IGFM: Ausschuss soll Ausweisungen prüfen
Frankfurt/Kairo - Das ägyptische Parlament hat nach Angaben
der Menschenrechtsorganisation Internationale Gesellschaft für
Menschenrechte (IGFM) einen Untersuchungsausschuss zu Vertreibungen
von koptischen Christen eingesetzt. Wie die IGFM am Donnerstag in
Frankfurt laut Kathpress weiter mitteilte, will der
Parlamentsausschuss die Vertreibung von acht koptischen Familien aus
deren Heimatdorf Sharbat bei Alexandria untersuchen. Die Familien
seien mit dem Hinweis, dass niemand mehr für ihre Sicherheit
garantieren könne, von Polizei und dem Ältestenrat des Dorfes
gezwungen worden, ihre Heimat zu verlassen.
Seit Monaten kommt es in dem muslimischen Land immer wieder zu
Übergriffen gegen die christliche Minderheit. Laut IGFM hat die nun
angekündigte Untersuchung besondere Bedeutung, weil sich an ihr
voraussichtlich auch der künftige Umgang des Parlaments mit
Konflikten zwischen den Religionen orientieren werde. Die Kopten, der
überwiegender Teil der koptisch-orthodoxen Kirche angehört, sind mit
sechs bis zehn Prozent die größte nicht-muslimische Minderheit in
Ägypten. (APA)