Beratungen über geringen Fortschritt bei Frauenquoten

16. Februar 2012, 17:05
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Viviane Reding enttäuscht, dass nur acht Unternehmen eine Selbstverpflichtung unterzeichnet haben - Morgen wird über die Frauenquote in Aufsichtsräten börsenotierter Unternehmen beraten

Brüssel - Die europäischen SozialministerInnen werden bei einem Treffen am morgigen Freitag in Brüssel über die von EU-Kommissarin Viviane Reding forcierte Frauenquote in Aufsichtsräten börsenotierter Unternehmen beraten. Reding hatte dieser Tage ihrer Enttäuschung Luft gemacht, dass bisher nur acht Unternehmen - davon ein börsenotiertes - eine Selbstverpflichtung unterzeichnet haben, den Frauenanteil in ihren Aufsichtsräten - wie von der Kommissarin vor einem Jahr gefordert - auf 30 Prozent bis 2015 und 40 Prozent bis 2020 zu erhöhen.

Zum Weltfrauentag am 8. März will die EU-Kommissarin einen Bericht zu den Fortschritten vorlegen, die seit dem Start ihrer Initiative erzielt wurden. Bisher sei es vielfach bei "Lippenbekenntnissen" geblieben, beklagte Reding kürzlich. "Sollte unsere Bilanz unbefriedigend ausfallen, wird die Europäische Kommission ab März 2012 überprüfen, ob angesichts der Rechtsentwicklung in den Mitgliedstaaten nun ein Rechtsinstrument auf EU-Ebene erforderlich ist, um einerseits den Frauenanteil in Aufsichtsräten großer börsennotierter Unternehmen bis 2020 spürbar zu erhöhen und andererseits Wettbewerbsverzerrungen im Europäischen Binnenmarkt wegen unterschiedlicher nationaler Quotenregelungen zu vermeiden", erklärte Reding.

Österreich verpflichtet sich nur selbst

Frauenquoten gibt es bisher in Spanien, Frankreich, Italien, Belgien und den Niederlanden. In Österreich gibt es eine Selbstverpflichtung des Bundes, bei staatsnahen Betrieben einen Frauenanteil von 25 Prozent bis Ende 2013 und von 35 Prozent bis 2018 zu erreichen. (APA)

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