke ich nicht.

Raptor Jesus
00
23.2.2012, 01:11
Die Ausschließliche Wirtschaftszone beträgt 200 Seemeilen

Das sind 370,4 km. Innerhalb dieser Zone gehören alle Fischgründe und Ölfelder dem souveränen Staat.
Alle Verträge könnten im Falle der Unabhängigkeit mit Schottland fortgeführt werden oder müssen neu ausgehandelt werden.

widiwutsch
00
25.2.2012, 17:42
Und was passiert, wenn SCO und NOR an der engsten Stelle

sagen wir mal, nur 242 sm auseinanderliegen? Vielleicht ist ja doch alles irgendwie komplizierter als angenommen.

XY YX
00
19.2.2012, 11:11

Jede freiheit hat ihren preis!
Geld und kapital (banken) koennen nicht alles kaufen!

"Able Danger"
55
17.2.2012, 12:12
Free Scotland!

Jürgen Rembremerding
25
17.2.2012, 10:36
der künftige König von Schottland wartet schon:

http://www.telegraph.co.uk/news/ukne... tland.html

johann steiner
03
17.2.2012, 09:00

Der sohn von Erbprinz Aloys von Liechtenstein ist nach der alten Hausordnung der Stuarts rechtmäßiger Thronanwärter in Schottland , nachdem der letzte Stuart 1806 verstarb ( ein Kardinal) und die weibliche Thronerbin einen Este geheiratet hatte, und die letzte Este einen Wittelsbacher.

Nick Tameer
02
17.2.2012, 22:33

Ich finde die sollten das in einem Schottischen Erbfolgekrieg ausfechten.Wenn sich die Großmächte heraushalten, müsste Bayern gegen Liechtenstein gewinnen. Hurra, Franz, rightfu' king o' Scotland! In den Staub, Aloys!

Count Saurüssel
05
17.2.2012, 08:13
"Cameron entgegnete, Schottland profitiere etwa davon, dass es über Großbritannien eine Stimme im Weltsicherheitsrat habe und von einer der stärksten Armeen der Welt geschützt werde."

Also wenn das die stärksten Argumente sind, die für einen Verbleib Schottlands bei Großbritannien sprechen, sollte den Schotten die Entscheidung ja relativ leicht fallen.

Yossarian
01
18.2.2012, 13:01
Wenn sich das Vereinigte Königreiche von Grossbritannien und Nordirland auflöst

stellt sich schon die Frage, ob England den Sitz von UK im Sicherheitsrat bekommen sollte.

Brasilien oder Deutschland wären naheliegender

Chien de Pique
00
19.2.2012, 15:44

Es ist ein Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland (früher Irland), warum sollte der Austritt Schottlands da groß etwas ändern?
Die Frage ist, ob sich der Staatsname überhaupt ändern würde, in "Vereinigtes Königreich von England und Nordirland"?
Und warum sollte der Verlust von gerade 8 1/2 % der Einwohnern etwas am Sicherheitsrat ändern? An den Machtverhältnissen würde sich ja wenig verschieben, auch nicht an der Bedeutung für den Commonwealth.
Es wirft aber sicher interessante Fragen auf.

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