Wegen unbezahlter Verkehrsdelikte entzogenes Baby darf zurück zu Mutter

16. Februar 2012, 16:47
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Oberösterreichisches Gericht verfügte Rückgabe

Linz - Ein Gericht im Bezirk Wels-Land hat entschieden, dass ein seiner jungen Mutter abgenommenes Baby umgehend wieder zurückgegeben werden muss. Das berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" auf ihrer Internetseite am Donnerstag. Das Kind war kurz vor Weihnachten einer Pflegefamilie übergeben worden, weil die Großmutter Strafzettel nicht bezahlt hatte.

Das Jugendamt argumentierte in dem Fall, die Großmutter des Kindes sei für die Erziehung sehr wichtig, weil die junge Mutter alleine mit der Betreuung überfordert sei. Doch der Großmutter drohte eine Ersatzfreiheitsstrafe wegen nicht beglichener Verkehrsstrafen. Das Kindeswohl gerate in Gefahr, wenn sich die Oma wegen eines Haftaufenthaltes nicht mehr 24 Stunden täglich kümmern könne. Der Bub wurde der Mutter abgenommen und bei einer Pflegefamilie untergebracht. Da half auch nicht, dass die Großmutter die Strafen in der Höhe von 1.200 Euro sofort bezahlte.

Das zuständige Bezirksgericht wies nun laut Zeitung in einer Entscheidung den Antrag der Jugendwohlfahrt, der Mutter das Sorgerecht zu entziehen, ab und ordnete die "umgehende Rückführung in die Obhut der Kindesmutter" an. Es erteilte allerdings Auflagen: Die junge Frau muss eine Familienbetreuung in Anspruch nehmen und regelmäßige Hausbesuche des Jugendamtes akzeptieren. Für den Fall eines Haftaufenthaltes der Großmutter gäbe es zudem spezielle Einrichtungen, in der die 18-jährige Mutter und das Kind gemeinsam leben könnten, hieß es in dem Beschluss. (APA)

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