Pariser Gericht bestätigt Bewährungsstrafe für Le Pen

16. Februar 2012, 16:39
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Urteil wegen Leugnung von Nazi-Verbrechen

Paris - Ein Pariser Berufungsgericht hat eine dreimonatige Bewährungsstrafe gegen den rechtsextremen Politiker Jean-Marie Le Pen bestätigt, weil er die Verbrechen während der Nazi-Besatzung geleugnet hatte. Die Richter, die dem 83-Jährigen auch eine Geldstrafe von 10.000 Euro auferlegten, bestätigten damit am Donnerstag ein Urteil des Strafgerichts aus dem Jahr 2008.

Der frühere Vorsitzende der rechtsextremen Front National (FN) hatte die Nazi-Besatzung Frankreichs 2005 in einem Interview als "nicht besonders unmenschlich" bezeichnet. Das Interview war in der Wochenzeitung "Rivarol" kurz vor dem 60. Jahrestag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz erschienen. Le Pen, der bei der Urteilsverkündung nicht anwesend war, kündigte erneut Berufung an. Das Urteil wundere ihn in Wahlkampfzeiten nicht, sagte der Ehrenvorsitzende der FN und Vater der Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen der Nachrichtenagentur AFP.

Der Parteigründer wurde schon mehrfach wegen rassistischer oder judenfeindlicher Äußerungen verurteilt. Ein Urteil erging, weil der Rechtsextreme die Gaskammern in den deutschen Vernichtungslagern als "Detail der Geschichte" bezeichnet hatte. Der frühere FN-Chef hatte 2002 für Aufsehen gesorgt, als er überraschend den Einzug in die Stichwahl um das Präsidentenamt schaffte, wo er dann deutlich von Amtsinhaber Jacques Chirac geschlagen wurde. (APA)

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    Jean-Marie Le Pen will erneut gegen das Urteil berufen.

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