Über 100 Häftlinge bei Sturm auf Gefängnis befreit

16. Februar 2012, 17:37

Befreiung von Häftlingen soll nicht auf Konto der Radikalislamisten gehen

Addis Abeba/Abuja - Bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Nordnigeria haben Unbekannte fast 120 Häftlinge befreit. Bis zum Donnerstagnachmittag konnten 25 von ihnen wieder festgenommen werden, sagten die Gefängnisleiter der Nachrichtenagentur dpa. Sie wiesen Vermutungen zurück, wonach die radikalislamische Sekte Boko Haram hinter der Attacke vom Mittwochabend in Afrikas bevölkerungsreichstem Land stecken soll.

"Nicht jede Gefängnisstürmung wird von der Sekte ausgeführt, andere Kriminelle sind jetzt auch zu einer Herausforderung für die Sicherheit geworden", sagte ein Mitarbeiter der Strafanstalt. "Sie wollen Chaos verbreiten."

Der Vorfall ereignete sich in dem Ort Koton Karifi im Bundesstaat Kogi. Bei der 30-minütigen Aktion wurde ein Gefängniswärter erschossen. "Sie haben das Feuer auf einen der Sicherheitsmänner eröffnet und ihn getötet, und dann haben sie den Haupteingang bombardiert", sagte Mariamu Bello, eine Augenzeugin. Das Kommando habe aus etwa 20 Männern bestanden.

Gefängnisaufseher mit Schüssen vertrieben

Ein anderer Augenzeuge erklärte, die Täter hätten immer wieder in die Luft geschossen, um andere Gefängnisaufseher zu vertreiben. Dann befreiten sie die Inhaftierten. Unter den Häftlingen, die wieder eingefangen werden konnten, befand sich auch ein stadtbekannter Verbrecher, der wenige Stunden nach seiner Flucht erneut beim Stehlen erwischt wurde.

Zu anderen Gefängnisstürmungen in den Städten Kano und Kaduna hatte sich jeweils die Boko Haram bekannt. "Aber es waren auch andere Leute beteiligt", teilte die Gefängnisleitung mit. Die Gruppe terrorisiert seit langem vor allem Christen im muslimisch geprägten Norden des Landes und ist für zahlreiche blutige Anschläge verantwortlich. Ihre Mitglieder nennen sich selbst auch die "nigerianischen Taliban". In der Vergangenheit hat die Boko Haram immer wieder Kirchen, Polizeiwachen sowie Lokale angegriffen, in denen Alkohol ausgeschenkt wird. (APA)

Der Mensch der nachdenkt bevor er vordenkt
 
00
17.2.2012, 09:49
Failed state

Ich sehe schwarz für die Zukunft Nigerias.
Wenn nicht plötzlich das Öl versiegt, haben die keine Chance.

MB82
11
16.2.2012, 18:02

Auf ORF.at heißt es, dass 199 Häftlinge befreit wurden und nur ein(!) Gefangener zurückgelassen wurde.

Weiß zufällig jemand, was der Lauser auf dem Kerbholz hat, dass er nicht auch befreit wurde? Mohammedkarikatur oder ähnliches?

duke box
00
16.2.2012, 18:48

für den gilt die unschuldsvermutung!

zebrafuss
00
17.2.2012, 05:50

geh ;-))) das war wahrscheinlich der einzig echt verurteilte - die anderen waren sozusagen u-häftlinge. wer weiß, wie lange schon. das ist einer der wundesten punkte im gefängnissystem. der sich mit den antikorruptionsgeschichten natürlich verschärft.

25 haben sie angeblich gleich wieder eingefangen.

mich wundert's sowieso, dass man auf anhieb so genau wusste, wieviele da drinnen waren.
eine gefängniswärterin meint, es war der überfall einer räuberbande, die schon in der zeit davor drei mal von der gefängnisleitung die bedingungslose, sofortige freilassung der häftlinge gefordert hatte.

Das Kapital ist die wahre Macht
00
16.2.2012, 18:35
Es kann leicht sein, dass dieser der einzige Schuldige ist.

In Nigeria kann man davon ausgehen, dass alle die sitzen unschuldig sind und im Gegenzug alle Verbrecher auf freiem Fuß sind.

Das ist irgendwie ein Österreich hoch 349.

paulchen77
00
16.2.2012, 20:33

Was hat das jetzt mit Österreich zu tun? Bitte Scheuklappen ablegen!

zebrafuss
00
17.2.2012, 06:08

ich hoffe, sie haben das nicht aus österreich gelernt. denn eines ist in nigeria jetzt auch im gange: die polizei zeigt mehr präsenz gegen diese kriminellen banden - das ist sehr wichtig.

aber da ist das dann so: mitgehangen-mitgefangen, tja - da kann's auch schon mal den falschen erwischen.

ein funktionierendes system der richterlichen haftprüfung wird schon seit langem gefordert.

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