Staaten beschließen schärferen Kampf gegen Drogenhandel

16. Februar 2012, 18:39
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Ministerkonferenz über Drogenhandel in Wien - Afghanistan im Blickpunkt

Ohne wirksamen Kampf gegen den Drogenhandel wird es in Afghanistan nach Worten von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon keine Stabilität geben. "Wir können keine Stabilität erwarten, wenn 15 Prozent des afghanischen BIP vom Drogenhandel kommen. Wir kommen nicht von nachhaltiger Entwicklung sprechen, wenn die Opiumproduktion die einzig einträgliche Wirtschaftsaktivität in diesem Land darstellt", sagte Ban am Donnerstag in Wien.

Der UN-Chef nahm in der Wiener Hofburg an einer Ministerkonferenz über den Drogenhandel in Afghanistan teil. 56 Staaten der sogenannten Pariser Pakt Initiative berieten darüber, wie dieser Kampf verstärkt werden könne. Besondere Brisanz erhält die Frage durch den geplanten Abzug der internationalen Truppen bis 2014. Befürchtet wird, dass der Drogenhandel, durch den sich auch zu großen Teilen die Taliban finanzieren, dann erst recht floriert.

Die verabschiedete Erklärung sieht daher unter anderem vor, die afghanischen Behörden im Anti-Drogen-Kampf zu unterstützen. Österreichs Außenminister Michael Spindelegger kündigte an, im April in Wien eine Konferenz über die bessere Kontrolle der Grenzen abzuhalten. Afghanistans Anti-Drogen-Minister Zarar Ahmad Muqbel Osmani sagte, Armut, Unsicherheit und mangelnde wirtschaftliche Alternativen seien die wichtigsten Faktoren für Drogenanbau. (raa/DER STANDARD Printausgabe, 17.2.2012)

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    Schlafmohn-Anbau in Afghanistan: Armut als Ursache.

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