Ausschuss

Ägyptisches Parlament untersucht Vertreibung von Kopten

16. Februar 2012, 15:54

IGFM: Ausschuss soll Ausweisungen prüfen

Frankfurt/Kairo - Das ägyptische Parlament hat nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) einen Untersuchungsausschuss zu Vertreibungen von koptischen Christen eingesetzt. Wie die IGFM am Donnerstag in Frankfurt laut Kathpress weiter mitteilte, will der Parlamentsausschuss die Vertreibung von acht koptischen Familien aus deren Heimatdorf Sharbat bei Alexandria untersuchen. Die Familien seien mit dem Hinweis, dass niemand mehr für ihre Sicherheit garantieren könne, von Polizei und dem Ältestenrat des Dorfes gezwungen worden, ihre Heimat zu verlassen.

Seit Monaten kommt es in dem muslimischen Land immer wieder zu Übergriffen gegen die christliche Minderheit. Laut IGFM hat die nun angekündigte Untersuchung besondere Bedeutung, weil sich an ihr voraussichtlich auch der künftige Umgang des Parlaments mit Konflikten zwischen den Religionen orientieren werde. Die Kopten, der überwiegender Teil der koptisch-orthodoxen Kirche angehört, sind mit sechs bis zehn Prozent die größte nicht-muslimische Minderheit in Ägypten. (APA)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.