Mitterlehner will "Sanierungsscheck" ab 2015 verdreifachen

16. Februar 2012, 16:03

WKÖ-Präsident Leitl "erwartet" Wiedereinführung der Zweckbindung bei der Wohnbauförderung

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sprach sich am Donnerstag dafür aus, das derzeit für die thermische Sanierung vorgesehende Fördergeld des Bundes von 100 auf 300 Millionen Euro jährlich aufzustocken. Die Sanierungsrate müsse von derzeit 1,2 Prozent auf 3 Prozent pro Jahr angehoben werden, und es gebe außerdem kaum eine andere Maßnahme, die so "treffgenau und beliebt" bei den Bürgern sei, so der Minister in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit WKÖ-Präsident Christoph Leitl.

Heuer wieder 30 Millionen für Betriebe

Für die forcierte Dämmung von Gebäuden fließt bereits seit 2009 staatliches Geld. Mit der Sanierungsförderung hätten im vergangenen Jahr 17.500 Wohnungen und 800 Betriebsgebäude gedämmt und ein Investitionsvolumen von 860 Mio. Euro ausgelöst werden können. 

In den nächsten Wochen sollen die Betriebe über die heurigen Fördermöglichkeiten für die thermische Sanierung informiert werden. Von den 100 Mio. Euro, die 2012 für diesen Zweck ausgeschüttet werden, sollen 30 Mio. Euro an Betriebe gehen.

Leitl "erwartet" Wiedereinführung der Zweckbindung

Leitl wünscht sich seinerseits die Wiedereinführung der 2008 endgültig abgeschafften Zweckbindung der Wohnbauförderung. Das Geld stamme (teilweise) von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, denen es mit einer eindeutigen Zweckangabe abgenommen werde, "es darf nicht für andere Dinge vergreißelt werden", erklärte der WKÖ-Chef. Die Gelder seien den Ländern anvertraut worden, "das Wort kommt von vertrauen, und nicht von veruntreuen".

Die Aufhebung der Zweckbindung bei den letzten Finanzausgleichsverhandlungen sei ein '"Fehler" gewesen. "Wir erwarten, dass die Zweckbindung spätestens 2014 wieder hergestellt wird", sagte der Wirtschaftskammerchef. Pro Jahr werden über die Lohnzahlungen rund 800 Mio. Euro Wohnbauförderungsbeitrag eingehoben.

Hans-Werner Frömmel, Bundesobmann der Bau-Innung in der Wirtschaftskammer, pfichtete den beiden per Aussendung bei. Die Wohnbauförderung sichere das Grundbedürfnis nach leistbarem
Wohnen, stabilisiere den Wohnungsmarkt und sei ein Impulsgeber mit hohem Beschäftigungseffekt. "Sie schafft bleibende Werte, verhindert Ghettobildung und sichert den sozialen Frieden. Die Wohnbauförderung ist ein wichtiges Steuerungselement, um antizyklisch auf Konjunktur-Schwankungen zu reagieren. Sie leistet zudem einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele." (red/APA)

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3 Postings
Wer saniert sich da ...

Der Sanierungsscheck ist vor allem ein Verkaufsturbo für den Energieausweis, denn diesen Wisch braucht man für die Einreichung und der kostet so um die €500.
Bei einer Teilsanierung bleibt da nicht mehr viel übrig. Und um die vollen 5000 bzw. 6500 zu erreichen muß man meist die gesamte Fassade mit (lichterloh brennbarem) Polystyrol verpacken, Geschossdecke dämmen, Fenster/Haustür erneuern und auch noch die Heizung austauschen - wer kann sich das schon leisten.
PS: EPS/XPS Platten: 'schwer brennbar' heißt nicht 'nicht brennbar'. Stehen die Dinger mal in Flammen kann auch die Feuerwehr ihre Bude kaum mehr löschen.

Koffer

Auf der einen Seite Immobilien höher besteuern wollen, auf der anderen das Geld für ebendiese Immos wieder rauswerfen. Tolle Regierung.

Das kann er eigentlich nicht,

denn nach dem Beschluss der Bundesregierung über die Förderpyramide werden Förderungen dieser Grössenordnung künftig ausschliesslich Landessache sein. Zerfasert das Sparpaket jetzt schon wieder, weil das Geldverteilen doch zu den liebsten Politikerbeschäftigungen zählt?

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